Am 21. April 2026 war es wieder soweit: Der renommierten Elke Twiesselmann-Preis wurde zum dritten Mal verliehen, um junge Nachwuchstalente in den Studiengängen Schauspiel und Musical an der Folkwang Universität der Künste zu fördern. Die Bewerbungen für den Preis richten sich an Absolventinnen der Jahrgänge 2025 und 2026 und fokussieren sich auf eine praktische Theaterarbeit sowie eine darstellerische Auseinandersetzung mit Christa Wolfs ikonischem Werk „Kassandra“.

Ein zentrales Element der Ausschreibung ist ein Essay der Teilnehmerinnen, in dem sie sich mit einem prägnanten Satz aus der Erzählung beschäftigen: „Scheint es Dir abwegig, zu glauben, dass ‚das Denken‘, hätten Frauen seit über zweitausend Jahren an ihm mitgedacht, heute ein andres Leben führen würde?“ Diese Auseinandersetzung zeigt die Absicht, eine kritische Reflexion über die Position der Frauen in der Gesellschaft sowie im Theaterbetrieb anzustoßen.

Die Preisträgerin und ihre Arbeit

Mit dem Preis ausgezeichnet wurde Constanza Pérez de Lara Bonatti für ihre tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Kassandra-Stoff und ihren persönlichen Erfahrungen von struktureller Gewalt gegen Frauen in Mexiko. Ihre Videoarbeit und der Essay „Archive von Erfahrung“ werfen Fragen über die Konsequenzen für Frauen auf, die ihre Stimme erheben – Themen, die in der Theaterlandschaft von großer Relevanz sind.

Die junge Künstlerin, geboren 1998 in Mexiko-Stadt, zog im Alter von 19 Jahren nach Deutschland und hat von 2021 bis 2025 Musical an der Folkwang Universität studiert. Ihre Bühnenpräsenz hat sie bereits in namhaften Häusern wie dem Düsseldorfer Schauspielhaus, der Oper Dortmund und dem Deutschen Theater München unter Beweis gestellt. Aktuell wird sie in Florentina Holzingers „A Year Without Summer“ an der Volksbühne Berlin und 2026 in „Seaworld Venice“ bei der 61. Biennale von Venedig zu sehen sein.

Über den Elke Twiesselmann-Preis

Der Elke Twiesselmann-Preis, der vom Zonta Club Bochum gestiftet wurde, ist der erste Nachwuchsspielerinnen-Preis in Deutschland. Seit seiner erstmaligen Auslobung im Jahr 2021 hat er sich als bedeutende Unterstützung für Studentinnen und frisch gekürte Absolventinnen etabliert, die sich mit dem weiblichen Blick auf der Bühne auseinandersetzen möchten. Auch kulturpolitisch ist der Preis von Bedeutung, da er darauf abzielt, die Repräsentanz von Frauen im Theater zu fördern und neue Themen ins Rampenlicht zu rücken.

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Elke Twiesselmann (*1927) war eine herausragende Persönlichkeit im deutschen Theater, die sowohl als Mitbegründerin des Zonta Clubs Bochum als auch über zwölf Jahre als Ensemblemitglied am Schauspielhaus Bochum sowie am Staatstheater Stuttgart wirkte. Ihr engagierter Einsatz für die Theaterkunst und ihr darunter liegendes Anliegen, das Rollenstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart über zwei Jahrzehnte zu unterrichten, machen ihren Namen bis heute von großer Bedeutung in der Theaterlandschaft.

Die Aufmerksamkeit auf den Preis kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Thema der Geschlechtergerechtigkeit im Theater nicht nur national, sondern auch international relevant ist. Im deutschen Theaterbetrieb ist die Diskrepanz zwischen der Repräsentanz von Frauen und Männern nach wie vor deutlich spürbar. Laut Studien sind Frauen in Leitungspositionen stark unterrepräsentiert, und auch im Regiebereich ist der Frauenanteil mit nur 30% ausbaufähig. Trotz dieser Herausforderungen wagen es talentierte Künstlerinnen wie Constanza Pérez de Lara Bonatti, ihre Stimme zu erheben und neue Perspektiven zu eröffnen.

Die nächsten Ausschreibungsunterlagen für den Elke Twiesselmann-Preis werden 2025 verfügbar sein. Mit einem klaren Ziel vor Augen, junge Frauen im Theater zu empowern, bleibt dieser Preis ein starkes Zeichen für eine gerechtere und vielfältigere Theaterlandschaft in Deutschland.