Fresenius Medical Care unter Druck: DAX-Schlusslicht durchbricht zentrale Unterstützungen
Med Berlin, 8.10.2026 – Im Xetra-Handel schlossen 16 DAX-Werte im Plus, 24 im Minus. Fresenius Medical Care (FME; WKN 578580, ISIN DE0005785802) erwischte es am härtesten: Die Aktie verlor 6,04 Prozent und war damit Schlusslicht im DAX. Infineon gab 5,10 Prozent ab, die Deutsche Bank 4,54 Prozent.
Der Blick auf die Kursgrafik macht den schwachen Handelstag nicht gerade angenehmer. Nach dem kräftigen Rückgang Anfang November hatte sich die FMC-Aktie zwar stabilisiert, eine nennenswerte Erholung blieb aber aus. Mehrere Monate pendelte der Kurs in einer Seitwärtsbox, bevor diese Anfang Mai nach unten aufgelöst wurde. Eine zwischenzeitliche Erholung vom Jahrestief wurde anschließend weitgehend wieder abgegeben.
Alle wichtigen Durchschnitte gerissen
Anfang Juni kletterte der Kurs noch über die psychologisch wichtige Marke von 40,00 Euro. Auf das Jahreshoch folgten jedoch Gewinnmitnahmen und ein Abwärts-Gap. Im jüngsten Handel durchbrach eine lange rote Tageskerze sämtliche wichtigen gleitenden Durchschnitte. Der Schlusskurs lag unter der SMA20 bei 39,28 Euro. Die SMA50 verläuft bei 40,18 Euro, die SMA200 bei 39,61 Euro.
Seit Anfang September hatte die Aktie bereits mit der SMA200-Linie zu kämpfen; zuletzt kam die SMA50 als zusätzlicher Widerstand hinzu. Als mögliche Abwärtsziele nennt die Analyse zunächst das offene Gap bei 36,13 Euro und danach den Bereich des Jahrestiefs. Der liegt bei 35,20 Euro. Sollte sich der Abverkauf nicht bestätigen, wäre kurzfristig auch eine Gegenbewegung bis zur SMA20 denkbar.
Im 4-Stunden-Chart setzte sich der Kurs nach dem Jahreshoch Schritt für Schritt zurück. Nach einem Abwärts-Gap fiel die Aktie unter die SMA20 bei 39,80 Euro und die SMA50 bei 39,67 Euro. Die SMA200 bei 39,90 Euro bot anfangs noch Halt, wurde später aber ebenfalls unterschritten. Erholungen über SMA20 oder SMA50 liefen spätestens im Bereich der SMA200 wieder ins Leere – dann kamen erneut Verkäufe. Unterhalb der SMA50 bleibt der Abwärtsdruck laut Analyse dominant. SMA20, SMA50 und SMA200 liegen eng beieinander und bilden damit ein Widerstandscluster.
Viele Marken, wenig Luft nach oben
Auf der Oberseite liegen relevante Widerstände bei 39,27 Euro, der SMA20 im Tageschart, sowie bei 39,54 und 39,61 Euro, den genannten Marken rund um die SMA200 im Tageschart. Dazu kommen 39,67, 39,74 und 39,79 Euro sowie 39,90, 39,94 und 39,96 Euro. Darüber folgen 40,17, 40,88 und 41,13 Euro. Ein übergeordnetes Gap liegt bei 45,91 Euro.
Unterstützung findet die Aktie bei 36,87 Euro, 36,52 Euro und dem offenen Gap bei 36,13 Euro. Darunter rückt der Bereich des Jahrestiefs bei 35,20 Euro ins Blickfeld. Die technische Prognose bleibt im Tages- und im 4-Stunden-Chart abwärtsgerichtet, solange der Kurs unter den relevanten gleitenden Durchschnitten bleibt.
Analysten uneins über FMC
Auch bei den Research-Häusern ist die Richtung alles andere als einheitlich. Bernstein Research stufte Fresenius Medical Care nach dem angekündigten Wechsel an der Konzernspitze auf „Market-Perform“ beziehungsweise „Neutral“ ein und nannte ein Kursziel von 44,65 Euro. JPMorgan blieb nach der Ankündigung des Führungswechsels bei „Underweight“ und einem Ziel von 32,30 Euro.
Am 30.09. senkte Goldman Sachs das Kursziel von 39 auf 38 Euro und beließ die Einstufung auf „Neutral“. Analyst Richard Felton rechnet mit erneuten Herausforderungen. Einen Tag zuvor kappte Berenberg das Kursziel deutlich von 60 auf 42 Euro und wechselte von „Buy“ auf „Hold“. FMC müsse den Absatzmotor neu ausrichten, lautete die Begründung.
Bereits am 09.09. hatte JPMorgan FMC auf „Underweight“ belassen. Die Analysten blieben wegen der Branchenaussichten für europäische Medizintechnikunternehmen zurückhaltend. Jefferies senkte am 07.08. das Kursziel von 31 auf 30 Euro und blieb bei „Underperform“; die Schätzungen wurden angepasst.
Daneben gab es auch freundlichere Einschätzungen. Die DZ Bank erhöhte am 06.08. nach Quartalszahlen den fairen Wert von 52 auf 54 Euro und beließ FMC auf „Kaufen“. Berücksichtigt wurde das bereinigte operative Ergebnis. Barclays senkte am selben Tag das Kursziel von 46 auf 44,50 Euro, blieb aber bei „Equal Weight“; unter anderem ging es um die Behandlungszahlen.
Goldman Sachs reduzierte am 05.08. das Kursziel von 43 auf 39 Euro und hielt an „Neutral“ fest. Deutsche Bank Research beließ FMC am 04.08. nach einem besser als erwarteten Quartalsergebnis auf „Hold“ mit einem Kursziel von 40 Euro. Jefferies blieb nach den Zahlen zum zweiten Quartal bei „Underperform“ und 31 Euro, wobei der Umsatz bewertet wurde.
UBS bestätigte am 04.08. „Sell“ mit einem Kursziel von 37 Euro. Die Ergebnisse seien unter anderem durch einen positiven Effekt beeinflusst worden. Bernstein Research beließ FMC auf „Market-Perform“ mit 44,65 Euro und verwies darauf, dass der Dialysekonzern beim operativen Ergebnis Entwicklungen gezeigt habe.
Schon am 03.08. hatte JPMorgan nach den Zahlen zum zweiten Quartal „Underweight“ mit einem Kursziel von 37,40 Euro bestätigt; im Mittelpunkt stand das bereinigte operative Ergebnis. Vor den Quartalszahlen hielten Deutsche Bank Research am 21.07. an „Hold“ und 40 Euro fest, Jefferies am 20.07. an „Underperform“ und 31 Euro. Grundlage bei Jefferies waren Management-Indikationen.
JPMorgan blieb am 17.07. vor den Quartalszahlen bei „Underweight“ und 37,40 Euro, diesmal mit Blick auf die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis. Bernstein Research startete am 16.07. die Bewertung von FMC mit „Market-Perform“ und 44,65 Euro. Anlass war die Markteinführung eines neuen Produkts beziehungsweise Angebots.
Am 07.07. beließ JPMorgan FMC bei „Underweight“ und einem Kursziel von 37,40 Euro. Neue Daten zu Nierenerkrankungen im Endstadium deuteten auf eine anhaltende Entwicklung hin. Bereits am 25.06. hatte JPMorgan dieselbe Einstufung und dasselbe Kursziel genannt; damals ging es um einen Vergütungsvorschlag.
