Salzburg kämpft gegen Berlin um den Sprung ins CHL-Achtelfinale
Im Salzburger Eishockey-Kalender steht heute ein ziemlich großer Abend: Am 5. Spieltag der Champions Hockey League empfangen die Red Bulls Salzburg die Eisbären Berlin. Der Puck fällt um 20:20 Uhr, ein Live-Ticker ist angekündigt. Salzburg, 7. Oktober 2026, 16:03 Uhr.
Viel Spielraum bleibt den Gastgebern nicht. Salzburg liegt vor dem Duell auf Rang 20 und damit zwei Punkte hinter dem Qualifikationsbereich für die Top 16. Berlin steht auf Platz 14, drei Zähler vor Salzburg. Die Eisbären kommen zudem mit einem 2:1 gegen Herning Blue Fox im Gepäck. In Med Berlin wird man das Spiel vermutlich ebenfalls ziemlich genau verfolgen.
Salzburg braucht Punkte, Berlin hat Vorsprung
Für Salzburg und die anderen österreichischen Vertreter geht es um den Einzug in die Top 16. Der aktuelle Spielplan der Saison 2025/2026 führt sechs Spieltage mit Begegnungen europäischer Klubs auf. Die ersten vier Runden sind bereits als beendet markiert; manche Partien wurden erst nach Verlängerung, kurz „n.V.“, oder im Penaltyschießen, „n.P.“, entschieden.
Am 5. Spieltag stehen neben bereits beendeten Begegnungen auch angesetzte beziehungsweise laufende Spiele auf dem Programm. Tappara Tampere gegen Storhamar ist als „Live“ markiert. Außerdem sind unter anderem Kölner Haie gegen Herning, Adler Mannheim gegen GKS Tychy, Bordeaux gegen Pardubice und Salzburg gegen Eisbären Berlin terminiert. Die angegebenen Beginnzeiten reichen je nach Partie von 14:00 bis 20:20 Uhr.
Schon der Blick auf den 6. Spieltag zeigt, wie dicht dieser Wettbewerb getaktet ist: KooKoo – Adler Mannheim, Pardubice – Växjö, GKS Tychy – Tappara Tampere, Nitra – Rögle, Frölunda – Bordeaux, Skellefteå – Salzburg, SaiPa – Plzeň, Herning – Fribourg-Gottéron, Storhamar – Graz, Eisbären Berlin – KAC, Davos – Liberec und Genève-Servette – Kölner Haie stehen dann auf dem Plan.
Europas Klubspitze in einem gemeinsamen Feld
Die Champions Hockey League ist der höchste europäische Klubwettbewerb im Eishockey und wird seit 2014 ausgetragen. In der aktuellen Saison 2025/26 tritt die CHL unter dem Dach der IIHF mit 24 Mannschaften an. Rekordmeister ist Frölunda HC aus Schweden mit fünf Titeln. Nicklas Lasu hält mit 94 Einsätzen den Rekord für die meisten CHL-Spiele, Ryan Lasch ist mit 44 Toren der Rekordtorschütze.
Das heutige Format ist noch relativ jung. Seit 2023/24 spielen die 24 Teams in einer gemeinsamen Gruppe, jede Mannschaft absolviert sechs Partien – drei zu Hause und drei auswärts gegen jeweils unterschiedliche Gegner. Die 16 bestplatzierten Teams ziehen ins Achtelfinale ein. Seit 2023 werden sie nach Tabellenplatz gesetzt; davor wurden Gruppen- und Gruppenzweite zugelost.
In den Achtel-, Viertel- und Halbfinals entscheidet ein Hin- und Rückspiel. Steht es nach dem zweiten Duell unentschieden, folgen zehn Minuten Drei-gegen-drei. Fällt dabei kein Tor, treten fünf Schützen pro Team zum Penaltyschießen an. Das Finale wird in nur einer Partie ausgetragen, wobei das Team mit der besseren bisherigen Bilanz Heimrecht erhält.
Von Wochenendturnieren zur heutigen CHL
Die Geschichte des Wettbewerbs ist etwas verschlungen. Nach dem Ende der European Hockey League im Jahr 2000 wurde ab 2005 der IIHF European Champions Cup als Wochenendturnier gespielt. 2007 kündigte die IIHF einen neuen Wettbewerb namens Champions Hockey League an; die erste Austragung gewann der ZSC Lions aus Zürich. Die Saison 2009/10 fiel wegen der Finanzkrise und fehlender Sponsoren aus. Von 2010 an sprangen europäische Spitzenklubs mit der European Trophy ein.
Im Herbst 2013 einigten sich IIHF, Klubs und Ligen schließlich auf eine neue CHL, die ab 2014 ausgetragen wurde. Anfangs gab es eine Gruppenphase vor oder zu Beginn der nationalen Spielzeiten, das Finale folgte im Februar oder März. 2014/15 spielten 44 Teams in elf Vierergruppen; die Gruppensieger und fünf besten Gruppenzweiten erreichten das Achtelfinale. Von 2015 bis 2017 waren 48 Teams in 16 Dreiergruppen dabei, die jeweils zwei Besten kamen ins Sechzehntelfinale. Zwischen 2017/18 und 2022/23 traten 32 Mannschaften in acht Vierergruppen an, wobei die beiden Erstplatzierten jeweils ins Achtelfinale einzogen.
Auch die Zahl der Spiele veränderte sich dadurch kräftig: 2014/15 wurden 132 Gruppenspiele ausgetragen, 2015/16 nach der Umstellung auf Dreiergruppen noch 96. Mit der Rückkehr zu Vierergruppen bei 32 Teams gab es ab 2017/18 wieder 96 Gruppenspiele. Die Saison 2021/22 war von Corona-Beschränkungen geprägt; zwei Spiele wurden abgesagt, drei fanden nahezu ohne Zuschauer statt. Trotzdem wurden in jener Saison 123 Spiele und 247.281 Zuschauer gezählt, im Schnitt 2.010 pro Partie.
Wer überhaupt dabei sein darf
Grundsätzlich führt der Weg in die CHL über die Platzierung in der nationalen Liga. Seit 2023 sind 18 Plätze für die sechs Aktionärsligen reserviert, fünf weitere werden als Wildcards an Teams aus anderen Ligen vergeben. Der Titelverteidiger erhält einen zusätzlichen Startplatz. Normalerweise sind pro Aktionärsliga drei Plätze vorgesehen; die Liga des Titelverteidigers kann dadurch vier Teilnehmer stellen. Meist qualifizieren sich der nationale Meister und weitere Teams über ihre Hauptrundenplatzierung, wobei die Ligen eigene Regeln anwenden können.
Früher waren die sechs Gründungsligen mit bis zu 38 von 44 beziehungsweise 48 Startplätzen vertreten. Von 2017 bis 2022 wurden 24 der 32 Plätze an diese Gründungsligen verteilt. Auch der Sieger des IIHF Continental Cups konnte über eine Wildcard in den Wettbewerb rutschen.
Organisiert wird die CHL von der Champions Hockey League AG, sanktioniert wird sie von der IIHF. 26 Klubs mit A-Lizenz halten 63 Prozent der Anteile, die sechs beteiligten Ligen 25 Prozent und die IIHF zwölf Prozent. Jeder Klub beteiligte sich mit 80.000 Euro an der Gesellschaft. 2019 übernahmen die Augsburger Panther die Anteile der Krefeld Pinguine.
Die bisherigen Finals
2014/15 besiegte Luleå HF Frölunda HC in Luleå mit 4:2. Ein Jahr später gewann Frölunda gegen Oulun Kärpät in Oulu 2:1, 2016/17 folgte ein 4:3 nach Verlängerung gegen Sparta Prag in Göteborg. JYP Jyväskylä schlug 2017/18 die Växjö Lakers in Växjö 2:0.
2018/19 setzte sich Frölunda HC gegen den EHC Red Bull München in Göteborg mit 3:1 durch, 2019/20 gegen Mountfield Hradec Králové in Hradec Králové ebenfalls mit 3:1. 2020/21 wurde kein Finale ausgetragen. Danach gewann Rögle BK 2021/22 gegen Tappara Tampere in Ängelholm 2:1, Tappara selbst 2022/23 gegen Luleå HF in Luleå 3:2.
2023/24 holte Genève-Servette HC mit einem 3:2 gegen Skellefteå AIK in Genf den Titel. 2024/25 besiegten die ZSC Lions Färjestad BK in Zürich 2:1. In der Saison 2025/26 gewann Frölunda HC gegen Luleå HF in Göteborg mit 3:2 nach Verlängerung. Ein Spiel um Platz drei gibt es nicht.
