Dr. Hsin-Fang Chang, eine Wissenschaftlerin am Zentrum für Integrative Physiologie und Molekulare Medizin (CIPMM) sowie am Zentrum für geschlechtsspezifische Biologie und Medizin (CGBM) der Universität des Saarlandes, hat heute eine bedeutende Förderung von über 330.000 Euro von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) erhalten. Diese Förderung dient der Erforschung der Unterschiede in der Wirksamkeit von Krebstherapien bei Männern und Frauen.

Das Hauptziel der Forschung ist die Untersuchung der Anpassungen von Immunzellen an Tumore, insbesondere die Rolle zytotoxischer T-Lymphozyten (CTLs). Diese zentralen Abwehrzellen sind dafür verantwortlich, Tumorzellen aufzuspüren und zu zerstören, indem sie toxische Proteine aus lytischen Granula freisetzen.

Neue Erkenntnisse über Immunzellen

Die Forschung hat gezeigt, dass CTLs bislang als „Bomben“ klassifiziert wurden, doch sie sind nun als multifunktionale „Multicore Cytotoxic Granules“ (MCGs) neu eingestuft. Diese MCGs haben eine erweiterte Funktionalität; sie transportieren neben Toxinen auch Signalmoleküle wie Zytokine und extrazelluläre Vesikel, die das Immunsystem regulieren. Dies erlaubt den Killer-T-Zellen, ihren Angriff in Echtzeit anzupassen, indem sie Tumorzellen zerstören und gleichzeitig weitere Immunzellen rekrutieren.

Frau Dr. Chang betont, dass die Unterschiede in den zellulären Vorgängen bei Männern und Frauen erhebliche Auswirkungen auf die Häufigkeit bestimmter Krebserkrankungen sowie den Erfolg von Immuntherapien haben. In diesem Kontext untersucht ihr Projekt mit dem Titel „Uncovering Sex-Linked Mechanisms of Cytotoxic T Cell Granule Heterogeneity in Tumor Immunity“, wie Sexualhormone und genetische Programme die MCGs bei Männern und Frauen beeinflussen.

Ein Schritt in Richtung personalisierte Therapien

Ein zentrales Ziel der Forschung ist die Entwicklung einer personalisierten Krebsimmuntherapie, die auf die biologischen Besonderheiten der Geschlechter abgestimmt ist. Die Förderung der EKFS wird über einen Zeitraum von drei Jahren bereitgestellt und ermöglicht den Ausbau der Forschungsgruppe von Dr. Chang in Homburg.

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Dr. Changs Forschung ist Teil eines wachsenden Trends, der Geschlechtsspezifität in der Medizin stärker zu berücksichtigen. Indem mögliche Unterschiede in der Immunantwort besser verstanden werden, können zukünftig gezieltere und erfolgreichere Behandlungsansätze für Krebspatienten entwickelt werden.

Die außerhalb der Forschung häufig vernachlässigten geschlechtsspezifischen Aspekte der Immuntherapie könnten somit zu einem wichtigen Bestandteil in der personalisierten Medizin werden, wie auch uni-saarland.de berichtet.