Am 3. Juli 2026 sucht das Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit der Ruhr-Universität Bochum Teilnehmer für eine neue Therapiestudie. Die Studie richtet sich an Erwachsene, die Schwierigkeiten in der zwischenmenschlichen Interaktion haben und an psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Ängsten oder Persönlichkeitsstörungen leiden. Ein wesentlicher Vorteil: Eine offizielle Diagnose ist nicht notwendig, um an der Studie teilnehmen zu können. Interessierte, die sich nicht derzeit in psychotherapeutischer Behandlung befinden, können sich per E-Mail an Kiesler-Kreis-Training@ruhr-uni-bochum.de wenden.

Ein unverbindliches Telefonscreening ist erforderlich, bevor eine Diagnosestellung durch das Studienteam erfolgt. Die Therapie umfasst insgesamt 12 Sitzungen, jede mit einer Dauer von 100 Minuten. Durch die Teilnahme haben die Betroffenen die Möglichkeit, eine störungsspezifische Therapie mit einer reduzierten Wartezeit zu erhalten.

Der Kiesler-Kreis und seine Anwendungen

Das verwendete Therapieformat ist das Kiesler-Kreis-Training, welches speziell zur Behandlung chronischer Depressionen entwickelt wurde. Dieses Training berücksichtigt die Wechselwirkungen zwischen interpersonellen Verhaltensmustern und zielt darauf ab, dysfunktionales Verhalten zu verändern. Entwickelt wurde das Modell von Donald Kiesler und ist in der Praxis darauf ausgelegt, verschiedene psychische Probleme zu adressieren, darunter soziale Phobien und Borderline-Persönlichkeitsstörungen.

Das dazugehörige Therapiemanual, das unter dem Titel Kiesler-Kreis-Training. Manual zur Behandlung interpersoneller Probleme im Beltz Verlag (2019) erschienen ist, stellt eine umfassende Ressource dar. Es enthält fünf Module, die sich auf die Themen Kommunikation, Konfliktbewältigung und Empathie konzentrieren. Die Module bieten eine detaillierte Struktur für Therapiegruppen, die typischerweise aus acht Patienten und zwei Therapeuten bestehen.

Praktische Anwendung und Evaluation

Das Manual, verfasst von Kathrin Johanna Bude, Anne Guhn, Stephan Köhler und Eva-Lotta Brakemeier, umfasst praktische Übungen, Rollenspiele und spezifische Anleitungen zur Veränderung interpersoneller Probleme. Die Evidenz für die Wirksamkeit dieses Trainings wird durch die Auswertung von Therapiefortschritten in verschiedenen Anwendungsgruppen unterstützt. Die Durchführung kann sowohl in Einzel- als auch in Gruppensettings erfolgen, was besonders wertvoll für die Flexibilität in der Therapie ist.

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Eine Rezension von Dr. Winfried Leisgang hebt hervor, dass das Manual praktische Anleitungen bietet und für Therapeuten geeignet ist, die mit interpersonellen Schwierigkeiten ihrer Patienten arbeiten. Eine therapeutische Zusatzausbildung wird jedoch empfohlen, um das Training effektiv einsetzen zu können.

Die Durchführung des Kiesler-Kreis-Trainings hat sich als vorteilhaft herausgestellt, insbesondere in Bezug auf die signifikanten Veränderungen des interpersonellen Verhaltens bei den Teilnehmern. Studien zeigen, dass die Therapie bei Depressionen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen und sozialen Phobien zu nachhaltigen Verbesserungen führen kann.

Insgesamt bietet das Kiesler-Kreis-Training ein vielversprechendes Therapieangebot für Menschen, die Unterstützung bei ihren zwischenmenschlichen Herausforderungen benötigen. Der unverbindliche Zugang zur Studie könnte eine wertvolle Chance für viele darstellen, die auf der Suche nach effektiven Behandlungsmöglichkeiten sind.