Am 10. Mai 2026 wird im Hochbunker an der Friedberger Anlage in Frankfurt am Main ein Konzert der besonderen Art stattfinden. Unter dem Titel „Gegen das Vergessen“ werden Kompositionen verfolgter Frankfurter jüdischer Musiker aufgeführt. Zu den präsentierten Werken zählen unter anderem Stücke von Bernhard Sekles, Ernst Toch und Max Kowalski. Diese Veranstaltung ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen der Goethe-Universität, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK), der Initiative 9. November e.V., Musica Judaica e.V. und der Frankfurter Gesellschaft für neue Musik e.V., wie puk.uni-frankfurt.de berichtet.
Das Konzert beginnt am Sonntag, den 10. Mai, um 18 Uhr im Hochbunker und markiert den Auftakt eines Projekts, das sich der Sichtbarmachung von verfolgten jüdischen Musikern widmet. Im Sommersemester 2025 führte die Goethe-Universität ein Seminar über jüdische Musiker in Frankfurt bis zum Nationalsozialismus durch, bei dem Studierende die Biografien und Kompositionen dieser Musiker erforschten. Die Ergebnisse dieser Recherchen werden nicht nur in dem bevorstehenden Konzert zu hören sein, sondern auch in einer Wanderausstellung präsentiert, die an diesem Tag erstmals gezeigt wird.
Präsentation von vergessenen Klängen
Die Programmwahl für das Konzert ist vielversprechend und umfasst Werke von:
- Bernhard Sekles (1872-1934): Sonate für Klavier und Violine Op.44
- Ernst Toch (1887-1964): „Ideas“ Op. 69 für Klavier
- Max Kowalski (1882-1956): „Japanischer Frühling“ – 10 Lieder auf Nachdichtungen japanischer Gedichte (Frankfurter Erstaufführung)
- Erich Itor Kahn (1905-1956): Aus dem Divertimento per il Flauto e Violino con accompagnamento del Cembalo (1927)
- Lieder von Rosy Geiger-Kullmann (1872-1964) und Willy Salomon (1891-1958)
Diese Auswahl zeigt eindrucksvoll, wie das Ziel, vergessene Frankfurter jüdische Musiker und Musikerinnen sichtbar und hörbar zu machen, durch die Aufführung von wiederentdecktem Notenmaterial verwirklicht wird. Das Konzert ist eine Einladung, sich mit der Geschichte und den Beiträgen der jüdischen Musiktradition in Frankfurt auseinanderzusetzen, wie auch die initiative-neunter-november.de betont.
Ein breiter Kontext der Wiederentdeckung
Diese Initiative zur Aufführung der Werke verfolgter jüdischer Komponisten ist Teil eines umfassenderen Engagements, das von Musica Judaica e.V. gefördert wird. Diese Organisation setzt sich stark für die Wiederentdeckung seltener Werke von Komponisten der 1920er-Jahre ein, darunter auch Joseph Achron und Erich Itor Kahn. Jährlich werden zwei Kammerkonzerte und Vorträge organisiert, um diesen kulturellen Reichtum lebendig zu halten, unterstützt von Stiftungen wie der Commerzbank-Stiftung und der Hertie-Stiftung, so musica-judaica-frankfurt.de.
Das bevorstehende Konzert bietet nicht nur einen musikalischen Genuss, sondern auch eine historische Reise zurück zu den Klängen, die in der Zeit des Nationalsozialismus unterdrückt wurden. Es ist eine Aufforderung an alle, sich dieser Vergangenheit zu stellen und die Werke der großen jüdischen Komponisten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Für weitere Informationen oder Anfragen steht Jim Igor Kallenberg vom Institut für Musikwissenschaft der Goethe-Universität zur Verfügung. Interessierte können ihn unter der E-Mail-Adresse J.I.Kallenberg@em.uni-frankfurt.de kontaktieren.