Studierende ernten Wissen auf dem nachhaltigen CampusAcker in Berlin!
In einem innovativen Projekt an der Leuphana Universität wird aktuell in einem rund 50 Quadratmeter großen Areal der CampusAcker bewirtschaftet. Dieser Acker fungiert nicht nur als Anbaufläche, sondern auch als praxisnaher Lernort für angehende Grundschullehrkräfte. Die Studierenden sind seit dem Beginn des Sommersemesters aktiv an der Arbeit beteiligt und lernen hier wertvolle Prinzipien der nachhaltigen Landwirtschaft. Der Anbau erfolgt ohne den Einsatz von Pestiziden; stattdessen wird auf biologische Schädlingsbekämpfung gesetzt, indem unter anderem selbst angesetzter Brennnesselsud verwendet wird. Diese nachhaltige Praxis soll zukünftigen Lehrkräften helfen, ein Bewusstsein für ökologische Themen zu entwickeln.
Laima Franke, eine studentische Mitarbeiterin, sammelte kürzlich Kartoffelkäfer, was die praktische Arbeit auf dem CampusAcker verdeutlicht. Die Studierenden kultivieren verschiedene Gemüsesorten, darunter Palmkohl, Kartoffeln, Mangold, Kohlrabi, Zucchini und Ringelbeete. In Seminaren, die sich auf die Fächer Sachunterricht und Biologie konzentrieren, wird Theorie mit praktischen Erfahrungen verknüpft. Diese Methodik ist Teil der CampusAckerdemie, die seit März 2026 initiiert wurde und bundesweit an 14 Hochschulstandorten von Acker e.V. umgesetzt wird. Acker e.V. unterstützt die Studierenden sowohl bei der Organisation als auch mit begleitenden Materialien.
Bildung durch Praxis
Die CampusAckerdemie verfolgt das Ziel, die Studierenden auf die Vermittlung nachhaltiger Ernährung und praktischer Kenntnisse im Gemüseanbau vorzubereiten. Ackercoach Katja Frielinghaus spielt eine zentrale Rolle in diesem Bildungsprozess, indem sie die Seminare begleitet und den Studierenden Anleitung zur Pflanzenpflege bietet. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Programms ist der gesamte Weg der Lebensmittel, den die Studierenden kennenlernen – angefangen beim Anbau über die Ernte bis hin zu den Verarbeitungstechniken nach der Ernte. Solches Wissen ist entscheidend, um in Grundschulen und Kitas ein Verständnis für die Herkunft von Nahrungsmitteln zu fördern.
Hinter den Projekten wie dem CampusAcker steht ein umfassendes Anliegen, das globaler Natur ist. Laut Informationen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist Landwirtschaft von zentraler Bedeutung für die globale Wirtschaft und versorgt Milliarden von Menschen mit Nahrung und Lebensunterhalt. Besonders Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die 70 bis 80 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe weltweit betreiben, stehen häufig unter Druck. Sie kämpfen gegen zu geringe Preise und oft ungünstige Marktbedingungen. Um ihre Situation zu verbessern, sind Schulungen in nachhaltigen Anbaupraktiken sowie Zugang zu Finanzdienstleistungen und Marktinformationen erforderlich.
Nachhaltige Agrarlieferketten
Die enge Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Institutionen bringt nicht nur Bildungsbenefite, sondern könnte auch positive Effekte auf die weltweiten Agrarlieferketten haben. Eine nachhaltig gestaltete Landwirtschaft kann nicht nur die Zukunftsaussichten von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern verbessern, sondern auch Unternehmen gewährleisten, dass sie langfristig Zugang zu hochwertigen Rohstoffen haben. Um diese Ziele zu erreichen, arbeiten Politik und Wirtschaft an Bedingungen, die eine nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft fördern. Projekte wie die CampusAckerdemie sind Schritte in die richtige Richtung, um das Bewusstsein und die Fähigkeiten der nächsten Generation in der Agrarwirtschaft zu schärfen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass durch die praxisorientierte Ausbildung am CampusAcker nicht nur das Wissen der Studierenden gefördert wird, sondern auch ein kleiner Beitrag zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft auf globaler Ebene geleistet wird. Damit wird nicht nur die Bildung gestärkt, sondern auch ein Schritt in Richtung einer verantwortungsvollen Lebensmittelproduktion gemacht, die sowohl den Bedürfnissen der Konsumenten als auch der Produzenten gerecht wird.
