RWTH Aachen führt Deutschlands Hochschulen beim Startup-Gründen an
Heute, am 9.10.2026, richtet sich der Blick in Aachen auf eine Hochschule, die Forschung nicht im Elfenbeinturm lassen will. Deutschland wird für seine Forschungsstärke geschätzt. Für Investoren zählt aber ebenso, ob jemand aus einem Forschungsergebnis ein tragfähiges Geschäftsmodell macht.
Die RWTH Aachen liefert dafür gerade reichlich Gesprächsstoff. Im jüngsten Startup-Monitor des Startup-Verbands steht sie auf Platz eins der gründungsfreundlichsten Hochschulen Deutschlands. Die Universität zu Köln folgt auf Platz zwei. Insgesamt schaffen es drei Hochschulen aus Nordrhein-Westfalen unter die zehn besten – der Gründergeist im Bundesland ist also nicht bloß ein Werbespruch.
Forschung soll den Sprung in den Markt schaffen
Von rund 1.500 befragten Startup-Gründern mit Hochschulabschluss haben 5,7 Prozent an der RWTH Aachen studiert. Die 1870 gegründete Hochschule erobert damit ihren Spitzenplatz aus den vergangenen Jahren zurück. Rektor Ulrich Rüdiger sagt, der „Entrepreneurial Transfer“ sei in der Exzellenzstrategie ausdrücklich als Ziel verankert.
Unterstützung gibt es an mehreren Stellen. Als zentrale Anlaufstelle für Gründungsinteressierte wurde der Collective Incubator eingerichtet. Dazu kommen Gründerevents, darunter 2024 das RWTH Tech Impact Festival. Zwischen Ideen, Gesprächen und vermutlich jeder Menge Kaffee soll dort entstehen, was später vielleicht ein Unternehmen wird.
Das Rheinland ist dabei nicht allein. Hochschulen in München, Berlin, Karlsruhe und Darmstadt bringen ebenfalls regelmäßig viele Gründer hervor. Ihre Gründungsförderung trägt laut dem Artikel dazu bei, dass Investoren 2024 wieder mehr Geld in das deutsche Startup-Ökosystem steckten.
Mehr Gründungen, mehr Technologietransfer
Wie sich solche Entwicklungen über längere Zeit verfolgen lassen, zeigt der Gründungsradar. Seit 2012 erstellt ihn der Stifterverband mit Unterstützung des heutigen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Ziel ist es, Impulse für die Weiterentwicklung der Gründungsförderung an Hochschulen zu geben.
2023 wurden an deutschen Hochschulen 2.927 betreute Gründungen registriert – mehr als 2021. 1.184 davon entfielen auf Wissens- und Technologietransfer, also auf mehr als ein Drittel. 290 dieser Gründungen basierten auf Patenten. Seit 2012 hat sich die Zahl der Gründungen mit Wissens- und Technologietransfer mehr als verdoppelt; auch der Anteil patentbasierter Gründungen ist seither gestiegen.
Die Förderung muss bleiben, wenn das Geld weg ist
Der Gründungsradar 2025 nimmt dafür das Thema „Verstetigung“ in den Blick. Gemeint ist die Umwandlung zeitlich befristeter Förderstrukturen in dauerhafte und tragfähige Strukturen. Das klingt sperrig, entscheidet aber oft darüber, ob ein Angebot nach dem Ende einer Förderperiode einfach verschwindet.
Dazu gehören der Aufbau von Expertise durch erfahrenes Personal, die langfristige Sicherung von Ressourcen und die kontinuierliche Unterstützung durch Hochschulleitungen. Gerade an Orten wie der RWTH Aachen zeigt sich, wie viele Bausteine zusammenspielen: Forschung, Beratung, Veranstaltungen und der Mut, aus einer Idee tatsächlich ein Unternehmen machen zu wollen.
