Am 17. Juni 2026 findet um 18:30 Uhr im Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung in Lübeck ein Vortrag von der Wissenschaftlerin Olga Shparaga statt. Das Thema des Vortrags lautet „Wissenschaft unter Repression und im Exil: der Fall Belarus“. Dieser Vortrag ist Teil der Vorlesungsreihe „Wissenschaft unter Druck“, die sich mit den aktuellen Gefahren für die Wissenschaft in demokratischen Gesellschaften befasst.

Die Reihe umfasst insgesamt mehrere Vorträge im Sommersemester 2026, darunter Themen wie „Gefährdungen der Wissenschaftsfreiheit“ und „Demokratischer Wandel und Wissen“. Besonders bemerkenswert ist, dass die Vorträge, die um 18:30 Uhr im Hörsaal des IMGWF/ZKFL stattfinden, einen freien Eintritt bieten, ohne dass eine vorherige Anmeldung erforderlich ist. Die Veranstaltung wird großzügig von der Parcham’schen Stiftung zu Lübeck und der Margot und Jürgen Wessel Stiftung unterstützt.

Repression und Exil in Belarus

Die Situation für Wissenschaftler*innen in Belarus ist nach wie vor prekär. Laut der Humboldt-Stiftung haben viele Forscher*innen aufgrund repressiver Maßnahmen ihre Anstellung verloren oder das Land verlassen. Besonders betroffen sind Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen, die in ihrer Arbeit stark durch die Staatsideologie eingeschränkt werden. Diese Repressionen haben die Wissenschaftsfreiheit in Belarus stark beeinträchtigt.

Olga Shparaga ist nur ein Beispiel für die Wissenschaftler*innen, die gezwungen sind, im Exil zu arbeiten. Der Druck an belarussischen Hochschulen führt zu einer Kultur des Schweigens und der Angst, was die wissenschaftliche Kreativität und den Austausch von Ideen erheblich hemmt. Viele der entlassenen oder emigrierten Wissenschaftler*innen sehen sich zudem mit wirtschaftlicher Not konfrontiert, was ihre Forschungsarbeit zusätzlich gefährdet.

Umfang der Repressionen

Eine qualitative Studie, die Licht auf die Situation der Wissenschaftler*innen in Belarus wirft, zeigt, dass von August 2020 bis Oktober 2023 insgesamt 391 Wissenschaftler*innen Repressionen ausgesetzt waren. Diese Repressionen äußern sich häufig in Entlassungen, die oft ohne offizielle Dokumentation erfolgen. Informelle Kündigungen und Druck seitens der Universitätsleitungen sind weitere Mechanismen, die zur Unterdrückung akademischer Freiheit eingesetzt werden.

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Politische Turbulenzen, insbesondere die Präsidentschaftswahlen 2020 und die daran anschließenden Massenproteste, hatten einen massiven Einfluss auf die akademische Landschaft. Eine Analyse der Länder Analysen belegt, dass viele Wissenschaftler*innen aus Angst vor politischer Verfolgung das Land verlassen haben. Kollektive Bestrafungen und unbegründete Abmahnungen zeigen die Dringlichkeit dieser Thematik, die im Vortrag von Shparaga thematisiert wird.

Die Diskussion über die prekäre Lage der Wissenschaft in Belarus und die Herausforderungen, denen sich Forscher*innen im Exil gegenübersehen, ist nicht nur für die akademische Gemeinschaft von Bedeutung. Sie berührt auch fundamentale Fragen der Freiheit, des Wissens und der gesellschaftlichen Verantwortung in Zeiten der Repression.