Zukunft schaffen: Neue Initiative stärkt Afrikas STEM-Absolventen!
Die Initiative „Launch to Work: Africa“ hat das Ziel, die Beschäftigungsfähigkeit von Absolventen in Afrika zu verbessern. Unterstützt von SOS-Kinderdörfern weltweit, zielt das Programm darauf ab, praxisnahe Fähigkeiten zu vermitteln, die für den Eintritt in die Berufswelt notwendig sind. Dazu gehören intensive Schulungen in digitalen Fähigkeiten, Datenkompetenz, professioneller Kommunikation und Karrierevorbereitung.
Das Programm richtet sich insbesondere an jene Absolventen, die beim Zugang zu Beschäftigungsmöglichkeiten und Karriereentwicklungsprogrammen vor Herausforderungen stehen. Mit einem umfassenden Ansatz zur Arbeitsplatzbereitschaft will die Initiative neue Maßstäbe setzen. „Launch to Work: Africa“ ist eine erweiterte Version des 2017 gestarteten Industry Immersion Programs (IIP), das in Zusammenarbeit mit dem African Institute for Mathematical Sciences (AIMS) ins Leben gerufen wurde.
Berufsqualifikationen im Fokus
Das IIP hat sich zum Ziel gesetzt, STEM-Absolventen in Afrika durch akademische Module und Praktika mit Industriepartnern zu unterstützen. Dieses 20-wöchige Programm wurde speziell entwickelt, um jungen Talenten die notwendigen Werkzeuge an die Hand zu geben. Interessanterweise haben fast 80 Prozent der bisherigen Teilnehmer nach ihrem Abschluss erfolgreich eine Anstellung gefunden.
Nick Barniville, Mitglied des Vorstands von Friends of ESMT und Mitbegründer von Industry Immersion Africa, hebt die bestehende Kluft zwischen universitärer Ausbildung und den Anforderungen der Industrie hervor. Die neue Initiative zielt darauf ab, nicht nur die Reichweite zu erhöhen, sondern auch Tausenden von jungen afrikanischen Absolventen den Weg zu einer besseren beruflichen Perspektive zu ebnen.
Im Jahr 2022 wurde iiAfrica als unabhängige Organisation gegründet, um Programme zur Beschäftigungsfähigkeit und Unternehmertum in Afrika auszubauen. Unterstützt wird dieses Vorhaben durch die innovative Lernplattform Engageli, die eine vernetzte und inklusive Lernumgebung schaffen möchte.
Virtuelle Lernumgebungen und die Rolle von Engageli
Engageli bringt über 100 Lernende aus fünf afrikanischen Ländern – Kamerun, Ghana, Ruanda, Senegal und Südafrika – mit Industrieexperten aus Europa, den USA und Kanada zusammen. Die Plattform kombiniert Kompetenzen von ESMT Berlin und der University of Victoria in Kanada, um Geschäftsverbindungen zwischen Absolventen und multinationalen Unternehmen zu fördern.
Durch die virtuelle Zusammenarbeit konnte die Anzahl der betreuten Studierenden verdoppelt werden. Dr. David Attipoe, Geschäftsführer von iiAfrica, hebt hervor, dass Engageli pro bono virtuelle Klassenzimmer zur Verfügung stellt, die interaktive Tools wie Umfragen und Quizze nutzen, um aktives Lernen zu fördern und Gemeinschaften zu bilden.
Die Herausforderungen im Bereich der Beschäftigungsfähigkeit sind in Afrika erheblich. Laut Berichten ist die Jugendarbeitslosigkeit hoch; 83 Prozent der jungen Menschen, die in den Arbeitsmarkt eintreten, bleiben arbeitslos, oft aufgrund eines Missverhältnisses zwischen verfügbaren Fähigkeiten und den Anforderungen des Marktes. Angesichts einer prognostizierten Jugendpopulation von 362 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren bis 2050 könnte Afrika eine kompetente und gut ausgebildete STEM-Arbeitskräfte entwickeln, wenn die Hindernisse im Bildungssystem angegangen werden.
Um die Qualität der Bildung zu verbessern, empfehlen Experten unter anderem, die STEM-Bewusstseinsförderung und den Zugang zu verbessern sowie neue Lehrmethoden zu implementieren und die Infrastruktur auszubauen. Universitäten in der Region arbeiten an Innovationszentren und Inkubatoren, um den Studierenden den Übergang in den Arbeitsmarkt zu erleichtern und unternehmerische Fähigkeiten zu entwickeln. In Sub-Sahara-Afrika existieren mittlerweile 186 universitätsgeführte Inkubatoren, die zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Die Kombination aus gezielter Ausbildung, Unterstützung durch Partner wie die SOS-Kinderdörfer und innovativen Plattformen wie Engageli könnte der Schlüssel sein, um die Lücke zwischen Bildung und Industrie zu schließen und eine Generation von talentierten, unternehmerisch denkenden jungen Erwachsenen hervorzubringen. Mit dem ambitionierten Ziel, bis 2035 eine Million talentierte junge Afrikaner zu erreichen, wird der Druck auf die politischen Entscheidungsträger steigen, passende Rahmenbedingungen zu schaffen, die dieses Vorhaben unterstützen.
Insgesamt stellt die pan-afrikanische Non-Profit-Organisation iiAfrica einen wichtigen Schritt in Richtung einer besseren Zukunft für die Jugend Afrikas dar, indem sie die Beschäftigungsfähigkeit und unternehmerisches Denken fördert und somit zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit des Kontinents beiträgt.
Für weitere Informationen über die Initiative können Interessierte die Berichte auf ESMT Berlin, Engageli und World Bank Blogs konsultieren.
