Wissenschaftlerinnen erobern NRW: Neue Impulse für Geschlechterforschung!
Jun.-Prof. Dr. Jennifer Eickelmann und Dr. Anja Böning wurden kürzlich in den Beirat des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW gewählt. Ihre Amtszeit beginnt im Oktober 2026 und wird vier Jahre dauern. Eickelmann vertritt die Professor:innen, während Böning den akademischen Mittelbau repräsentiert. Mit dieser Wahl haben die beiden Wissenschaftlerinnen die Möglichkeit, die Weiterentwicklung der Frauen- und Geschlechterforschung in Nordrhein-Westfalen aktiv mitzugestalten.
Eickelmann leitet das Lehrgebiet zur Digitalen Transformation in Kultur und Gesellschaft und bringt somit wertvolle Perspektiven in den Beirat ein. Böning hingegen ist Geschäftsführerin des Instituts für Juristische Didaktik – In Iure an der FernUniversität in Hagen und wird ihre Expertise in rechtlichen Fragen einbringen. Beide Frauen gehören zu einem Netzwerk von 441 Wissenschaftler:innen, darunter 185 Professuren, die an 38 Hochschulen sowie sieben hochschulnahen Forschungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen tätig sind.
Das Netzwerk: Ursprung und Entwicklung
Das Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung wurde 1986 ins Leben gerufen, zunächst unter dem Namen Netzwerk Frauenforschung NRW. Diese Initiative ging maßgeblich von Wissenschaftlerinnen und der damals amtierenden Wissenschaftsministerin Anke Brunn (SPD) aus. Der Hintergrund war die hohe Unterrepräsentanz von Wissenschaftlerinnen an Hochschulen sowie das Fehlen spezifischer Forschungen zu den Lebenslagen von Frauen und Geschlechterverhältnissen. Zuvor hatte in den späten 1970er-Jahren bereits der Arbeitskreis Wissenschaftlerinnen von NRW existiert, der den Austausch von Erfahrungen unter Frauen in der Wissenschaft fördern sollte.
Im Wartezimmer der Geschichte, zwischen 1986 und 1999, wurden durch das Netzwerk insgesamt 56 Professuren geschaffen, um die gendergerechte Forschung zu unterstützen. Seit 2015 sind auch Professuren in zuvor wenig vertretenen Fächern wie Physik, Medizin und Rechtswissenschaften hinzugekommen, was die interdisziplinäre Ausrichtung des Netzwerks stärkt.
Aktuelle Struktur und Ziele
Die aktuelle Struktur des Netzwerks umfasst inzwischen auch interdisziplinäre Zentren und Arbeitsstellen der Geschlechterforschung sowie Studiengänge in Gender Studies. Dieser Schritt ist Teil einer umfassenden Strategie, die von der Landesregierung und den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen gefördert wird. Ziel des Netzwerks ist es, die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Geschlechterverhältnissen zu stärken und die Unterrepräsentanz von Frauen in der Wissenschaft zu verringern.
Das Netzwerk bleibt dynamisch und entwickelt sich stetig weiter. Die Umbenennung in Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW im Herbst 2010 steht symbolisch für die Ausdifferenzierung der Frauenforschung zu einer breiteren Geschlechterforschung und Gender Studies. Damit ist es das Netzwerk ein wichtiger Akteur in der Gleichstellungspolitik und der Förderung von Geschlechterforschung in Deutschland.
