Melina Kramer hat eine bemerkenswerte akademische Laufbahn eingeschlagen, die sich über zwei Universitäten erstreckt. Sie studiert Lehramt mit den Fächern Biologie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Geografie an der Universität Bremen. Dieses besondere Modell ermöglicht es ihr, eine Fächerkombination anzustreben, die an ihrer Heimatuniversität nicht vollständig angeboten wird. Ihre Entscheidung, sich für das Lehramt und insbesondere für Biologie zu engagieren, fiel früh. Später erkannte sie, dass Geografie als Zweitfach eine wertvolle Ergänzung darstellen würde, weshalb sie sich an mehreren Universitäten in Niedersachsen bewarb.
Die Wahl von Oldenburg war nicht zufällig; die Universität bietet seit 2015 ein Kooperationsstudium, das Studierenden ermöglicht, Fächer an der jeweils anderen Institution zu belegen. Lehramtsstudierende der Universität Oldenburg können Französisch, Spanisch und Geografie in Bremen studieren, während Studierende aus Bremen in Oldenburg Zugang zu Fächern wie Niederlandistik, Slavistik oder „Materielle Kultur: Textil“ haben. Diese spezielle Form des Studiums erfordert jedoch einen erhöhten organisatorischen Aufwand, den Melina mit Disziplin und Unterstützung von Kommilitonen meistert, um ihre Reisen zwischen den Universitäten zu koordinieren. Im Schnitt benötigt sie über eine Stunde für den Transport.
Die Herausforderungen des Kooperationsstudiums
Aktuell sind 196 Kooperationsstudierende aktiv, wovon über 150 an der Universität Oldenburg eingeschrieben sind. Melina hat in den letzten Jahren auch die Möglichkeit genutzt, die Reisezeiten für das Lernen zu nutzen, was sie auf die Herausforderung vorbereitet hat, manchmal an einem Tag zwei Prüfungen an verschiedenen Orten abzulegen. Sie schätzt die Unterschiede im Campus-Klima und die unterschiedlichen Studienansätze beider Universitäten.
In Oldenburg ist die Tradition der Lehrkräftebildung tief verwurzelt; seit der Universitätsgründung im Jahr 1973 haben 41 % der Studierenden in Oldenburg Lehramtsziele. An der Universität Bremen hingegen machen Lehramtsstudierende lediglich 13 % der Gesamtstudierendenschaft aus. Das Kooperationsstudium ist in verschiedene Versionen unterteilt, wobei für künftige Lehrkräfte die erste Version von Bedeutung ist. Diese erlaubt die Auswahl von Fächern, die an der jeweils anderen Universität nicht zur Verfügung stehen, und sorgt so für eine umfassendere Ausbildung.
Ein Blick auf die Struktur des Lehramtsstudiums
Das Lehramtsstudium für Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (HRSGe) umfasst eine Kombination von zwei Fächern, die jeweils 60 Leistungspunkte und Bildungswissenschaften mit weiteren 60 Leistungspunkten umfasst. Im Rahmen dieser Studienstruktur ist ein Abschluss als Master of Education vorgesehen, der spezielle Optionen wie Integrierte Sonderpädagogik, sofern eine der Wahlfächer Germanistik oder Mathematik beinhaltet, ermöglicht. Die angehenden Lehrer*innen können aus einer breiten Liste von Fächern wählen, die von Anglistik über Biologie bis hin zu Sozialwissenschaften reichen.
Zusammenfassend zeigt Melina Kramers Studienweg nicht nur die Möglichkeiten des interdisziplinären Lernens, sondern auch die Herausforderungen, mit denen Studierende in diesem anspruchsvollen und dynamischen Bildungsumfeld konfrontiert sind. Das Kooperationsstudium ist nicht nur ein Modell der Wissensvermittlung, sondern auch eine Quelle der Inspiration für die künftige Lehrerbildung in Niedersachsen. Weitere Informationen über das Kooperationsstudium sind auf der Webseite der Universität Oldenburg zu finden, die auch Details zu anderen Versionen des Programms für nicht-lehramtsbezogene Studiengänge bereitstellt.
Für interessierte Studierende ist die frühe Beratung über die allgemeinen und gegebenenfalls fachspezifischen Zulassungsvoraussetzungen für den Master of Education entscheidend, besonders für diejenigen, die überlegen, in das Kooperationsprogramm einzusteigen.