Die Herausforderungen für Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes sind vielfältig. Um sie zu unterstützen, liegt ein neues Projekt im Fokus: „Ganzheitliche interdisziplinäre Diabetes-Gruppenschulung für Kinder“ (GaDiaKi) an der Universität Witten/Herdecke (UW/H). Ziel des Projektes ist es, jungen Menschen das nötige Handwerkszeug zu vermitteln, um sicher und selbstständig mit ihrer Erkrankung umzugehen, während gleichzeitig auch die Familien entlastet werden. Uni Witten/Herdecke berichtet, dass diese Schulungen in alltagsnahen Umgebungen, wie Jugendherbergen und Familienbildungsstätten, stattfinden sollen.
Typ-1-Diabetes gehört zu den häufigsten chronischen Krankheiten im Kindes- und Jugendalter. Die Bedeutung einer altersgerechten Schulung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Besonders in einer Zeit, in der kindgerechte Diabetes-Gruppenschulungen in Deutschland zunehmend zurückgehen, zielt GaDiaKi darauf ab, erprobte Schulungskonzepte zu verbreiten und weiterzuentwickeln. Der Innovationsfonds unterstützt dieses Vorhaben mit insgesamt 4,4 Millionen Euro.
Interprofessionelles Team für nachhaltige Ergebnisse
Ein interprofessionelles Team aus Fachleuten der Kinder- und Jugenddiabetologie, Psychologie, Sozialpädagogik sowie Ernährungsberatung wird die Schulungen durchführen. Unterstützt werden sie von jungen Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes, die aus eigener Erfahrung berichten können. Die Erwartung ist, dass die Therapiezufriedenheit erhöht wird, die Selbstständigkeit der Betroffenen gestärkt wird und die Angst vor Unterzuckerungen bei den Eltern sinkt.
Die Schulungen sind auf Gruppen von 15 bis 20 Kindern und Jugendlichen ausgelegt und dauern zwischen fünf und sieben Tagen. Um die Effektivität der Schulungen zu überprüfen, wird eine Vergleichsgruppe, die den Standardbehandlungsansatz erhält, einbezogen. Nach einem Zeitraum von sechs Monaten werden die beiden Gruppen hinsichtlich der Therapiezufriedenheit, der Sorge vor Unterzuckerungen und der Anzahl der stationären Krankenhausaufenthalte verglichen. Wissenschaftliche Untersuchungen sind entscheidend, um die Wirksamkeit der neuen Schulungsform zu belegen.
Kick-off-Meeting zum Projektstart
Ein Kick-off-Meeting wird am 27. Februar 2026 an der UW/H stattfinden. Eingeladen sind kinder- und jugenddiabetologische Schulungszentren, betroffene Eltern, junge Erwachsene mit Typ-1-Diabetes sowie Studierende und Wissenschaftler:innen, die sich für das Thema interessieren. Die Anmeldung kann über die Mailadresse gadiaki@uni-wh.de erfolgen.
Das Projekt läuft bis zum 31. Januar 2029 und soll in verschiedenen Regionen Deutschlands durchgeführt werden. Die geschätzte Inzidenz von Typ-1-Diabetes liegt bei etwa 29,2 pro 100.000 Personenjahre, was die Relevanz solcher Initiativen weiter unterstreicht. Neueste Analysen zeigen zudem, dass die Prävalenz unter Kindern und Jugendlichen 235,5 pro 100.000 Personen beträgt, und dass eine altersgerechte Versorgung für eine bessere Lebensqualität entscheidend ist.
Zusammenfassend zeigt sich, dass die GaDiaKi-Initiative nicht nur das Selbstmanagement von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes verbessert, sondern auch ein starkes Zeichen für die notwendige Entlastung der Familien setzt. Durch eine interdisziplinäre Herangehensweise werden nicht nur die betroffenen Jugendlichen, sondern auch ihre Angehörigen in den Mittelpunkt gerückt.