Am 15. Juni 2026 startet das bahnbrechende Projekt „SAFE-CO2“, das eine vielversprechende Methode zur CO2-Rückgewinnung aus Luft und Abgasen entwickelt. Dieses innovative Forschungsvorhaben ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen der Universität des Saarlandes, verschiedenen Forschungsinstituten und dem Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB. Ein zentrales Ziel des Projektes ist die Entwicklung von energieeffizienten und kostengünstigen Membranmodulen für die Industrie.

Aktuelle CO2-Abscheidungsverfahren weisen hohe Energieintensität und Ineffizienz auf. Das Forschungsteam setzt auf thermoresponsive Membranadsorber, die ihre Eigenschaften temperaturabhängig ändern können. Diese neuartigen Adsorber versprechen nicht nur eine hohe CO2-Kapazität, sondern auch eine langfristige Stabilität, wobei sie sich bei niedrigen Temperaturen regenerieren können.

Fokus auf thermoresponsive Technologien

Die eingesetzten Materialien, die auf Polymerbasis beruhen, sind so gestaltet, dass sie durch Temperaturveränderungen die Adsorption und Desorption von CO2 steuern. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) hat sich hierbei als wertvoller Partner erwiesen, da es Expertise in der Charakterisierung dieser Membranadsorber beisteuert. Mit über 30 Jahren Forschungserfahrung im Bereich der direkten CO2-Abscheidung bietet das ZSW entscheidende Beiträge zu diesem Projekt.

Der Ansatz von SAFE-CO2 umfasst den Einsatz von strukturierten Adsorberbetten, die aus porösen, schwammartigen Strukturen bestehen. Diese sind bekannt aus der Membrantechnologie und ermöglichen einen geringen Widerstand für den Luftstrom. Bei einem angestrebten Temperaturniveau von etwa 70 Grad Celsius soll das CO2 effizient freigesetzt werden, wobei ein wesentlicher Vorteil in der schnellen Reaktionsfähigkeit und der Langlebigkeit der verwendeten Adsorbentien liegt.

Langfristige Ziele und Nachhaltigkeit

Das Projekt, das im Rahmen des Förderprogramms CDRterra durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) unterstützt wird, hat eine Laufzeit bis 2029. Hierbei sollen technische Machbarkeit und Energieeffizienz nachgewiesen werden. Langfristig wird angepeilt, klimaneutrale Prozesse und Wertschöpfungsketten zu unterstützen, um zu einer signifikanten Reduzierung von CO2-Emissionen und der Erreichung von Treibhausgasneutralität bis 2045 beizutragen.

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Gerade die direkte Abscheidung von CO2 (Direct Air Capture, DAC) stellt ein zentrales Element im Kampf gegen den Klimawandel dar. Die Technologie könnte nicht nur helfen, unvermeidbare Emissionen auszugleichen, sondern auch CO2 als Rohstoff für die Industrie zur Verfügung stellen. Insbesondere die Synergie zwischen DAC und der Wasserstoffwirtschaft könnte eine neue Ära in der Herstellung nachhaltiger Produkte einleiten.

Mit einem Gesamtfördervolumen von rund 1.260.000 Euro will das SAFE-CO2 Projekt aufzeigen, dass direkte CO2-Abscheidung aus der Luft nicht nur technisch machbar ist, sondern auch energieeffizient und wirtschaftlich tragfähig. Diese technologischen Entwicklungen sind entscheidend für die Schaffung nachhaltiger Wertschöpfungsketten und den Übergang zu einer umweltfreundlicheren Wirtschaft insgesamt.

Wie die Forschung in diesem Bereich zeigt, ist die Entwicklung effizienter CO2-Abscheider von grundlegender Bedeutung für die Bekämpfung des Klimawandels sowie die Fortschritte in der Wasserstofftechnologie und der Synthese nachhaltiger Kraftstoffe, was die Bedeutung von Projekten wie SAFE-CO2 unterstreicht.

Für ausführlichere Informationen zu diesem faszinierenden Thema verweisen wir auf die Berichterstattung von Uni Saarland, der Initiative CDRterra und dem Fraunhofer Institut Fraunhofer ISE.