Am 28. April 2026 hat die Universität Stuttgart eine neue Phase im Exzellenzcluster IntCDC eingeläutet, die sich auf die Weiterentwicklung nachhaltiger Bauweisen konzentriert. Diese zweite Förderperiode baut auf den Erkenntnissen der ersten Phase auf, die auf die integrative Methodik des Co-Designs fokussiert war. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Architektur, Ingenieurwissenschaften, Informatik, Robotik sowie Sozial- und Wirtschaftswissenschaften konnten bereits bemerkenswerte Fortschritte erzielt werden. Digitale Werkzeuge und computergestützte Entwurfs- und Simulationsmethoden spielen dabei eine zentrale Rolle.

Die bisherige Methodik wurde in mehreren Demonstratorgebäuden erfolgreich umgesetzt. Zu den hervorstechendsten Beispielen zählt der Wangen Tower, ein großmaßstäblich robotisch gefertigter Holzbau, sowie der Hybrid Flax Pavillon, der mit materialeffizienten, digital entwickelten Bausystemen überzeugt. Diese Projekte haben gezeigt, dass der Ressourcenverbrauch um mehr als 50 Prozent sowie die Treibhausgasemissionen um bis zu 65 Prozent gesenkt werden können. Zudem wurde eine Produktivitätssteigerung in der Vorfertigung von über 50 Prozent erreicht, und die Automatisierung im Bauwesen konnte ebenfalls deutlich erhöht werden, wie uni-stuttgart.de berichtet.

Robuste und nachhaltige Baukonzepte

Die Herausforderungen im Bauwesen sind klar: Es gilt, Ressourcenverbrauch zu minimieren und nachhaltige Materialien zu integrieren. Die Universitäten Stuttgart und Freiburg arbeiten daher an disziplinenübergreifenden Ansätzen, um zukunftsfähiges Bauen zu fördern. Ein Beispiel ist der Pavillon in Holzleichtbauweise, der an der Technischen Fakultät der Universität Freiburg errichtet wird. Unter dem Projektnamen „livMatS Biomimetic Shell @ FIT“ setzen die Forscher neue computerbasierte Planungsmethoden sowie robotische Fertigungs- und Bauprozesse ein, um im Vergleich zu konventionellem Holzbau substanzielle Ressourcenersparnisse zu erzielen, wie news.vm.uni-freiburg.de hervorhebt.

Der Pavillon, der auf bionischen Prinzipien basiert, ist ein Produkt der Kooperation zwischen den Exzellenzclustern IntCDC und livMatS. Die Konstruktion aus Hohlkassetten minimiert den Materialverbrauch und das Gewicht, während Lebenszyklusanalysen über 50 Prozent weniger Materialeinsatz sowie ein um fast 63 Prozent geringeres Erderwärmungspotenzial im Vergleich zu herkömmlichem Holzbau nachweisen. Grundlegend für die Umsetzung sind Digitalisierung von Planung und Fertigung sowie die Integration moderner Bautechnologien, die beispielsweise die Nutzung von robotergestützten Plattformen und automatisierten Spinnenkränen beinhalten.

Bundesforschungszentrum für klimaneutrales Bauen

Zusätzlich zu den universitären Projekten entwickelt sich auf politischer Ebene eine bedeutende Initiative: Die Gründung eines Bundesforschungszentrums (BFZ) für klimaneutrales und ressourcenschonendes Bauen. Ziel ist es, den Ressourcenverbrauch im Bauwesen zu reduzieren, CO₂-arme Baustoffe und Bauverfahren zu entwickeln und zirkuläre, ressourceneffiziente Bauweisen zu etablieren. Vertreter der Gründungsländer Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg unterzeichneten kürzlich eine Eckpunktevereinbarung, wie bmwsb.bund.de berichtet.

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Das BFZ, geplant für eine dezentrale Ansiedlung, wird mehrere Standorte in Deutschland haben und als zentrales Instrument zur Bündelung der Bauforschungsaktivitäten fungieren. Ein besonders wichtiger Aspekt ist die Vernetzung von Forschung und Praxis, um den Innovationstransfer in die Bauwirtschaft zu verbessern. Erste Projektförderungen für drei Forschungscluster starten bereits 2026, mit dem Ziel, neue Forschungsfragen in innovativen Formaten zu bearbeiten.

Die steigende Bedeutung von nachhaltigem Bauen wird von vielen politischen Entscheidungsträgern als entscheidend für die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Anpassung an den Klimawandel betrachtet. In den nächsten Jahren wird erwartet, dass diese Initiativen den Bausektor in Deutschland grundlegend verändern und einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten werden.