BVB verlängert mit Niko Kovač bis 2029 trotz Ergebniskrise vor der Champions League
Bei Borussia Dortmund ist die Stimmung angespannt, auch wenn Niko Kovač das Wort „Krise“ nicht gelten lassen will. Der BVB hat in den vergangenen drei Spielen nicht gewonnen: Auf das 2:2 gegen Werder Bremen folgte ein 0:1 beim norwegischen FK Bodø/Glimt, anschließend ein 0:0 bei Union Berlin.
Vor allem die Niederlage in Norwegen hat Dortmunds Position in der Champions-League-Tabelle deutlich verschlechtert. Dazu kommt der verletzungsbedingte Ausfall von Konstantinos Karetsas für das Champions-League-Spiel beim FK Sabah. Viel Stoff also für Diskussionen – gerade rund um den Klub, der erst eine Woche zuvor Kovačs Vertrag vorzeitig bis Sommer 2029 verlängert hatte.
Kovač will kein Drama
„Weit weg davon“ sei Dortmund, sagte Kovač auf die Frage nach einer Krise. Bei seinem Amtsantritt sei der Verein Tabellenelfter gewesen, aktuell liege der BVB auf Rang zwei und habe ebenso viele Punkte wie Bayern. Die jüngsten Ergebnisse nannte der Trainer zwar unbefriedigend, daraus wolle er aber „kein Drama“ machen.
Sein persönliches Motto im Umgang mit der Kritik klingt denkbar knapp: „Nichts lesen.“ Vor dem Spiel am Dienstag um 18:45 Uhr (DAZN) in Baku betonte Kovač außerdem, dass weder die bisherigen Ergebnisse noch die vergangene Saison eine Rolle spielten. Dortmund müsse am nächsten Tag bereit sein.
Vertrag bis 2029 – und eine starke Bilanz
Bekannt gegeben wurde die Vertragsverlängerung am 13. Oktober 2026. Kovač unterschrieb bis zum 30. Juni 2029; sein bisheriger Vertrag wäre am Saisonende ausgelaufen. Der 54-Jährige, in Berlin geboren und ehemaliger kroatischer Nationalspieler, hatte Dortmund Anfang 2025 übernommen, als der Klub in der Bundesliga auf Platz 11 stand.
Unter seiner Leitung wurde Dortmund 2024/25 Vierter und qualifizierte sich für die Champions League. In der Saison 2025/26 folgte die Vizemeisterschaft hinter Bayern München. Der Verein nennt für Kovač einen Durchschnitt von 2,15 Punkten pro Bundesliga-Spiel – den besten Wert aller Trainer des Klubs.
Auch der Saisonstart liest sich zunächst ordentlich: Dortmund gewann vier der ersten fünf Bundesliga-Spiele und kam nach fünf Spieltagen auf 13 Punkte, gleichauf mit Freiburg. Seit der Niederlage im Supercup gegen Bayern München gewann der BVB laut SRF sechs der folgenden sieben Pflichtspiele. Dann kamen Bremen, Bodø/Glimt und Union. Fußball kann schnell kippen.
Vertraute Gesichter im Trainerteam
Mit Kovač verlängerten auch Co-Trainer Robert Kovač, der Bruder des Trainers, und Assistent Filip Tapalović. Sportdirektor Ole Book erklärte, er stehe fast täglich mit Kovač in Kontakt, und beschrieb die Zusammenarbeit als vertrauensvoll. Geschäftsführer Sport Lars Ricken hatte seinen Vertrag kurz zuvor bis 2030 verlängert.
Laut „Bild“ soll Kovač künftig fünf Millionen Euro pro Jahr verdienen. Sein Weg nach Dortmund führte über Eintracht Frankfurt, Bayern München, AS Monaco und den VfL Wolfsburg. Mit Eintracht Frankfurt gewann er 2018 den DFB-Pokal gegen Bayern München. In München holte er zwei deutsche Meisterschaften, zwei DFB-Pokale und die Champions League.
Das nächste Spiel steht am Mittwoch, 14. Oktober 2026, in der Champions-League-Ligaphase beim norwegischen Klub Bodø/Glimt an. Laut „Blick“ ist es Kovačs erstes Spiel unter dem neuen Vertrag. Der Termin liegt damit sechs Tage vor dem heutigen 20.10.2026 – die Begegnung gehört also zum bereits angesetzten Spielplan.
Für Dortmund bleibt die Lage dadurch eigenartig zweigeteilt: eine starke Entwicklung seit Kovačs Amtsantritt, ein neuer Vertrag mit langfristigem Vertrauen – und drei Partien ohne Sieg, die sich im Bauch trotzdem schwer anfühlen. In Baku hatte der Trainer deshalb vor allem eine Forderung: bereit sein.
