Am 8. Juli 2026 hat die Forschung zur Entscheidungsfindung und deren Bedeutung im Selbstmanagement neue Dimensionen erreicht. Robin Matz, Mitarbeiter am Zentrum für Wissenschaftsdidaktik, hebt hervor, dass die Herausforderungen, mit denen Studierende während der Pandemie konfrontiert waren, nicht nur mit Studieninhalten oder intellektuellen Fähigkeiten zusammenhingen. Vielmehr lag der Fokus auf Schwierigkeiten in der Selbstorganisation und beim Selbststudium, die durch die Schnelllebigkeit der Zeit verstärkt wurden. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, haben Matz und Prof. Dr. Stefan Winter das Modul „Selbstmanagement“ für Bachelorstudierende in Management und Economics entwickelt, das im Wesentlichen auf Verhaltensökonomie, Gehirnforschung und Psychologie basiert.

Das Modul, das dreizehn 90-minütige Vorlesungen umfasst, behandelt eingehend Themen des Selbstmanagements. Besonders bemerkenswert ist die hohe Nachfrage: Mit 500 Anmeldungen zur Klausur stellte das Kursangebot einen Rekord auf. Studierende berichteten von nachhaltigen Veränderungen in ihrem Verhalten und äußerten Dankbarkeit für die vermittelten Inhalte. Matz und Winter unterscheiden innerhalb des Kurses zwischen fünf Entscheidungssystemen und leiten daraus praktische Handlungsempfehlungen ab.

Neuroscience und Entscheidungsfindung

Im Kontext der Entscheidungsfindung haben aktuelle Fortschritte in der Neurowissenschaft und Verhaltensökonomie erhebliche Einblicke in Denkprozesse im Gehirn ermöglicht. Projekte wie BRAINCODES, unterstützt vom Europäischen Forschungsrat, untersuchen, wie Entscheidungsfindung möglicherweise durch soziale und psychiatrische Störungen beeinträchtigt wird. Zudem wird untersucht, wie biologische und neuronale Mechanismen Entscheidungen beeinflussen, was grundlegende Erkenntnisse über menschliches Verhalten offenbart.

Christian Ruff, Professor für Neuroökonomie, setzt moderne Methoden wie Multimodale Bildgebung und EEG ein, um neuronale Aktivitäten bei der Entscheidungsfindung zu analysieren. Seine Forschung zeigt deutlich, dass individuelle Unterschiede in Gehirnprozessen strategische soziale Entscheidungen beeinflussen. Hierbei werden unter anderem mathematische Modelle verwendet, um die Motive hinter Entscheidungsverhalten abzuleiten.

Einfluss auf Selbstmanagement und Gesellschaft

Die Erkenntnisse der Neurowissenschaft sind nicht nur für die Forschung von Bedeutung, sondern auch für praktische Anwendungen im Selbstmanagement. Das Institut für Selbstmanagement GmbH, gegründet im Juni 2025, führt Workshops und Coachings durch, die den Fokus auf Gewohnheitsbildung und Unterbrechungsmanagement legen. Dabei werden auch Online-Kurse angeboten, die eine hohe Nachfrage erfahren. RUB-Studierende erhalten über Moodle Zugang zu nützlichen Tipps und Tools.

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Matz teilt zudem drei wesentliche Tipps für Studierende, um Selbstmanagement zu stärken. Der erste Hinweis betont die Nutzung des „Unterbrechungseffekts“ beim Studienstart, um konstruktive Routinen zu etablieren. Ferner empfiehlt er die Formulierung konkreter „Implementierungsintentionen“ sowie die Kontrolle der „Auslösereize“, die oft durch Smartphones bedingt sind.

Zusammenfassend zeigt die interdisziplinäre Erforschung der Entscheidungsfindung, dass Antworten auf komplexe Fragen oft in den Verflechtungen von Psychologie, Verhaltensökonomie und Neurowissenschaften zu finden sind. Diese Untersuchungen sind entscheidend für die Entwicklung von Technologien und Strategien zur Verbesserung der Entscheidungsfindung sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene. Emotionsbasierte und rationale Überlegungen sind stark miteinander verknüpft, was die Gestaltung von Entscheidungsumgebungen und wirksamen Nudges für verantwortungsvolles Handeln beeinflusst.