Am Samstag, 10. Oktober 2026, entscheidet sich in Berlin, wer den Siebten Deutschen Preis für Chordirigieren erhält. Im Finale stehen die Finalistin Bobin Kim sowie die Finalisten Benedikt Kantert und Nikolaas Schmeer. Jeder der drei übernimmt im Abschlusskonzert einen Teil des Programms mit dem RIAS Kammerchor Berlin.

Beginn ist um 19:00 Uhr in der St.-Elisabeth-Kirche in Berlin-Mitte. Das Konzert wird als Livestream übertragen, von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und ist laut Veranstaltungsseite ausverkauft. Für alle, die keinen Platz mehr bekommen haben, bleibt also zumindest der digitale Weg in die Kirche.

Drei Dirigenten, ein breites Repertoire

Die drei Finalistinnen und Finalisten arbeiten mit dem RIAS Kammerchor an Chormusik vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Bobin Kim ist Assistentin an der Semperoper Dresden. Benedikt Kantert leitet die Universitätschöre der TU Dresden und sammelt dort Erfahrung als künstlerischer Leiter. Nikolaas Schmeer arbeitet als freiberuflicher Dirigent und leitet den Landesjugendchor Thüringen.

Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Johann Hermann Schein, Hugo Wolf, Max Reger, Murray Schafer, Albert Becker, Cyrillus Kreek und Josef Gabriel Rheinberger. Zu hören sind Schein-Kompositionen aus Israelsbrünnlein: „Wende dich, Herr, und sei mir gnädig“, „Lehre uns bedenken“ sowie „Freue dich des Weibes deiner Jugend“.

Von Hugo Wolf erklingen „Resignation“ (Nr. 3), „Letzte Bitte“ (Nr. 4), „Erhebung“ (Nr. 6), „Aufblick“ (Nr. 1) und „Einklang“ (Nr. 2) aus Sechs geistliche Lieder. Dazu kommen Max Regers „Schweigen“ (op. 39, Nr. 1), Albert Beckers „Du Hirte Israels, höre“ (op. 89, Nr. 2) und Cyrillus Kreeks „Taaveti laul 22 ‚Mu Jumal! Mu Jumal!‘“ (Psalm 22 „Mein Gott! Mein Gott!“).

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Murray Schafer ist mit „Chant to make fences fall down“ (Nr. 2), „Chant to make the magic work“ (Nr. 9) und „Chant to bring back the wolf“ (Nr. 1) aus Magic Songs vertreten. Den Schluss bildet Josef Gabriel Rheinbergers „Abendlied“ op. 69, Nr. 3 für Chor a cappella. Mit dabei sind außerdem Christopher Scotney an der Violone und Flóra Júlia Fábri an der Orgel.

Preisentscheidung mit Publikum

Veranstalter des Wettbewerbs ist der Deutsche Musikrat. Eine international besetzte Jury entscheidet über den mit 5.000 Euro dotierten Deutschen Preis für Chordirigieren beziehungsweise über die Vergabe des Preisgelds. Zusätzlich kann das Publikum einen Publikumspreis vergeben – eine zweite Entscheidung also, die nicht am Jurytisch fällt.

Das Stipendienprogramm Forum Dirigieren des Deutschen Musikrats wurde 2008 um den Bereich Chordirigieren erweitert. Der RIAS Kammerchor Berlin war an dieser Erweiterung beteiligt und ist seither regelmäßig Partner bei Workshops und beim Deutschen Preis für Chordirigieren.

Das Finale findet in Kooperation mit dem Forum Dirigieren des Deutschen Musikrats statt. Während in Dresden an der TU die Universitätschöre von Benedikt Kantert geleitet werden, richtet sich der Blick am 10. Oktober nach Berlin: auf drei Dirigierende, einen traditionsreichen Kammerchor und ein Programm, das einmal quer durch mehrere Jahrhunderte führt.