Am 24. April 2026 fand der Girls’ & Boys’ Day am Universitätsklinikum Ulm (UKU) sowie an der Universität Ulm statt, der darauf abzielte, Schülerinnen und Schüler in unterrepräsentierte Berufsfelder einzuführen. Rund 100 Schüler*innen erhielten Einblicke in den vielfältigen Arbeitsalltag der Universitätsmedizin. Im Rahmen der Veranstaltung hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, verschiedene Berufsfelder im Gesundheitsbereich näher kennenzulernen.
Die Angebote am UKU umfassten diverse Aktivitäten. So konnten die Schüler*innen unter anderem die Pflegeberufe kennenlernen und mehr über Schutzmaßnahmen sowie diagnostische Verfahren erfahren, beispielsweise in der Augenheilkunde. Ein weiteres attraktives Thema war „Psychiatrie ist nicht verrückt, sondern menschlich“, welches die Wahrnehmung und das Verständnis für psychiatrische Berufe fördern sollte. Zudem konnten die Schüler*innen logopädische Therapien nach Schlaganfällen beobachten und praktische Erfahrungen mit medizintechnischen Geräten und einer Herz-Lungen-Maschine sammeln.
Aufklärung und praktische Erlebnisse
Besonders spannend war die Möglichkeit, in die biomedizinische Forschung einzutauchen, Wunden an Modellen zu nähen und chirurgische Instrumente anzuwenden. Die Universität Ulm bot darüber hinaus Workshops an, in denen die Teilnehmer eine Solarlampe bauten oder ein Tic-Tac-Toe-Spiel löteten. Ein Highlight war die Begleitung einer experimentellen Physikerin zur Einzelmolekül-Mikroskopie.
Die Veranstaltung wurde von der Ulmer 3-Generationen-Uni (u3gu) des ZAWiW organisiert und zielte darauf ab, den Schüler*innen ein breites Spektrum an möglichen Ausbildungsberufen vorzustellen. Die Akademie für Gesundheitsberufe des UKU präsentierte zudem digitale Ausbildungsberufe im Rahmen des Boys’ Day, an dem insgesamt über 730 Jungen aus ganz Deutschland digital teilnahmen. Barbara Klingler-Volswinkler betonte die Vielfalt der Berufswege in der Universitätsmedizin und bezeichnete den Girls’ & Boys’ Day als zentralen Baustein zur Nachwuchsförderung in der Region.
Häusliche Gewalt im Fokus
Während das Augenmerk an den Universitäten auf der Nachwuchsförderung lag, bleibt das Thema häusliche Gewalt sehr relevant. Häusliche Gewalt ist eine sowohl körperlich als auch seelisch belastende Erfahrung, die oftmals im vermeintlich sicheren Umfeld des eigenen Hauses stattfindet. Es gibt verschiedene Formen häuslicher Gewalt, die von Beleidigungen über Drohungen bis hin zur physischen Gewalt reichen.
Studien belegen, dass etwa ein Viertel aller Frauen in Deutschland irgendwann Opfer häuslicher Gewalt wird. Diese Problematik betrifft alle sozialen Schichten, Nationalitäten und Altersgruppen, auch wenn Gewaltbeziehungen häufig einem spezifischen Muster folgen. Die Universitätsmedizin Essen bietet Unterstützung für Beschäftigte in solchen Situationen und zahlreiche Hilfsangebote stehen zur Verfügung, wie das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (08000 116 016) und das Männerhilfetelefon (0800 123 99 00).
Zusätzliche Informationsressourcen beinhalten Beratungsstellen für Frauen in Krisensituationen und Frauenhäuser, die Schutz und Unterstützung bieten. Die Polizeiberatung stellt Informationen zu Handlungsmöglichkeiten bereit, die Betroffenen helfen können, sicher aus gewaltbelasteten Beziehungen auszusteigen.
Die Verbindung von Nachwuchsförderung im Gesundheitswesen und der Sensibilisierung für Themen wie häusliche Gewalt zeigt, wie wichtig es ist, Schülerinnen und Schüler über verschiedene gesellschaftliche Herausforderungen aufzuklären und sie gleichzeitig für spannende Berufsperspektiven zu begeistern.
Für weitere Informationen zu häuslicher Gewalt und Unterstützungsangeboten siehe die Publikation des BMJV: Schutz bei häuslicher Gewalt.