Zukunftsvisionen im Fokus: Tagung zur Utopie und Reparation in Saarbrücken
Vom 25. bis 26. Juni 2026 findet am Innovation Center der Universität des Saarlandes die Jahrestagung des Käte Hamburger Kollegs CURE statt. Die Tagung mit dem Titel „Reparative Futures: Utopian Thinking in Times of Crisis“ widmet sich den gesellschaftlichen Dimensionen kultureller Praktiken der Reparation und dem utopischen Denken in Krisenzeiten. Eröffnet wird die Tagung am Donnerstag, dem 25. Juni, um 10 Uhr.
In Anbetracht der zunehmenden globalen Krisen plädiert die Veranstaltung für die Entwicklung positiver Zukunftsvisionen, die über Resignation und Fatalismus hinausgehen. Utopisches Denken wird hier als wesentlicher Bestandteil betrachtet, um alternative, gerechtere Zukünfte zu schaffen und dominierende Wissensordnungen zu hinterfragen. Dieses Denken könnte als eine Form der „Reparation“ für irreversible Schäden und gesellschaftliche Brechsituationen betrachtet werden, die in der heutigen Welt immer offensichtlicher werden, wie uni-saarland.de betont.
Vielfältige Perspektiven und Fachvorträge
Die Tagung bietet ein umfangreiches Programm mit Vorträgen von Experten aus verschiedenen Disziplinen, darunter Literatur, Geschichte, Ökologie und politische Theorie. Insgesamt sind 11 Referate vorgesehen. Am 25. Juni sind unter anderem Juliane Rebentisch von der HFBK Hamburg mit dem Thema „The End of Dystopia and the Return of Hauntology“ sowie Justine Huppe von der Universität Liège mit ihrem Beitrag über die „Alchimie de l’encre et du détergent“ vertreten. Der Tag schließt mit einem Vortrag von Sophie Wahnich, der sich mit der Geschichte der Französischen Revolution in Bezug auf Reparationsfragen beschäftigt.
Am 26. Juni entfalten sich die Diskussionen weiter, beginnend mit Tijana Vujošević von der University of British Columbia, die aus architektonischer Sicht die Materialität der Utopie betrachtet. Die Referate enden mit Jennifer Allen von der Yale University, die die Fragen von Zeit, Maßstab und Handlungsmacht in der Neugestaltung von Utopien ansprechen wird.
Utopisches Denken im historischen Kontext
Der Kontext der Tagung reflektiert die wachsende Relevanz utopischer Entwürfe, die seit dem Ende des Kalten Krieges oft als naiv oder sogar gefährlich galten. Doch der aktuelle Diskurs um Utopien, der durch gesellschaftliche Krisen und technologische Entwicklungen angetrieben wird, zeigt eine Umorientierung. Thomas Morus‘ Werk „Utopia“ aus dem Jahr 1516 gilt als Grundstein des utopischen Denkens und thematisiert wie kaum ein anderes Werk die Balance zwischen Ideal und Realität. Es wird die Frage aufgeworfen, ob technologische Utopien wie künstliche Intelligenz soziale Visionen ersetzen können, was in der deutschlandfunkkultur.de behandelt wird.
Die Tagung wird zudem von einem klaren Ziel angetrieben: die Sichtbarmachung verdrängter Perspektiven und das Aufzeigen neuer Möglichkeitsräume. In Verbindung mit den vorangegangenen Überlegungen wird eine kritische Auseinandersetzung mit heutigen Zukunftsvisionen gefordert, während auch die Herausforderungen des gegenwärtigen Diskurses untersucht werden.
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos, jedoch ist eine Anmeldung per E-Mail erforderlich an kontakt@khk.uni-saarland.de. Für Rückfragen steht Anna Warum unter der Telefonnummer +49 (0)681 302-3372 zur Verfügung.
Weitere Informationen zur Veranstaltung und die vollständige Agenda sind auf der Seite des Käte Hamburger Kollegs CURE zu finden: hier.
