Die Europa-Universität Viadrina trauert um ihren Gründungssenator Prof. Dr. Waldemar Pfeiffer, der am 7. Juni 2026 im Alter von 88 Jahren verstarb. Sein Lebenswerk war geprägt von einem unermüdlichen Einsatz für die deutsch-polnischen Beziehungen und die Sprachdidaktik. Der polnischstämmige Sprachwissenschaftler und Experte für deutsche Sprachdidaktik sowie Germanistik hat maßgeblich zur Entwicklung der Viadrina und zur institutionellen Verankerung polnisch-deutscher Kooperationen beigetragen. Pfeiffer war von 1991 bis zu seinem Tod Mitglied des Gründungssenats der Viadrina.

Pfeiffer prägte auch die Ausbildung von Lehrkräften und die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen. So initiierte er die Gründung des Collegium Polonicum, einer gemeinsamen Lehr- und Forschungseinrichtung der Viadrina und der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań, und war von 1993 bis 1997 dessen Direktor. Seine ursprüngliche Vision für das Collegium sah ein kleines Haus mit Vorlesungsräumen und Büroräumen vor, was in einer Zeit geschah, als die deutsch-polnische Zusammenarbeit von vielen angestrebt wurde. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Collegium zu einer der größten Hochschulinvestitionen in Polen in den 1990er-Jahren.

Pfeiffers Vermächtnis

Viele Weggefährten und Mitglieder der Universitätsleitung erinnern sich an Pfeiffer als einen Menschen, der sich der Förderung von Wissenschaft und Bildung verschrieben hat. Dr. Krzysztof Wojciechowski, früherer Leiter des Collegium Polonicum, würdigte seinen Einfluss auf die wissenschaftliche Zusammenarbeit und betonte, dass Pfeiffers unermüdlicher Organisatorgeist und seine Ideen die Beziehungen zwischen der Viadrina und der Adam-Mickiewicz-Universität nachhaltig prägten.

Die Trauerfeier für Waldemar Pfeiffer findet am 23. Juni 2026 um 11.20 Uhr auf dem Friedhof Miłostowo in Poznań statt, wie cp.edu.pl berichtet. Er war nicht nur an der Europa-Universität Viadrina aktiv, sondern auch Professor an der Fakultät für Neuphilologie der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań. Darüber hinaus war er langjähriger Direktor des Instituts für Angewandte Linguistik sowie Gründer des Lehrstuhls für Glottodidaktik.

Wissenschaftliche Beiträge

Pfeiffer hinterlässt ein umfangreiches Erbe mit zahlreichen grundlegenden Arbeiten zur Glottodidaktik und Lehrbüchern für den Deutschunterricht. Zudem war er Generalsekretär des Internationalen Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverbandes (IDV) und Vorsitzender der Polnischen Neuphilologischen Gesellschaft. Seine Verdienste um die institutionelle und wissenschaftliche Entwicklung wurden über die Grenzen Polens hinaus anerkannt.

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Die Geschichten Deutschlands und Polens sind eng miteinander verwoben, wobei die Beziehungen nie ausschließlich von Konflikten geprägt waren. Migrationen und kulturelle Austauschprozesse führten zu tiefen Freundschafts- und Verwandtschaftsbeziehungen. Als einer der führenden Akteure in diesem Bereich trug Pfeiffer entscheidend dazu bei, Vorurteile abzubauen und das Verständnis beider Länder zu fördern, wie auch cornelsen.de erläutert. Sein Erbe wird in den künftigen Bemühungen um eine engere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen weiterleben.