In einem bahnbrechenden Forschungsprojekt, das die Risiken durch Stechmücken unter die Lupe nimmt, haben Wissenschaftler aus verschiedenen Institutionen ihre Köpfe zusammengesteckt. Das Projekt namens LUMEN untersucht, wie künstliches Licht und Klimawandel das Verhalten heimischer Stechmücken beeinflussen. Diese Maßnahmen sind besonders relevant, da Stechmücken in vielen Städten nicht mehr nur im Hochsommer aktiv sind, sondern ihre Aktivität das ganze Jahr über ausgeweitet haben.

Ein zentrales Anliegen des Projekts liegt darin, die Auswirkungen von künstlichem Licht auf den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus der Stechmücken zu erforschen. Wie uni-erfurt.de berichtet, führt das Stören dieses Rhythmus dazu, dass Mücken länger aktiv sind, ihre Stechzeiten ausdehnen und später in Winterruhe gehen. Diese Veränderungen könnten die Übertragungsrisiken für verschiedene Viren, einschließlich des West-Nil-Virus, signifikant erhöhen.

Projektstruktur und Ziele

Das Projekt LUMEN läuft über drei Jahre und verfügt über ein Gesamtfördervolumen von rund 1,2 Millionen Euro. Daran beteiligt sind unter anderem das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM), das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin, die Universität Erfurt, die Universität Heidelberg sowie die Universität Bamberg.

  • BNITM: Untersuchung der Auswirkungen von Licht und Temperatur auf die Biologie von Culex pipiens.
  • Leibniz-Institut: Analyse der Einflüsse von Licht, Temperatur, Wasserqualität und Mikroorganismen auf Stechmücken in urbanen Lebensräumen.
  • Risikowahrnehmung: Forschung zur Risikowahrnehmung und zum Schutzverhalten durch die Kooperation von BNITM und der Universität Erfurt.
  • Mathematische Modelle: Integration der gesammelten Daten zur Erstellung von Risikokarten an der Universität Heidelberg.
  • Mobile App: Entwicklung einer App zur Erfassung von Schutzverhalten und Stechmückenexposition durch die Universität Bamberg.

Das übergeordnete Ziel des Projekts ist es, biologische, ökologische und soziale Daten zu bündeln. Auf diese Weise soll eine realistischere Abschätzung der Übertragungsrisiken ermöglicht werden. Die One Health Platform unterstützt dieses inter- und transdisziplinäre Netzwerk, dessen Forschungsergebnisse letztlich die Grundlage für eine bessere Infektionsprävention bilden sollen.

Lichtverschmutzung als Umweltfaktor

Ein weiterer innovativer Aspekt der Forschung ist die Berücksichtigung von Lichtverschmutzung als Umweltfaktor in der Infektionsforschung. Wie bnitm.de anmerkt, wird dieser Aspekt bislang kaum in den bisherigen Studien beachtet, obwohl er erheblich das Verhalten von Stechmücken beeinflussen könnte. Die Annahme ist, dass sowohl Lichtverschmutzung als auch steigende Temperaturen das Verhalten der Mücken verändern und somit das Risiko von Virusübertragungen beeinflussen können.

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So wird das Projekt LUMEN nicht nur unserer aktuellen Wissensbasis über Stechmücken und deren Übertragungsmechanismen einen Schub geben, sondern soll auch neue Wege finden, wie wir uns vor infektionsbedingten Risiken schützen können. Man darf also gespannt sein, welche Erkenntnisse in den nächsten Jahren gewonnen werden.