In der Cafeteria Sport der Universität Regensburg bleibt das Licht aus. Seit dem 20. Juli 2026 ist die Ausgabemensa geschlossen – und auch zum Beginn des Wintersemesters hat sich daran nichts geändert. Der Grund: ein anhaltender Siebenschläferbefall.

Das Studierendenwerk Niederbayern/Oberpfalz (STWNO) erklärt, die erforderlichen Hygienestandards könnten derzeit nicht dauerhaft gewährleistet werden. Mehrere gründliche Grundreinigungen brachten demnach keinen Durchbruch. Schon am folgenden Tag seien im Ausgabebereich wieder Verunreinigungen festgestellt worden. Ein Wiedereröffnungstermin wurde nicht genannt.

Reinigungen, Kammerjäger – und ein Tier auf dem Kantinenwagen

Siebenschläfer haben sich in der Universität Regensburg eingenistet. Die Universitätsleitung nehme die Situation sehr ernst, hieß es in einer internen E-Mail. Darin ist auch von einer Verunsicherung unter den Betroffenen die Rede. Naturschutzbehörden wurden eingeschaltet, doch die Entfernung der Tiere gestaltet sich schwierig.

Selbst ein von der Universitätsleitung beauftragter Kammerjäger konnte den Siebenschläfer laut Bild bislang nicht vertreiben. Eine Mitarbeiterin fotografierte das Tier tagsüber auf einem Kantinenwagen – ein eher ungewöhnlicher Anblick, denn die kleinen Nager sind normalerweise nachts unterwegs.

Das STWNO gibt an, über Monate erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen in den Cafeteriabetrieb investiert zu haben. Gebracht hat das bisher offenbar vor allem eines: viel Aufwand und weiterhin geschlossene Türen.

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Mittagessen gibt es jetzt zehn Gehminuten entfernt

Die Cafeteria befindet sich im Gebäude des Sportzentrums der Universität am Biopark 12. Als Ausgabemensa bot sie täglich zwei warme Gerichte an. Speisen und Preise orientierten sich am Mensaangebot, einschließlich der vergünstigten Preise für Studierende und Mitarbeitende.

Für mehrere Hundert Studierende fällt diese kurze Mittagsstation nun weg. Sie müssen auf andere Einrichtungen ausweichen. Als Möglichkeit nennt das Studierendenwerk die Cafeteria im Bereich Chemie, die ungefähr zehn Gehminuten entfernt liegt – bei sommerlicher Hitze oder knappem Stundenplan ist das nicht gerade ums Eck.

Das STWNO nutzt Cafeterien nach eigenen Angaben, um Wartezeiten in Mensen zu verkürzen und zusätzliche, teils näher gelegene Mittagsangebote bereitzustellen. Genau diese Funktion fehlt am Sportzentrum derzeit.

Warum der Siebenschläfer so schwer loszuwerden ist

Der Siebenschläfer (Glis glis) ist ein kleines Nagetier mit grauem Fell und buschigem Schwanz, das an ein Eichhörnchen erinnert. Große Augen, rundliche und relativ kleine Ohren – insgesamt wirkt das Tier eher putzig. Es wird etwa 32 Zentimeter lang, ungefähr die Hälfte davon entfällt auf den Schwanz.

Tagsüber halten sich Siebenschläfer einzeln oder in kleinen Gruppen in Baumhöhlen oder Nistkästen auf. Aktiv werden sie ausschließlich nachts und sind deshalb selten zu sehen. In Mitteleuropa sind sie gewöhnlich nur von Mai bis Oktober unterwegs; den übrigen Teil des Jahres verbringen sie in selbst gegrabenen Erdhöhlen und halten langen Winterschlaf.

Auf dem Speiseplan stehen hauptsächlich Rinde, Knospen, Blätter, Früchte und Samen von Laubbäumen, insbesondere Eicheln und Bucheckern. Im Spätsommer werden gewöhnlich vier bis sechs Junge geboren. Mit sechs bis sieben Wochen sind die Jungtiere selbstständig, teilweise überwintern sie noch gemeinsam mit der Mutter.

Das Verbreitungsgebiet reicht von Nordspanien bis zum Kaukasus. In Deutschland kommen Siebenschläfer überwiegend südlich der Mittelgebirge vor. Sie bewohnen Laub- und Mischwälder mit dichtem Eichen- und Buchenbestand, außerdem Parks, Obstgärten und Weingärten. Als Kulturfolger tauchen sie häufig auch in Ortschaften auf und leben dort meist auf Dachböden – egal, ob ein Gebäude bewohnt ist oder leer steht.

Nagespuren, Kot und nächtlicher Lärm weisen auf ihre Anwesenheit hin. Besonders in der Nähe von Wäldern können sich die Tiere auf Dachböden oder zwischen Dachbalken ansiedeln. Durch ihre geringe Körpergröße passen sie durch viele schwer verschließbare Öffnungen. In Häusern verursachen sie dann ähnliche Probleme wie Hausmäuse oder Wanderratten: Sie können elektrische Leitungen annagen, Lebensmittel verschmutzen und nachts erheblichen Lärm machen. Kot und Urin können zudem Fliegen und andere Schädlinge anlocken.

Einfach zugreifen und das Tier entfernen geht allerdings nicht. Siebenschläfer gehören in Deutschland zu den gesetzlich besonders geschützten Tierarten. Eine Bekämpfung ist normalerweise nicht erlaubt und nur in besonders begründeten Ausnahmefällen möglich. Dafür muss die zuständige Naturschutzbehörde im Einzelfall eine Ausnahmegenehmigung erteilen; wer einen Siebenschläfer ohne entsprechende Genehmigung tötet, macht sich strafbar.

Bei Problemen in Wohnhäusern oder Unternehmen wird empfohlen, ein Schädlingsbekämpfungsunternehmen einzuschalten. Solche Fachbetriebe können zu Schutz- und Vergrämungsmaßnahmen beraten, die zuständigen Behörden einbeziehen und Siebenschläfer tierschutzgerecht vergrämen oder lebend fangen. An der Universität Regensburg bleibt der Kantinenwagen jedenfalls vorerst ein ungewöhnlicher Beobachtungsplatz.