In einem aktuellen Brief, veröffentlicht in der renommierten Zeitschrift Science, fordern Reza Majdzadeh von der University of Essex und der Marburger Wirtschaftswissenschaftler Mohammad Reza Farzanegan internationale Unterstützung für iranische Wissenschaftler. Der Brief mit dem Titel „Support besieged Iranian scientists“ beleuchtet die massiven Belastungen, unter denen Wissenschaftler im Iran leiden.

Die Belastungen sind vielfältig und reichen von den unmittelbaren Folgen militärischer Konflikte bis hin zu langfristigen strukturellen Beeinträchtigungen. Zu den spezifischen Problemen zählen beschädigte Forschungsinfrastrukturen, wiederholte Störungen der Strom- und Telekommunikationsversorgung sowie Internetabschaltungen. Auch wirtschaftliche Sanktionen und Einschränkungen beim internationalen Zahlungsverkehr tragen zur fortschreitenden Isolation der iranischen Wissenschaftler bei. Diese Faktoren gefährden nicht nur die individuelle Forschung, sondern auch die gesamte akademische Landschaft des Landes.

Folgen der Angriffe auf Bildungseinrichtungen

Ein besonderes Augenmerk gilt den jüngsten Militärangriffen auf Iran. Professor Seyed Mohammad Sadegh Movahed von der Shahid-Beheshti-Universität in Teheran berichtet von zwei direkten Angriffen auf seine Institution am 27. März und am 3. April 2026. Während eines dieser Angriffe wurde ein Labor für optische Forschung beschädigt, glücklicherweise gab es jedoch keine Verletzten. Tragischerweise kamen dabei fünf Wissenschaftler ums Leben, was die Verluste und die Gefährdung der Bildungseinrichtungen weiter verstärkt. Movahed bezeichnet die Angriffe auf zivile Forschungseinrichtungen als kriegsverbrecherisch und fordert eine internationale Verurteilung dieser Praktiken.

Die Angriffe haben tiefgreifende Auswirkungen auf die Forschungskapazitäten, insbesondere für die über 20 Masterstudierenden und 10 Doktoranden an seiner Universität. Movahed sieht diese Entwicklungen auch als Teil einer imperialen Strategie, die darauf abzielt, die iranische Wissenschaft zu unterdrücken. In der angespannten Situation plädiert er für internationale Unterstützung und die Schaffung von Austauschprogrammen, um die Forschungslage zu verbessern.

Internationale Unterstützung für Studierende

Um die Situation der iranischen Studierenden zu verbessern, hat das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) in Österreich zusammen mit der Hochschüler_innenschaft (ÖH) den SAFE Fund ins Leben gerufen. Dieser Fonds zielt darauf ab, iranische Studierende in Österreich zu unterstützen, die aufgrund politischen Drucks und repressiver Maßnahmen leiden. Die Unterstützung ist insbesondere für die etwa 3.000 iranischen Studierenden an österreichischen Hochschulen gedacht, von denen viele unter sozialen, finanziellen und psychischen Belastungen leiden.

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Der SAFE Fund bietet rasche und unbürokratische Hilfe, um den Zugang zur Hochschulbildung zu gewährleisten. Die maximalen Förderbeträge belaufen sich auf etwa 1.000 Euro pro Person. Die genaue Ausgestaltung und Höhe der Unterstützung wird derzeit zwischen BMFWF und ÖH abgestimmt, und eine Antragstellung soll ab Mitte Februar möglich sein. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Strategie zur Förderung von Wissenschaftsfreiheit und Demokratie.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die iranische Wissenschaftsgemeinschaft angesichts der gegenwärtigen Bedrohungen dringende Unterstützung benötigt. Sowohl durch internationale Kooperation als auch durch humanitäre Initiativen kann Relevanz und Zukunft der iranischen Forschung gesichert werden.