Professor Michael Kühl wurde am 1. Oktober 2026 zum neuen Präsidenten der Universität Ulm gewählt. Er tritt die Nachfolge von Professor Michael Weber an, der am 30. September in den Ruhestand geht. Kühl wurde in einer Sitzung des Universitätsrats und Senats mit überwältigender Mehrheit im ersten Wahlgang gewählt. Der neue Präsident hat eine langjährige Verbindung zur Universität Ulm, denn seit 1995 ist er dort tätig und wurde 2006 zum Professor auf Lebenszeit ernannt. Aktuell bekleidet er das Amt des Vizepräsidenten für Kooperationen sowie die Leitung des Instituts für Biochemie und Molekulare Biologie.
Kühl stellte sich im Hörsaal des Trainingshospitals TTU den Gremien und der Hochschulöffentlichkeit vor. In seiner Antrittsrede betonte er, dass er auf der erfolgreichen Entwicklung der Universität Ulm aufbauen möchte, um Herausforderungen wie stagnierende Studierendenzahlen und die wachsende Skepsis gegenüber der Wissenschaft anzugehen. „Wir müssen die Forschung strategisch ausrichten“, erklärte Kühl, während er insbesondere die Bereiche Quantenkryptographie und Traumaforschung ins Auge fasste.
Neue Studiengänge und internationale Kooperationen
Ein besonders hervorzuhebendes Vorhaben ist die geplante Einrichtung eines neuen Studiengangs Pharmazie, der aufgrund der hohen Nachfrage ins Leben gerufen werden soll. Außerdem plant der neue Präsident, die KI-Kompetenz als festen Bestandteil des Curriculums zu integrieren. Ein weiterer Schwerpunkt seines Programms ist die Intensivierung der Bemühungen um ausländische Studierende, unter anderem durch die Einführung bilingualer Studiengänge.
Kühl möchte auch den Wissenstransfer an der Universität stärken, um transferfähige Forschungsergebnisse sichtbarer zu machen. Dazu soll der Entrepreneurs Campus in ein Technology Transfer Office weiterentwickelt werden. Dies ist besonders wichtig, um die Brücke zwischen Wissenschaft und Industrie zu schlagen.
Betonung einer aktiven Hochschulkultur
Der neue Präsident hebt zudem die Bedeutung einer aktiven Hochschulkultur und eines positiven Miteinanders hervor. Diese Aspekte spielen eine zentrale Rolle für die Zukunft der Universität und deren Einfluss auf die Gesellschaft. Kühl bringt umfassende Erfahrungen aus verschiedenen Ämtern innerhalb und außerhalb der Universität mit, darunter seine Tätigkeit als Studiendekan der Molekularen Medizin und seine Mitgliedschaft im Senat.
Die Wahl von Professor Kühl wurde von einer Findungskommission vorbereitet, die insgesamt 14 Bewerbungen erhielt. Er war der einzige Kandidat, der zur Wahl vorgeschlagen wurde. Die Amtszeit des neuen Präsidenten beträgt sechs Jahre und wirft einen optimistischen Ausblick auf die kommenden Herausforderungen und Chancen für die Universität Ulm.
Die Universität Ulm strebt, ähnlich wie viele andere Hochschulen, die Teilnahme an der Exzellenzstrategie an. Diese Förderung wird über ein Expertengremium bewertet, das aus 39 Wissenschaftlern besteht. Die Kommission stellt sicher, dass die Anträge auf Basis fachwissenschaftlicher Begutachtungen beurteilt werden, um Exzellenzcluster und -universitäten nachhaltig zu fördern. Die Entscheidungskommission besteht nicht nur aus Experten, sondern auch aus den für Wissenschaft zuständigen Ministerinnen und Ministern des Bundes und der Länder, was die Wichtigkeit der Verknüpfung von Wissenschaft, Hochschulmanagement und Politik unterstreicht. Auf diese Weise wird die Universität Ulm unterstützt, ihre Position im Wettbewerbsumfeld zu stärken, wie dfg.de ausführt.