Die Universität Rostock hat ihre Zusammenarbeit mit dem Start-up Cell2Green durch eine neue Lizenzierung von Technologien zur Entwicklung biobasierter Folienmaterialien erweitert. Ziel dieser Partnerschaft ist es, das Wachstum von Cell2Green zu unterstützen, das als nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Kunststoffen gilt. Laut der Universität Rostock wird die Technologie dazu beitragen, die Produktentwicklung von Cell2Green zu beschleunigen und neue Einsatzmöglichkeiten zu erschließen.
Cell2Green, gegründet im Mai 2023 von Dirk Hollmann und Stefan Peuß, entwickelt biobasierte, biologisch abbaubare und kunststofffreie Verpackungsfolien. Diese innovativen Produkte basieren auf nachwachsenden Rohstoffen, insbesondere Zellulose, und verfolgen einen kreislaufwirtschaftlichen Ansatz, wie Science4Life berichtet. Mit hochwertigen Eigenschaften, die mit Polyethylen- (PE) oder Cellophanfolien vergleichbar sind, können die Folien innerhalb von zehn Tagen im Boden oder innerhalb von zwei bis drei Monaten im Wasser abgebaut werden.
Nachhaltigkeit im Fokus
Die bioabbaubaren Folien von Cell2Green sind für vielfältige Anwendungsbereiche geeignet, darunter Verpackungen, Landwirtschaft und technische Anwendungen. Lars Worm, Patentingenieur der Universität Rostock, hebt die Bedeutung der Kooperation hervor, die es Cell2Green ermöglicht hat, marktgerechte Lösungen zu entwickeln. Dr. Dirk Hollmann, der Gründer des Unternehmens, betont, dass die Partnerschaft maßgeblich zur Entwicklung ihrer Technologieplattform und Marktstrategie beigetragen hat.
Mit der neuen Technologie kann Cell2Green zudem auf ein digitales System zur Nachverfolgung der Wertschöpfungskette zurückgreifen, das Kosteneinsparungen durch CO2-Zertifikate ermöglicht. Die Idee zur Gründung des Unternehmens entstand aus der Forschungsarbeit an der Universität Rostock zur Verwertung von Abfallstoffen. Ein unerwarteter Effekt in der Promotionsarbeit einer Studentin führte zur Entstehung der Cell2Green-Technologie.
Marktchancen und Herausforderungen
Die Herausforderungen in der Kunststoffindustrie sind zahlreich: Der Druck zur Nachhaltigkeit, regulatorische Anforderungen und technologische Neuerungen prägen das Geschäftsfeld. Das Fraunhofer Institut hebt die wachsende Nachfrage nach kreislauffähigen Lösungen hervor. In diesem Kontext werden innovative Verpackungen, wie die von Cell2Green, immer relevanter.
Die Firma plant, maßgeschneiderte Verpackungslösungen und Maschinen anzubieten. Zukünftige Schritte umfassen den Aufbau einer Pilotanlage in Kooperation mit Anlagenbaupartnern. Cell2Green sucht zudem einen weiteren Impact Investor für die erste Finanzierungsrunde, die im März 2024 abgeschlossen werden soll. Durch diesen Fortschritt könnte das Unternehmen seine Position im schnell wachsenden Markt für nachhaltige Verpackungstechnologien weiter festigen.