Die Universität Ulm kann sich über einen doppelten Erfolg in der Alternsforschung und der nachhaltigen Wasserstoffherstellung freuen. Dies wurde heute bekannt, als die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Verlängerung zweier Sonderforschungsbereiche (SFB) der Universität bekannt gab. Dies betrifft sowohl den SFB 1506 mit dem Titel „Alterung an Schnittstellen“ als auch den SFB/TRR 234 „CataLight“.
Der SFB 1506 stellt sich der Herausforderung, die molekularen Mechanismen der biologischen Alterung zu untersuchen. Ziel ist es, Alterungsprozesse aufzuhalten und altersbedingte Erkrankungen zu verhindern. Fokus liegt hierbei auf vitalen Organen wie Gehirn, Haut, Lunge und Knochen sowie auf Stammzellen und dem Immunsystem. Die DFG fördert den SFB bis Ende 2029 mit rund 14 Millionen Euro.Universität Ulm berichtet, dass die Ergebnisse des SFB angesichts des demographischen Wandels, der einen Anstieg alterungsassoziierter Erkrankungen mit sich bringt, als besonders relevant eingestuft werden.
Innovationen in der Wasserstoffforschung
Ebenso erfreulich ist die Nachricht über den SFB/TRR 234 „CataLight“, der die dritte Förderphase erreicht hat. Das Projekt widmet sich der lichtgetriebenen Katalyse zur nachhaltigen Wasserstoffherstellung. Die DFG stellt dafür 12,3 Millionen Euro zur Verfügung. Im Mittelpunkt steht der chemische Prozess, bei dem Wasser durch Sonnenlicht in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten wird. CataLight wird seit 2018 gefördert und hat bereits bedeutende Erfolge erzielt, darunter die Integration photokatalytischer Prozesse in polymere Materialien und die Entwicklung von selbstreparierenden Photosystemen sowie innovativen „Solarbatterien“.
In der kommenden Förderphase wird die Verknüpfung katalytischer Teilprozesse angestrebt. An diesem interdisziplinären Projekt sind mehrere namhafte Institutionen beteiligt, darunter die Universitäten Ulm, Jena, Wien, Mainz, Oldenburg sowie Max-Planck-, Helmholtz- und Leibniz-Institute. Universitätspräsident Professor Michael Weber äußerte seinen Dank an die beteiligten Wissenschaftler, die sich in diesen wegweisenden Forschungsbereichen engagieren.
Ausbildung neuer Generationen von Forschern
Parallel zu diesen Forschungsinitiativen wird auch die Ausbildung der nächsten Generation von molekularen Alternsforschern gefördert. Das Graduiertenkolleg „Zelluläre und molekulare Mechanismen des Alterns (CEMMA)“, das von der DFG unterstützt wird, zielt darauf ab, junge Wissenschaftler im Bereich der Alternsforschung auszubilden. Das strukturierte, international ausgerichtete Programm bietet Doktoranden einen umfassenden Rahmen von wissenschaftlichen Projekten bis hin zu einem definierten Trainingsprogramm.
CEMMA legt besonderen Wert auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Das Curriculum umfasst auch Unterrichtsmodule zu Modellsystemen der Alternsforschung, die in enger Kooperation mit der International Graduate School in Molecular Medicine Ulm (IGradU) entwickelt werden. Die Absolventen haben die Möglichkeit, einen PhD oder Dr. rer. nat. zu erwerben, was ihre Karrierechancen in diesem wichtigen Forschungsfeld erheblich steigert. Diese Maßnahmen sind Teil eines größeren Bestrebens, die Mechanismen der Alterung und deren Prävention als künftigen Mega-Trend in unserer Gesellschaft zu etablieren.DFG hat die Notwendigkeit solcher Initiativen hervorgehoben, um den demographischen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen.