Revolution im Magnetismus: JGU-Forscher gewinnt Europhysics-Preis 2026!
JGU-Forscher Jairo Sinova und Libor Šmejkal wurden gemeinsam mit Tomas Jungwirth mit dem renommierten EPS Europhysics-Preis 2026 ausgezeichnet. Diese Ehrung erfolgt für die Entdeckung des Altermagnetismus, einer neuartigen Hauptklasse des Magnetismus, die die bestehenden Kategorien Ferromagnetismus und Antiferromagnetismus ergänzt. Diese bahnbrechende Entdeckung, so berichtet die JGU, revolutioniert das Verständnis der magnetischen Ordnung und schafft neue Forschungsfelder in der Materialwissenschaft.
Die Zusammenarbeit zwischen Sinova, der an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) tätig ist, und Tomas Jungwirth von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften war entscheidend. Libor Šmejkal war von 2016 bis 2024 im Team von Sinova und entwickelte wesentliche theoretische Konzepte zum Altermagnetismus. Diese theoretischen Grundlagen sind für die Bestätigung der neu entdeckten Eigenschaften notwendig, die sowohl Ferromagneten als auch Antiferromagneten zugeordnet werden können.
Einfluss auf die Materialwissenschaft
Die Entdeckung des Altermagnetismus hat nicht nur grundlegende Bedeutung für die theoretische Physik, sondern sie stellt auch einen wichtigen Fortschritt im Bereich neuer Quantenmaterialien und zukünftiger Informationstechnologien dar. Der Altermagnetismus begründet eine neue Symmetrieklasse von Materie, die Verbindungen zu topologischer Physik und unkonventioneller Supraleitung aufweist.
Im Jahr 2022 legte das Forschungsteam eine umfassende Symmetrie-Klassifizierung des Altermagnetismus vor und identifizierte Hunderte potenzieller Materialien. Experimente zur Bestätigung dieser Entdeckung wurden weltweit durchgeführt, wobei verschiedene Methoden, einschließlich der Angle-Resolved Photoemission Spectroscopy (ARPES) und elektrischer Transportmessungen, Anwendung fanden.
Die Bedeutung des EPS Europhysics-Preises
Der EPS Europhysics-Preis wird seit seiner Gründung im Jahr 1975 an Forscher verliehen, deren Entdeckungen bedeutenden Einfluss auf die Festkörperphysik haben. Die Preisverleihung ist für September 2026 im Rahmen der 32. Tagung der EPS Condensed Matter Division in Graz, Österreich, geplant. Prof. Dr. Jairo Sinova ist Direktor des Spin Phenomena Interdisciplinary Centers (SPICE) an der JGU, während Dr. Libor Šmejkal derzeit am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme und anderen Institutionen tätig ist. Prof. Dr. Tomas Jungwirth führt seine Forschung an der Tschechischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Nottingham fort.
Das Institut für Festkörper- und Materialphysik an der Technischen Universität Dresden, wie auf tu-dresden.de beschrieben, spielt eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung und Untersuchung neuer Materialien, die für Herausforderungen in Klimaschutz, Energieerzeugung und Informationstechnologie entscheidend sind. Der Schwerpunkt der Forschung liegt auf der Grundlagenforschung, mit Themen wie unkonventionellen Supraleitern und ungewöhnlichen topologischen Phasen. Die genauen Untersuchungen struktureller und elektronischer Eigenschaften neuer Materialien geschehen über verschiedene Längs- und Energieskalen. Zudem klafft eine wichtige Lücke in der Ausbildung junger Fachkräfte, die für die Zukunft der Gesellschaft unerlässlich sind.
