Am 19. Juni 2026 ist es den Auszubildenden der Zweijährigen Berufsfachschule für Altenpflegehilfe der Agnes-von-Hohenstaufen Schule erstmals gelungen, ihre pflegepraktischen Fertigkeiten im neuen Skills Lab zu trainieren. Dieses moderne Ausbildungsformat ermöglicht es den Azubis, praxisnahe Erfahrungen zu sammeln, die für ihre spätere Berufsausübung von essenzieller Bedeutung sind. Unter der Leitung von Prof. Dr. Veronika Anselmann und Lisa Haux absolvierten die SchülerInnen eine Übung im Rahmen einer „Fehlersuche“ im sogenannten „Room of Horror“ – einem nachgestellten Patientenzimmer. Hierbei konnten sie erfolgreich Fehler wie vertauschte Medikamente sowie falsch angebrachte Katheter identifizieren, was ihre praktische Ausbildung erheblich bereichert.

Die Übung fand im Institut für Pflegewissenschaft in der Creative Hall Assisted Living statt, einem Ort, der speziell für diese Ausbildungszwecke konzipiert wurde. Neben diesen praktischen Fähigkeiten bot sich den Auszubildenden auch die Möglichkeit, sich im Rahmen des Forschungsprojekts „Künstliche Intelligenz in der Pflege“ (KIP) mit aktuellen Technologien auseinanderzusetzen. In einer Diskussionsrunde mit Pia Schlüter wurden verschiedene Aspekte der Künstlichen Intelligenz in der Pflege erörtert, darunter KI-Roboter, Wearables und KI-gestützte Pflegedokumentation. Einigkeit herrschte darin, dass die Integration solcher Technologien den Pflegeberuf nicht nur verändern, sondern auch Pflegefachkräfte entlasten wird.

Integration von Künstlicher Intelligenz in die Pflegeausbildung

Während der Schulung erkannten die Azubis, wie wichtig moderne Technologien für die Zukunft der Pflege sind. Das Institut plant, weitere Trainings im Skills Lab anzubieten, um die praktischen und digitalen Kompetenzen der Auszubildenden und Pflegenden nachhaltig zu fördern. Dies umfasst auch den Einsatz von innovativen Schulungsinstrumenten, die wie der Anamnese-Bot dazu beitragen, kommunikative Fähigkeiten und Gesprächsführung zu schulen. Der Bot ermöglicht es den Studierenden, Anamneseerhebungen in einem sicheren Umfeld zu üben und dabei Rückmeldungen für die Verbesserung ihrer Fähigkeiten in der Diagnose und Datenanalyse zu erhalten.

Erste Studien zeigen, dass Studierende positiv auf den Anamnese-Bot reagieren; er fördert präzise Antworten und ermöglicht ein angstfreies Üben, was für ihre Entwicklung entscheidend ist. Die Simulationen werden als realistisch angesehen und es besteht eine hohe Zufriedenheit hinsichtlich der Anwendbarkeit des Übungstools. Nichtsdestotrotz sind die Grenzen der KI bei der Vermittlung von Empathie und nonverbaler Kommunikation klar. Der direkte Kontakt mit Patient:innen bleibt unersetzlich, sodass KI-Tools eher als ergänzend zu betrachten sind.

Herausforderungen und Chancen der digitalen Pflegebildung

Bei der Einführung von KI in die Pflegeausbildung stehen Bildungseinrichtungen vor Herausforderungen. Die Entwicklung ethischer und rechtlicher Rahmenbedingungen, sowie der Datenschutz sind noch ungeklärt. Außerdem müssen präzise Eingaben und regelmäßige Überprüfungen durch Fachpersonal gewährleistet sein, um die Qualität des Trainings zu sichern. Dennoch bieten diese digitalen Lösungen großartige Möglichkeiten, um Zugänglichkeit und Flexibilität im Training zu steigern und seltene Situationen realitätsnah zu simulieren.

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Die Schulen und Träger müssen den Mehrwert von KI-gestützten Trainings erkennen und entsprechende Ressourcen bereitstellen. Zudem sollten die politischen Entscheidungsträger regulatorische Rahmenbedingungen schaffen, um die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich zu fördern. Letztendlich zeigt sich, dass die Integration von Künstlicher Intelligenz in die Pflegeausbildung ein entscheidender Schritt ist, um sowohl die Qualität der Pflegepraxis zu steigern als auch die Ausbildung der zukünftigen Fachkräfte zu revolutionieren. PH-Gmuend berichtet von diesen innovativen Entwicklungen, die die Pflegeausbildung nachhaltig prägen werden.