Am 30. Juni 2026 wurde Dr. Alexandra Niedermayer für ihre innovative Forschung im Bereich der Kinderonkologie mit dem Franziska-Kolb-Preis der Stiftung der Universität Ulm ausgezeichnet. Der prestigeträchtige Preis ist mit 8000 Euro dotiert und honoriert herausragende wissenschaftliche Arbeiten junger Forscher im Bereich der Leukämieforschung. Dr. Niedermayer, die erst 32 Jahre alt ist, widmet sich an der Ulmer Kinder- und Jugendklinik der Erforschung aggressiver Blutkrebsarten, insbesondere der Akuten Lymphoblastischen Leukämie (ALL).

Ein zentraler Aspekt ihrer Forschung ist der personalisierte Behandlungsansatz, den sie durch das Verfahren des „drug response profiling“ (DRP) entwickelt hat. Dieses Verfahren analysiert, wie genetische Veranlagungen und molekulare Eigenschaften das Ansprechen auf Medikamente beeinflussen. So konnte eine Therapie mit dem Medikament Venetoclax bei einem zehnjährigen Patienten mit therapierefraktärer ALL erfolgreich eingesetzt werden. Die Leukämiezellen des Kindes verschwanden vollständig, was letztlich eine Stammzelltransplantation ermöglichte. Seither ist der Patient in dauerhafter Remission.

Fokus auf personalisierte Therapien

Dr. Niedermayer ist zudem Teil einer Forschungsgruppe, die weitere personalisierte Therapieansätze für verschiedene Leukämie-Formen entwickeln möchte. Der ausgezeichnete Preis wird teilweise an den Förderkreis für tumor- und leukämiekranke Kinder Ulm e.V. gespendet. Diese Initiative unterstützt Familien und junge Patienten in ihrer schweren Zeit.

Darüber hinaus fördern andere Institutionen wie das Ulmer Universitätsklinikum personalisierte Therapien für die Akute Myeloische Leukämie (AML), die häufigste akut verlaufende Leukämieform in Deutschland. Ältere Patienten können oft nicht mit intensiver Chemotherapie behandelt werden, weshalb neuartige Ansätze von großer Bedeutung sind. In aktuellen Studien zeigte sich, dass die Kombination von Azacitidin und Ivosidenib bei Patienten mit spezifischen Gen-Mutationen signifikant bessere Therapieergebnisse liefert. Professor Dr. Hartmut Döhner leitet diese international beachteten Forschungsgänge, die zu einer dreifachen Überlebenszeitverlängerung führen können.

Forschung als Antwort auf individuelle Krankheitsprofile

Die Bedeutung der molekularen Diagnostik wird im Kontext der Krebsbehandlung immer deutlicher. Ärzte am Comprehensive Cancer Center Augsburg setzen Sequenzierungstechnologien ein, um die DNA von Tumoren zu analysieren. Solche Technologien ermöglichen eine präzise, individuelle Behandlung von Patienten, die über die Standardtherapien hinausgeht.

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Fortschritte in der Gensequenzierung und molekularen Diagnostik helfen nicht nur, Tumore besser zu charakterisieren, sondern auch, individuell zugeschnittene Behandlungsstrategien zu entwickeln. Dies ist besonders relevant, da Tumoren häufig unter Therapie Veränderungen durchlaufen, was eine Anpassung der Behandlung notwendig macht. Die rechtzeitige Erkennung von Tumorwiederauftreten kann durch molekulare Methoden sogar schneller erfolgen als durch bildgebende Verfahren.

Obwohl der Einsatz neuer Therapieansätze vielversprechend ist, stehen Forschungseinrichtungen wie die Universitätsmedizin Ulm vor der Herausforderung, Kostenerstattungen mit Krankenkassen auszuhandeln, insbesondere für individuelle Behandlungsansätze, die meist nicht standardisiert sind. Dennoch zeigt das Engagement und die Innovation von Wissenschaftlern wie Dr. Niedermayer, dass die Zukunft der Leukämiebehandlung auf personalisierten Therapien beruht, die das Potenzial haben, das Leben vieler Patienten entscheidend zu verbessern.