Am 18. Mai 2026 wurde an der Technischen Universität Dresden (TUD) eine feierliche Eröffnung von zwei hochmodernen Forschungslaboren vollzogen: dem „Quantum Communication, Computing, and Sensing Lab“ sowie einem innovativen Holodeck. Diese Einrichtungen sind Teil der strategischen Ausrichtung der TUD, um den Fortschritt in den Bereichen Quantenkommunikation und Mensch-Maschine-Interaktion voranzutreiben.
Das „Quantum Communication, Computing, and Sensing Lab“ hat sich das Ziel gesetzt, die Integration von Quantenkommunikation, Quantencomputing und Quantensensorik voranzubringen. Der interdisziplinäre Ansatz soll neue Architekturen für zukünftige Kommunikationssysteme entwickeln, die für kommerzielle Anwendungen nutzbar sind. Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die Nutzung von verschränkter Kommunikation, fortgeschrittene Codierungsstrategien und neuartige Informationsverarbeitungstechniken. Zudem wird an der Kombination von Quantensystemen mit der bestehenden Netzinfrastruktur, wie etwa 5G, gearbeitet. Dies erfolgt im Kontext einer steigenden Bedeutung von Quantenkommunikation, die gemäß einer Fördermaßnahme der Bundesregierung als Schlüsseltechnologie zur Stärkung der Cybersicherheit betrachtet wird.
Innovatives Holodeck eröffnet
Ebenfalls eröffnet wurde das Holodeck, das von der TUD inspiriert von Science-Fiction-Serien wie „Raumschiff Enterprise“ entwickelt wurde. Diese Einrichtung bietet eine vollständige LED-basierte Immersionsumgebung, in der Nutzer ohne VR-Brille in digitale Welten eintauchen können. Die Panorama-Bildschirme, die Wände, Decke und Boden bedecken, ermöglichen eine Vielzahl von Anwendungsszenarien. So kann beispielsweise der Physikunterricht revolutioniert werden, indem Schüler mit historischen Figuren wie Albert Einstein interagieren und wissenschaftliche Konzepte in immersiven Szenarien erleben.
Das Holodeck kann auch zur Unterstützung von Chirurgen in OP-Simulationen und zur Zusammenarbeit von Designern in virtuellen Räumen eingesetzt werden. Mit einem Budget von rund 1,5 Millionen Euro aus Forschungsförderprogrammen wird die technische Umsetzung in Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Transfer-Hub 6G-life und dem Exzellenzcluster CeTI realisiert. Darüber hinaus sind noch Einschränkungen in der Nutzung zu beachten, wie das Tragen spezieller Schuhe und eine begrenzte Bewegungsfreiheit für Nutzer.
Unterstützung durch Bund und Land
Die feierliche Eröffnung der Labore fand im Beisein von Rektorin Professorin Ursula M. Staudinger und Professor Frank Fitzek statt. Beide betonten die Bedeutung dieser Einrichtungen für die zukünftige Forschung und Entwicklung in Deutschland. Das Projekt erhält Unterstützung vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie dem Freistaat Sachsen.
Die Forschungsarbeiten an der TUD sind Teil eines größeren Ziels: die IT-Sicherheit in einer digital vernetzten Gesellschaft zu erhöhen und marktreife Lösungen im Bereich Quantenkommunikation zu entwickeln. Diese Anstrengungen zielen darauf ab, Deutschland eine Spitzenposition in der Quantenkommunikationstechnologie zu sichern und kritische Abhängigkeiten von ausländischen Herstellern zu vermeiden.
In diesem Kontext sollen Forschungsvorhaben einen Transfer von Know-how aus der Grundlagenforschung in die Industrie ermöglichen und innovative, anwendungsnahe Quantenkommunikationslösungen entwickeln. Einsendeschluss für Projektskizzen ist der 31. März 2025 sowie der 30. November 2025 und 30. November 2026. Ziel ist es, ein robustes Innovations- und Wertschöpfungssystem im deutschen und europäischen Raum zu errichten.