An der Freien Universität Berlin werden die Emotionen und Affekte unserer Zeit ausführlich unter die Lupe genommen. Der Sonderforschungsbereich (SFB) „Affective Societies – Dynamiken des Zusammenlebens in bewegten Welten“ hat sich seit 2015 der Erforschung dieser nicht greifbaren, doch entscheidenden gesellschaftlichen Elemente verschrieben. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt und bringt aktuelle sowie ehemalige Forschende zusammen, um ihre Erkenntnisse mit Fachleuten aus den Bereichen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu diskutieren. Diese interdisziplinäre Annäherung ist heute wichtiger denn je, vor allem angesichts globaler Herausforderungen wie der COVID-19-Pandemie und des Ukraine-Kriegs.

Ab dem 22. April startet eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Legacy Sessions zu den Affekten in der globalen Gegenwart“. In diesen Sitzungen, die jede Woche mittwochs von 18 bis 20 Uhr im Vorlesungsraum J32/102 stattfinden, sollen Themen wie die „Affekte des neuen Faschismus“ behandelt werden. Die Teilnahme ist kostenlos, und auch eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Dies bietet eine hervorragende Gelegenheit für alle Interessierten, direkt aus der Forschung zu lernen und sich an Gesprächen über affektive Dynamiken zu beteiligen.

Forschung mit Weitblick

Der SFB „Affective Societies“ hat es sich zum Ziel gesetzt, ein neues Verständnis von Gesellschaften zu entwickeln, das den Affekten und Emotionen einen zentralen Platz einräumt. Die Forscher:innen untersuchen, wie diese Aspekte das Zusammenleben in den vielfältigen gesellschaftlichen Kontexten des 21. Jahrhunderts prägen. Dabei betrachten sie nicht nur die positiven, sondern auch die negativen Seiten von Affekten, die in Krisenzeiten oft besonders deutlich werden.

In der aktuellen dritten Laufzeit des Projekts stehen die affektiven und emotionalen Dynamiken gegenwärtiger Konflikte im Fokus. Fragen nach einem besseren Zusammenleben und den Einflüssen divergierender Emotionen gewinnen hierbei an Dringlichkeit. Wissenschaftler:innen aus neun verschiedenen Disziplinen arbeiten in elf Teilprojekten und widmen sich Themen wie aktivistischen Mobilisierungen, (Anti-)feministischen Diskursen und der psychosozialen Gesundheitsversorgung.

Breite der Forschungsthemen

Neben aktiven Projekten, die sich mit den komplexen Wechselwirkungen zwischen Affekten und Gesellschaft beschäftigen, hat der SFB auch zahlreiche abgeschlossene Forschungsprojekte vorzuweisen. Diese behandeln emotionale Ambivalenzen, die Rolle von Social Media in affektiven Dynamiken sowie transkulturelle Poetiken. Ein zentrales Reflexionsprojekt sorgt dafür, dass diese Erkenntnisse in einer interdisziplinären Diskussion fester Bestandteil bleiben und methodisch anspruchsvoll aufbereitet werden.

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Die Vielfalt der Themen belegt, wie stark die Research-Community auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert und zur Lösungsfindung beiträgt. Ängste, Unsicherheiten und ein wachsender Vertrauensverlust in gesellschaftliche Institutionen sind nur einige der Herausforderungen, die in den Forschungsarbeiten beleuchtet werden und grundlegende Fragen zur Zukunft des Zusammenlebens aufwerfen.

Erfreulicherweise fördert die DFG deutschlandweit momentan 257 Sonderforschungsbereiche, von denen der SFB „Affective Societies“ einer von nur zehn an der Freien Universität Berlin ist. Dies unterstreicht die Relevanz und Innovationskraft, die der SFB in die Forschungslandschaft einbringt, und hebt seine Rolle als Referenzpunkt im Bereich der Affekt- und Emotionsforschung hervor. Die laufenden Forschungsarbeiten tragen dazu bei, das Verständnis von sozialen Dynamiken im 21. Jahrhundert zu schärfen und sollten in Zukunft von großem Interesse für die Gesellschaft sein.

Wer sich für die Themen rund um Affekte und deren Auswirkungen interessiert, hat ab dem 22. April die Möglichkeit, sich intensiv mit den Ergebnissen und Diskussionen im Rahmen der Legacy Sessions auseinanderzusetzen. Weitere Informationen dazu sind auf der Webseite der Freien Universität Berlin zu finden. Das Projekt kann auch in detailsierter Form über die DFG Projektseite eingesehen werden.