Xavi Simons lernt in der Verletzungspause Harvard-Business
Uni Leipzig, 15.10.2026 – Xavi Simons drückt wieder die Schulbank. Der 23-jährige Tottenham-Mittelfeldspieler hat sich während seiner Verletzungspause für den Harvard-Kurs „Crossover into Business“ eingeschrieben. Fußball bleibt sein Schwerpunkt, klar. Trotzdem will sich der niederländische Nationalspieler auch abseits des Platzes weiterentwickeln.
„Ich gehe wieder zur Schule“, schrieb Simons auf LinkedIn. Seit einem im April erlittenen Kreuzbandriss setzt er seine Reha fort und verpasste deshalb auch die Weltmeisterschaft. Seine Rückkehr auf den Fußballplatz habe weiterhin oberste Priorität, erklärte er. Die erzwungene Pause möchte er zusätzlich für seine persönliche und berufliche Zukunft nutzen – und die geschäftliche Seite des Sports besser verstehen.
Fallstudien statt Trainingsplatz
Das Online-Programm „Crossover into Business“ richtet sich an Profisportler. Es soll wirtschaftliche und unternehmerische Fähigkeiten fördern und vermittelt Kenntnisse in Wirtschaft und Geschäftsleben. Die Teilnehmer arbeiten mit Harvard-MBA-Studierenden zusammen, die sie anhand praktischer Fallstudien und Themen der Unternehmensführung betreuen.
Für seine körperliche Rehabilitation reiste Simons kürzlich in die USA. Dabei besuchte er den Harvard-Campus in Boston. Ein etwas anderer Termin zwischen Therapie, Übungen und dem langen Warten darauf, dass das Knie wieder mitspielt.
In der vergangenen Saison erzielte Simons fünf Tore für Tottenham. Nun geht es erst einmal um Geduld – und um Unterricht. Frühere Teilnehmer des Programms kamen aus der NBA, der NFL und dem Tennis. Dazu gehörte Victoria Azarenka, die ehemalige Tennis-Weltranglistenerste und zweifache Grand-Slam-Siegerin.
Harvard als Nebenplatz für Sportprofis
Auch Eduardo Camavinga, Mittelfeldspieler von Real Madrid, absolvierte im Juni einen Harvard-Kurzlehrgang zum Thema „Business of Entertainment, Media and Sports“. Der frühere Manchester-United-Trainer Sir Alex Ferguson übernahm nach seinem Rücktritt 2014 eine längerfristige Lehrtätigkeit an Harvard.
Der Schritt von Simons passt damit in ein Muster: Profis nutzen die Jahre im Sport, um sich für die Zeit danach zu rüsten. Diese Zeit kann schneller kommen, als einem lieb ist. Eine aktive Fußballkarriere kann laut dem Sprecher der IST-Weiterbildung unerwartet früh enden; deshalb bereitete er sich frühzeitig auf das Danach vor.
Wenn der Fußball zum Unternehmen wird
Parallel zum Profi-Alltag absolvierte der Sprecher eine Weiterbildung beim IST. Sie vermittelte wirtschaftliches Hintergrundwissen und ließ sich mit dem Profialltag vereinbaren. Die Zusammenarbeit mit dem IST empfand er als angenehm, nach eigenen Angaben ist er froh, die Weiterbildung gemacht zu haben.
Für Managementpositionen in Fußballvereinen seien entsprechende Qualifikationen heute erforderlich, sagt er. Vereine sind Unternehmen mit hohen Umsätzen und vielen Mitarbeitern. Besetzt werden müssten solche Stellen deshalb mit Personen, die über das notwendige Fachwissen verfügen.
Das erworbene Wissen half ihm später bei seinen Tätigkeiten als Jugenddirektor und anschließend als Sportdirektor bei Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig. Bis heute nutzt er es nach eigenen Angaben. In seiner täglichen Arbeit begegnet ihm die gesamte Bandbreite wirtschaftlicher Themen, die Bestandteil seines Studiums beim IST war.
Die Verbindung aus praktischer Profierfahrung und wirtschaftlichem Wissen bezeichnet der Sprecher als besonders gute Grundlage. Für Simons beginnt diese Verbindung vorerst in einem Harvard-Kurs, während die Reha weiterläuft und der Fußballplatz noch ein Stück entfernt ist.
Bildquelle: FC Bayern München.
