In den letzten Wochen haben viele Menschen in Deutschland junge Wildtiere entdeckt, die hilfsbedürftig erscheinen. Diese Begegnungen sind häufig nicht so dramatisch, wie sie zunächst scheinen. Klinikleiter Professor Dr. Michael Pees von der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) erläutert, dass eine Vielzahl dieser Tiere, insbesondere Ästlinge, also Jungvögel heimischer Arten, nicht tatsächlich Hilfe benötigen. Diese Ästlinge haben das Nest verlassen, werden aber weiterhin von ihren Eltern versorgt.

Um betroffenen Personen zu helfen, hat die TiHo die KI-gestützte App „Wildtier SOS“ entwickelt. Diese App bietet Finderinnen und Findern eine wertvolle Unterstützung bei der Entscheidung, ob ein Wildtier Hilfe benötigt oder nicht. Laut TiHo Hannover wurde das Projekt durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert, was die Bedeutung und den Wert dieser Innovation unterstreicht.

Funktionen der App

„Wildtier SOS“ nutzt moderne Fotoerkennungstechnologie, um die Tierart zu bestimmen und bietet den Nutzern Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Einschätzung des Tiers. Außerdem liefert die App umfassende Informationen zu gesetzlichen Vorgaben, Zoonosen und dem Schutzstatus der Tiere. Eine weitere nützliche Funktion ist die GPS-basierten Suche, die den Nutzern zeigt, wo sich geeignete Anlaufstellen in der Nähe befinden, die das Wildtier weiter versorgen oder beraten können.

  • Bundesweite Datenbank mit über 4.300 Kontaktmöglichkeiten
  • Kontinuierliche Erweiterung der Datenbank
  • Nutzern wird Zugang zu Informationen über die heimische Tierwelt geboten
  • Bestimmungsfunktionen und rechtliche Erklärungen sind zusätzlich verfügbar

Die App ist seit Frühjahr 2026 kostenlos in App-Stores erhältlich und stellt damit eine wertvolle Ressource für Naturfreunde und Tierheim-Liebhaber dar. Die Idee zur Entwicklung dieser App entstand bereits im Jahr 2024 und wurde innerhalb von anderthalb Jahren zur Umsetzung gebracht.

Unterstützung des Projekts

Das „Wildtier SOS“ Projekt erhält darüber hinaus Unterstützung von verschiedenen Tier- und Umweltschutzorganisationen sowie Tierärzteverbänden. Fachliche Unterstützung wird auch von der Universität Leipzig und der Justus-Liebig-Universität Gießen bereitgestellt. Dies unterstreicht die breite Akzeptanz und den interdisziplinären Ansatz, den die Entwickler verfolgt haben, um den Schutz und das Wohlergehen von Wildtieren zu fördern und Informationen zu teilen.

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Insgesamt zeigt die Initiative, wie Technologie und wissenschaftliche Zusammenarbeit dazu beitragen können, das Bewusstsein für die heimische Tierwelt zu stärken und gleichzeitig sicherzustellen, dass die falsche Hilfe in der Natur vermieden wird. Mit einer steigenden Anzahl von Wildtierbegegnungen wird „Wildtier SOS“ zu einem unverzichtbaren Begleiter für Menschen, die im Einklang mit der Natur leben möchten.