Wasserkrise im Blick: Innovative Lösungen für nachhaltige Wasserwirtschaft
Wasserwiederverwendung wird zunehmend wichtiger, da die Welt mit Wasserknappheit und den Folgen des Klimawandels konfrontiert ist. Innovative Ansätze sind gefordert, und ein europäisches Forschungsprojekt, bekannt als DECIRE-WATER, steht im Mittelpunkt dieser Entwicklungen. Unter der Leitung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) verfolgt das Projekt das Ziel, nachhaltige und dezentrale Lösungen für das Wasser- und Abwassermanagement zu entwickeln. Wie RPTU berichtet, ist die Idee, Wasserwiederverwendung effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten und dabei auch Ressourcen wie Stickstoff und Phosphor zurückzugewinnen.
Nach einem Jahr Entwicklungsphase sind mehrere Demonstrationsanlagen in Betrieb genommen worden. Diese Anlagen werden unter realen Bedingungen getestet, um die Technologien weiterzuentwickeln und auf ihre Effektivität zu prüfen. Ein zentrales Element des Projekts sind dezentrale Aufbereitungssysteme, die in Eigenständigkeit oder in Kombination mit bestehenden Infrastrukturen betrieben werden können. Das Projekt behandelt dabei eine Vielzahl von Herausforderungen, darunter die Klimakrise, der demografische Wandel und die steigenden Anforderungen an Wasser- und Abwasserinfrastruktur.
Ziel und Struktur des Projekts
Das Projekt DECIRE-WATER, dessen Name für „Decentralized Solutions for a Circular and Efficient Water Management – from Demonstration to the Market“ steht, hat die Entwicklung innovativer, skalierbarer sowie kreislauforientierter Lösungen zum Ziel. Dies schließt die Entwicklung nutzerfreundlicher digitaler Technologien ein. Die Systeme sollen bis zum Ende des Projektes, das bis Mai 2028 andauert, einen hohen Reifegrad (TRL 7–8) erreichen. Hierbei werden alle Projektpartner, darunter auch das Steinbeis Europa Zentrum, aktiv in die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Marktakzeptanz eingebunden. Tatsächlich sind 15 Partnerinstitutionen aus verschiedenen Ländern, einschließlich Deutschland, Griechenland, Österreich, Polen, Spanien, Südafrika und Tschechien, am Projekt beteiligt.
Die verschiedenen Demonstrationsstandorte in Europa und Südafrika repräsentieren unterschiedliche klimatische und sozioökonomische Bedingungen. Dies ermöglicht, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln und deren Funktionalität im realen Umfeld zu testen. Der Fokus liegt hier auf einer Kombination von naturbasierten Lösungen, wie bepflanzten Bodenfiltern, und technischen Verfahren, zu denen Membranbioreaktoren und UV-Anlagen gehören. Diese Systeme helfen, Schadstoffe effektiv abzubauen und somit die Wasserqualität zu verbessern.
Langfristige Vision
Langfristig verfolgt das Projekt das ambitionierte Ziel, bis 2035 etwa 7 % der europäischen Bevölkerung mit seinen Lösungen zu erreichen und jährlich über 7,8 Millionen Kubikmeter Wasser zurückzugewinnen. Zudem sollen signifikante Energieeinsparungen erzielt werden. Dazu gehört auch die Entwicklung von Geschäftsmodellen, die politisches Handeln unterstützen und die Markteinführung erleichtern.
In Anbetracht der zunehmenden Wasserknappheit und des Klimawandels wird die Dringlichkeit, innovative Wassermanagementlösungen zu finden, immer wichtiger. Der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) weist darauf hin, dass zum Schutz der Wasserressourcen strengere Regeln erforderlich sind, um die Wasserentnahme transparenter zu gestalten. Aktuell ist es in Deutschland erlaubt, private Gärten ohne Genehmigung zu bewässern, was laut Tagesschau den Druck auf die Grundwasserressourcen erhöht.
Die Kombination aus neuen Technologien und verbesserten regulatorischen Rahmenbedingungen könnte entscheidend dazu beitragen, die Wasserversorgung in Zeiten des Klimawandels zu sichern. Der Erfolg des DECIRE-WATER-Projekts könnte damit nicht nur die Wasserwirtschaft in Europa revolutionieren, sondern auch als Modell für andere Länder und Kontinente dienen.
