Zeckenalarm in Deutschland: Babesiose bedroht Hunde und Menschen!
Die canine Babesiose ist eine ernstzunehmende und potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die hauptsächlich Hunde betrifft. Diese durch Zecken übertragene Krankheit ist bekannt dafür, dass sie in den letzten Jahren in Deutschland, besonders in den Regionen Südwestdeutschlands, Berlin und Brandenburg, zunehmend verbreitet ist. Verantwortlich für die Ansteckung ist die Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus), die sich zunehmend in den hiesigen Gebieten etabliert hat. Laut Freie Universität Berlin ist die Verbreitung dieser Zeckenart durch verschiedene Faktoren begünstigt, unter anderem durch klimatische Veränderungen, größere Brachflächen und den Import infizierter Hunde.
Babesiose, auch als „Hundemalaria“ bekannt, wird durch mikroskopisch kleine Blutparasiten, die sich in den roten Blutkörperchen einnisten, ausgelöst. Der Stich einer infizierten Zecke ist fast immer der Übertragungsweg. Die wichtigsten Symptome dieser Erkrankung sind hohe Fieberentwicklung, Mattigkeit, Appetitlosigkeit sowie blasse Schleimhäute und dunkel verfärbter Urin. In schwerwiegenden Fällen können neurologische Ausfälle, Atemnot und letztlich der Tod folgen. Parasitenportal hebt hervor, dass in Berlin und Brandenburg zwischen 2019 und 2024 insgesamt 105 dokumentierte Fälle auftraten. Auch im Rhein-Main-Gebiet wurden 81 Fälle in einem Zeitraum von etwas mehr als zwei Jahren festgestellt. Alarmierend ist, dass die Dunkelziffer aufgrund der fehlenden Meldepflicht in Deutschland vermutlich um ein Vielfaches höher ist.
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose von Babesiose erfolgt durch eine tierärztliche Untersuchung einer Blutprobe, die mittels Blutausstrich, PCR-Test oder Serologie analysiert wird. Laut ESCCAP kann es sowohl akute als auch chronische Verläufe der Erkrankung geben, wobei die akute Form häufiger anzutreffen ist und innerhalb von 1 Tag bis zu 3 Wochen nach der Ansteckung erste Symptome zeigen kann.
Die Behandlung umfasst die Gabe von speziellen Medikamenten wie Imidocarb oder anderen Antiprotozoika sowie kreislaufstabilisierenden Maßnahmen. Ein wirksamer Zeckenschutz ist entscheidend, um einer Infektion vorzubeugen. Es stehen verschiedene hochwirksame Präparate zur Verfügung, darunter Hundehalsbänder, Spot-on-Behandlungen und (Kau-)Tabletten. Die prophylaktische Wirkung der Medikamente reicht von einem Monat bis zu einem Jahr, was regelmäßige Wiederholungsbehandlungen nötig macht.
Prävention ist entscheidend
Mit der ganzjährigen Aktivität der Wiesenzecke ist ein lückenloser Zeckenschutz über das gesamte Jahr empfohlen. Laut der Freien Universität Berlin sind natürliche Schutzmittel wie Kokosöl oder Knoblauch nicht ausreichend wirksam und können sogar gesundheitsschädlich für Hunde sein.
Da die canine Babesiose nicht nur eine ernste Bedrohung für Hunde, sondern auch für andere Tierarten und in seltenen Fällen für den Menschen darstellt, ist es von größter Bedeutung, Präventionsmaßnahmen ernst zu nehmen. Ein sorgfältiger Umgang mit Zecken und regelmäßige tierärztliche Kontrollen können entscheidend sein, um die Gesundheit von Haustieren zu schützen.
