Heute wurde die neueste Studie der Universität Hohenheim in Zusammenarbeit mit Crunchtime Communications veröffentlicht. Sie bietet einen detaillierten Einblick in die Risikobewertungen von 138 börsennotierten Unternehmen in Deutschland, darunter die DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen. Die Auswertung zeigt, dass die Risiken, denen sich diese Unternehmen im Jahr 2026 gegenübersehen, ähnlich zahlreich sind wie im Vorjahr. Dies deutet darauf hin, dass die Unternehmen nicht nur mit alten Problematiken, sondern auch mit neuen Herausforderungen konfrontiert werden.

Besonders auffällig ist die hohe Anzahl der Unternehmen, die regulatorische Belastungen, Cyber-Angriffe sowie Finanzthemen als bedeutende Risiken identifizieren, wobei jeweils 96% der analysierten Unternehmen diese Faktoren benennen. Auch geopolitische Entwicklungen und rechtliche Compliance-Fragen stehen hoch im Kurs, mit 93% Zustimmung. Ein bemerkenswerter Punkt ist, dass Künstliche Intelligenz in diesem Jahr erstmals von 26% der Unternehmen als Risiko genannt wird. Im Kontrast dazu ist jedoch ein Rückgang bei dem Risiko „Klimawandel“ zu beobachten: Nur noch 56% der Unternehmen betrachten ihn als bedeutend, was einem Rückgang von 19 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Verhalten der Vorstandsvorsitzenden

Die Untersuchung liefert auch aufschlussreiche Informationen über das Kommunikationsverhalten der Vorstandsvorsitzenden. Diese sprechen in ihren Vorworten selten über Risiken. Im Durchschnitt erwähnen sie lediglich 1,4 von 12 Risiko-Kategorien, und 32% der CEOs genannt überhaupt kein Risiko. Während geopolitische Entwicklungen am häufigsten erwähnt werden (in 54% der Fälle), scheinen Cyber-Vorfälle weniger Aufmerksamkeit zu erhalten, da nur 4% der CEOs sie ansprechen. Besonders eklatant ist, dass der Klimawandel in den Vorworten nur von 2% der CEOs erwähnt wird.

Diese Entwicklung ist beunruhigend, da sie auf eine wachsende Abhängigkeit von externen Faktoren hinweist, während die gefühlte Handlungsfähigkeit der Unternehmen abnimmt. Dies zeigt sich auch darin, dass fünf Risiko-Kategorien in der aktuellen Analyse über der 90-Prozent-Marke liegen; im Vorjahr waren es nur zwei.

Abnehmende Risiken und Chancen

Besonders erwähnenswert ist die signifikante Verringerung in den Bereichen, die operativ stärker beeinflussbar sind. So ist der Fachkräftemangel von 81% auf 74% gesunken, während Produktions- und Lieferengpässe von 73% auf 60% gefallen sind. Auch das veränderte Kundenverhalten hat mit 58% an Relevanz verloren, was möglicherweise auf eine Stabilisierung der Märkte hindeutet.

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In einem weiteren Kontext verweist ein Bericht von stern.de auf die Herausforderungen in großen deutschen Unternehmen. Ein Beispiel ist Volkswagen, das in den letzten zehn Jahren insgesamt 14 Vorstände vorzeitig entlassen hat, wobei diese Abfindungen von rund 100 Millionen Euro zuvor nicht öffentlich gemacht wurden. Solche Maßnahmen verdeutlichen die wachsenden Risiken in der Unternehmensführung und die damit verbundenen finanziellen Belastungen.

Insgesamt zeigt die Analyse der Universität Hohenheim, dass die Unternehmen vor einer Vielzahl von Herausforderungen stehen. Dennoch haben sie in bestimmten Bereichen auch Fortschritte gemacht, was auf eine dynamische und sich entwickelnde Geschäftsumwelt hinweist.