Ein Team des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden hat vielversprechende Ergebnisse einer neuen Krebsimmuntherapie präsentiert. Diese Ergebnisse wurden am 31. Mai 2026 auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt und gleichzeitig in der renommierten Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht.

Die klinische Studie untersuchte die Wirksamkeit der Immuntherapie IMA401 bei 61 Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren, die auf herkömmliche Behandlungen nicht ansprachen. IMA401 ist ein bispezifischer T-Zell-Engager (TCER), der Krebszellen mit T-Zellen verbindet und so das Immunsystem aktiviert.

Ergebnisse der klinischen Studie

Die Behandlung wurde als gut verträglich bewertet. Die häufigsten Nebenwirkungen resultierten aus der Aktivierung des Immunsystems. 38% der Patienten entwickelten ein Zytokinfreisetzungssyndrom, gekennzeichnet durch Fieber (Schweregrad 1 bis 2), während 33% Lymphopenie und 31% reversible Neutropenie aufwiesen. Besonders bemerkenswert ist, dass bei verschiedenen Tumorarten positive Ansprechraten beobachtet wurden, darunter Lungenkrebs, schwarzer Hautkrebs und neuroendokrine Tumoren.

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren wurde bei 4 von 14 Betroffenen eine relevante Tumorschrumpfung im optimalen Dosisbereich festgestellt. Die mediane Ansprechdauer betrug 8,8 Monate. Das Hauptziel der Studie ist es, die Sicherheit von IMA401 zu demonstrieren und die optimale Dosis für zukünftige Entwicklungen festzulegen.

Die Forscher des NCT/UCC Dresden planen zudem, IMA401 mit anderen Immuntherapien zu kombinieren. Eine weitere Untersuchung mit einem ähnlichen TCER bei Lungenkrebs steht bereits in den Startlöchern. Die Early Clinical Trial Unit (ECTU) des NCT/UCC möchte innovative Krebstherapien sicher zugänglich machen. Das NCT/UCC Dresden ist eine Kooperation zwischen dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, der Technischen Universität Dresden (TUD) und dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR).

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Kombination mit neuen Erkenntnissen über T-Zellen

Die neuen Fortschritte in der Krebstherapie könnten durch jüngste Erkenntnisse über die Rolle von T-Zellen zusätzlich an Bedeutung gewinnen. T-Zellen sind entscheidend für die Abwehr von Virusinfektionen und Tumorzellen. Sie können jedoch auch körpereigenes Gewebe angreifen, was fatale Folgen haben kann. Der Körper reguliert ihre Aktivität durch verschiedene Moleküle und Botenstoffe.

Eine neue Studie hat gezeigt, dass natürliche Killerzellen (NK-Zellen), die zur angeborenen Immunität gehören, aktivierte T-Zellen abtöten und deren Vermehrung einschränken können. Dies geschieht durch das Protein B7H6, das als Erkennungsmolekül für NK-Zellen fungiert. T-Zellen mit hohem B7H6-Protein sind anfällig für die Eliminierung durch NK-Zellen. Diese Erkenntnisse, veröffentlicht in Science Immunology, werfen neues Licht auf die Herausforderungen bei der Entwicklung von Impfstoffen und Zelltherapien wie CAR-T-Zellen.

Die Kontrolle von T-Zellen durch NK-Zellen könnte folglich verschiedene Immuntherapien gegen Krebs beeinträchtigen. Forscher planen, CAR-T-Zellen vor dieser Eliminierung durch NK-Zellen zu schützen, um die Wirksamkeit zukünftiger therapeutischer Ansätze zu verbessern. Die Kombination dieser Erkenntnisse mit den Ergebnissen zur IMA401-Therapie könnte neue Horizonte in der Krebsbehandlung eröffnen.