Die Technische Universität Dresden (TUD) hat einen bedeutenden Schritt zur langfristigen Sicherung von Forschungsdaten aus den Erdsystemwissenschaften unternommen. Im Rahmen des Verbundprojekts „Secure ENDangered Earth Data“ (SEND Earth Data) erhält die Universität eine Förderung von rund drei Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die Dauer von 18 Monaten. Ziel des Projekts ist es, Datensätze zu sichern, deren Verfügbarkeit durch globale politische Entwicklungen in Gefahr gerät.

This initiative wird durch praxisnahe Maßnahmen unterstützt, die sich auf die Datensicherung in den Bereichen Atmosphäre, Wasserkreislauf und feste Erde konzentrieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, Leitfäden für resiliente Dateninfrastrukturen zu erarbeiten sowie rechtliche Handlungsempfehlungen und eine strategische Roadmap für die Datenhoheit zu entwickeln.

Fokus auf Kooperation und nachhaltige Nutzung

Prof. Lars Bernard, der Sprecher von NFDI4Earth und Professor für Geoinformatik an der TUD, hebt die Relevanz des Projekts für die Forschung in den Bereichen Klima, Umwelt und Biodiversität hervor. Neben der TUD sind weitere Partner wie das Deutsche Klimarechenzentrum (DKRZ), die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sowie vier Helmholtz-Institutionen – GEOMAR, GFZ, UFZ und AWI – beteiligt. Diese Institutionen verfügen über umfassende Erfahrungen in der Sicherung gefährdeter Datenbestände und stehen in Kontakt mit internationalen Partnern wie der EPA und NOAA.

Das Projekt nutzt die bestehende Infrastruktur von NFDI4Earth, um gefährdete Datensätze schnell zu sichern. Es zielt darauf ab, nationale Aktivitäten in Einklang mit internationalen Initiativen zu bringen und ein Netzwerk für Datenresilienz zu etablieren. Dieses Netzwerk soll sowohl in Deutschland als auch im europäischen und internationalen Kontext verankert werden.

Die Rolle der NFDI

Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) wurde am 26. November 2018 durch eine Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Nutzungsmöglichkeiten von Daten für Wissenschaft und Gesellschaft zu verbessern. Die DFG und die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) arbeiten hierbei zusammen, um Konsortien zu fördern, die den Zugang zu und die Nutzung relevanter Forschungsdaten gewährleisten und nachhaltig gestalten sollen.

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Konsortien stellen langfristige Zusammenschlüsse von Nutzer*innen und Anbieter*innen dar, die nach Fachgruppen oder Methoden organisiert sind. Jedes Konsortium wird durch einen Sprecher oder eine Sprecherin in der Konsortialversammlung vertreten, die als zentrales fachliches Organ der NFDI fungiert. Darüber hinaus berät der Wissenschaftliche Senat in grundlegenden Fragen zur Weiterentwicklung der NFDI, während das Direktorat mit Hauptsitz in Karlsruhe Handlungsvorschläge erarbeitet und die NFDI nach außen vertritt. Professor Dr. York Sure-Vetter wurde zum 1. März 2020 zum hauptamtlichen Direktor der NFDI ernannt.

Die Vision der NFDI ist es, Daten als gemeinsames Gut für exzellente Forschung in Deutschland zu betrachten. Die Schaffung von Rahmenbedingungen für rechtskonforme, interoperable und nachhaltige Dateninfrastrukturen steht dabei im Vordergrund. Der Fokus liegt auch auf der Ausbildung und Stärkung der Kompetenzen im Umgang mit Daten, um neue Berufswege im Bereich Datenmanagement zu eröffnen.