In der architektonischen Landschaft Deutschlands zeichnet sich ein neuer Trend ab, der öffentliche Räume als Orte der Begegnung und Teilhabe in den Mittelpunkt stellt. Professor Job Floris, der seit Februar 2026 das Institut für Entwerfen und Raumkomposition an der Technischen Universität Braunschweig leitet, hebt hervor, wie wichtig es ist, diese Räume so zu gestalten, dass sie die kollektive Identität der Gesellschaft widerspiegeln.

In seiner Lehr- und Forschungstätigkeit konzentriert sich Floris auf die Entwicklung öffentlicher Gebäude und urbaner Räume. Dabei sind es gerade klassische Bauten wie Rathäuser und Bahnhöfe, die transparent und demokratisch wirken sollen. Diese Gebäude bieten Beispielhaftes, während gleichzeitig der aktuelle Trend zu sterilen, effizienten städtischen Umgebungen infrage gestellt wird. Floris warnt vor den Herausforderungen, die Städte bewältigen müssen, etwa Verdichtung, Umweltverschmutzung und die Dominanz der Immobilienwirtschaft.

Interdisziplinäre Ansätze und Herausforderungen

Floris ist überzeugt von der Bedeutung einer interdisziplinären Ausbildung, insbesondere in der Verknüpfung von Architektur mit Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften. „Wir müssen Architektur als Teil eines umfassenderen Kontexts der räumlichen Planung betrachten“, erklärt er. Öffentliche Räume sollten offen und einladend sein, was ihrer Funktion als Plattform für soziale Interaktion zugutekommt.

Ein zentraler Aspekt in Floris‘ Lehre ist die Handfertigkeit und Flexibilität im Designprozess. Materialien und Farben müssen gezielt ausgewählt werden, um den Charakter und die Ausdruckskraft eines Projektes zu unterstützen. Der Architekt sieht das Schreiben als ein wertvolles Werkzeug zur architektonischen Reflexion und hat langjährige Erfahrung mit der Herausgabe der Zeitschrift OASE.

Studienmöglichkeiten und Berufsperspektiven im Bereich Architektur

Parallel zu diesen Entwicklungen im Bereich der Architektur wird an der Frankfurt University ein neuer Master-Studiengang angeboten: „Inclusive Design (ID) – Zukunft interdisziplinär gestalten“ (M.Sc.). Der Studiengang steht Personen mit einem Bachelor-Abschluss in Architektur offen und vermittelt sowohl gestalterische als auch technische Kenntnisse, die für die Planung von Bauwerken erforderlich sind.

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Der Abschluss ermöglicht den Eintrag in das Berufsverzeichnis der Architektenkammer Hessen. Nach Abschluss des Master-Programms ist jedoch eine zweijährige angeleitete Berufspraxis erforderlich, um die Berufsbezeichnung „Architekt“ führen zu können. Diese ist in Deutschland gesetzlich geschützt.

  • Architekten sind treuhänderisch für die Auftraggebenden in allen Planungs- und Ausführungsfragen zuständig.
  • Die Berufsbezeichnung darf erst nach Mitgliedschaft in der Architektenkammer des Bundeslandes und Eintragung in die Architektenliste geführt werden.
  • Freiberuflich planende und beratende Tätigkeiten sind ein häufiges Tätigkeitsfeld für Architektur-Absolventen.

Für Absolventen der Innenarchitektur eröffnen sich ähnliche, jedoch eingeschränkte Möglichkeiten. Ein Master-Abschluss in diesem Feld führt nicht zur Eintragung als „Innenarchitekt“. Vielmehr sind die gesetzlichen Bestimmungen analog, was die Erfordernisse zur Berufsausübung angeht, jedoch nicht gleichwertig in den Berufsfeldern.

Insgesamt zeigt sich, dass die Architektur nicht nur ein technischer, sondern auch ein interdisziplinärer Bereich ist, der für die Gesellschaft von entscheidender Bedeutung ist. Professor Floris‘ Ansätze und der neue Studiengang bieten spannende Perspektiven für die zukünftige Gestaltung öffentlicher Räume und die Ausbildung angehender Architekten.