Studierende erforschen Gehirn und Hormone: Einblicke ins EEG-Labor!
Im EEG-Labor der Fakultät für Psychologie an der Fernuniversität Hagen haben vier Studierende ein dreimonatiges Pflichtpraktikum absolviert, das ihnen die Möglichkeit bietet, tiefere Einblicke in die psychologische Forschung zu gewinnen. Unter der Anleitung von Doktorandin Rabea Liebram, die selbst im Lehrgebiet Allgemeine Psychologie von Prof. Roman Liepelt tätig ist, werden die Praktikant:innen darauf vorbereitet, an einer Studie zu hormonellen Einflüssen auf kognitive Leistungen teilzunehmen. Die Elektroenzephalographie (EEG) wird dabei verwendet, um die elektrischen Aktivitäten des Gehirns zu messen und das Verständnis für die Zusammenhänge zwischen biochemischen Veränderungen und kognitiven Prozessen zu vertiefen, wie fernuni-hagen.de berichtet.
In einigen Wochen werden die tatsächlichen Messungen mit Proband:innen beginnen, was den Studierenden die Möglichkeit gibt, ihre theoretischen Kenntnisse in der Praxis anzuwenden. Die Studierende Michèle Hettig, die bereits Vorerfahrung im EEG-Praktikum hat, möchte ihre Aktivitäten als Präventionstrainerin mit ihrem Psychologiestudium verbinden. Frank Tercan, ein Flugbegleiter, zeigt Interesse an der Verbindung von Theorie und Forschung und sieht im Praktikum eine wertvolle Gelegenheit, sich in diesem Bereich weiterzuentwickeln.
Forschungsinhalte und Methodik
Die bevorstehende Studie mit dem Titel „Kognition und digitales Arbeiten“ untersucht, wie hormonelle Veränderungen die kognitive Leistung beeinflussen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Aspekten wie Handlungskontrolle, Konzentration und Entscheidungsverhalten. Diese Erkenntnisse könnten sowohl zur Grundlagenforschung als auch zur Anwendung in der Gesundheitsforschung und im Bereich der digitalen Arbeitswelt wertvolle Impulse liefern. Begleitet wird das Projekt von Dr. Alina Bockshecker, einer Postdoktorandin am BWL-Lehrstuhl, die die Auswirkungen weiblicher hormoneller Veränderungen auf die digitale Arbeit erforscht. fernuni-hagen.de führt an, dass die Praktikant:innen unter der Aufsicht von Rabea Liebram und Dr. Sven Hoffmann zwölfmal im EEG-Labor arbeiten werden, um die Messungen vorzubereiten und die Datenqualität zu kontrollieren.
Innere Zusammenhänge zwischen kognitiven Fähigkeiten und Gehirnaktivität wurden bereits in einer nicht verwandten Studie untersucht. Hierbei wurde der Zusammenhang zwischen Gehirnnetzwerken und kognitiven Fähigkeiten bei Personen mit Epilepsie beleuchtet. Es stellte sich heraus, dass Gehirnnetzwerke optimal in einem kritischen Zustand zwischen Ordnung und Unordnung funktionieren. Interessanter Weise zeigen die Ergebnisse, dass Abweichungen von diesem optimalen Zustand, insbesondere als Reaktion auf Epilepsie-typische Hirnaktivität, die kognitive Leistung negativ beeinflussen können. Diese Resultate verdeutlichen, wie empfindlich das Zusammenspiel von Hirnaktivität und kognitiver Leistungsfähigkeit ist, wie charite.de erläutert.
Praktische Erfahrungen für Studierende
Die Praktikant:innen, darunter auch Jaenette Dombrowski, möchten die Gelegenheit nutzen, neue berufliche Perspektiven kennenzulernen und gezielt in der Forschung mitzuarbeiten. Tina Rosenbaum beschreibt das Praktikum als eine lange erhoffte Chance zur aktiven Mitwirkung in der Forschung. Die Vorbereitungen im EEG-Bootcamp haben den Studierenden bereits grundlegende Kompetenzen vermittelt, um im Umgang mit Proband:innen zu agieren und die Verantwortung für die wissenschaftlichen Abläufe zu übernehmen.
Insgesamt könnte das interdisziplinäre Projekt „Kognition und digitales Arbeiten“ einen bedeutsamen Beitrag zu unserem Verständnis der Zusammenhänge zwischen hormonellen Schwankungen und kognitiven Leistungen leisten, was sowohl für die psychologische Forschung als auch für praktische Anwendungen von hoher Relevanz ist.
