Studierende blockieren Berliner Otto-Suhr-Institut aus Protest gegen Hochschulkürzungen und Aufrüstung
Vor dem Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin (FU) ist am Mittwoch, dem 28. Oktober 2026, der Außenbereich blockiert worden. Studierende versperrten den Zugang zum Institut für Politikwissenschaften. Die FU bestätigte die Aktion, die sich gegen Kürzungen im Bildungsbereich richtet und offenbar Teil einer bundesweiten Mobilisierung ist.
Die Universität erklärte, sie respektiere das Recht auf friedlichen und gewaltfreien Protest und beobachte die Situation aufmerksam. Damit der Lehrbetrieb weiterlaufen konnte, wurden alle Lehrenden aufgefordert, ihre Veranstaltungen am Mittwoch digital durchzuführen.
Protest gegen Kürzungen und Aufrüstung
Das Aktionskomitee der FU-Initiative „Gen Z regelt“, in einer weiteren Stellungnahme als Initiative „Gen Z gegen Kürzungen“ bezeichnet, veröffentlichte seine Forderungen auf Instagram. Die Beteiligten verlangen, Kürzungen an Hochschulen rückgängig zu machen und die Finanzierung von Hochschulen sowie von Bildungs- und Sozialeinrichtungen zu erhalten.
Nach Angaben der Aktivistinnen und Aktivisten werde Berliner Bildungs- und Sozialeinrichtungen strategisch zunehmend die Finanzierung entzogen. Gleichzeitig flössen Milliardenbeträge in die Aufrüstung – Geld, das für Ausbildung und Studium gebraucht werde. Die Initiative wendet sich gegen Militarisierung und die Einführung einer Wehrpflicht. Außerdem fordert sie ein Ende von Aufrüstung und eine „keine Komplizenschaft mit Kriegsverbrechen“ und ruft zur Teilnahme an einem bundesweiten Protest am 31. Oktober auf.
Als Beispiele nennen die Studierenden den baulichen Zustand der Technischen Universität und die geplante Streichung weiterer Stellen an der FU, darunter Stellen für kritische Lehre beziehungsweise von beliebten Mitarbeitenden. Gerade am Otto-Suhr-Institut sei das Politikstudium erheblich betroffen, erklären die Initiatoren. Deshalb sei dieser Ort für die Blockade ausgewählt worden.
Ähnliche Aktionen in Leipzig und Hamburg
Auch andernorts gab es nach Angaben mehrerer Social-Media-Accounts Proteste. In Leipzig wurde demnach der Eingang des Universitäts-Hauptcampus mit Zäunen, Mülltonnen und Fahrradschlössern blockiert. In Hamburg soll die Hochschule HAW Finkenau blockiert worden sein. Dort war laut Bildern, die in sozialen Medien verbreitet wurden, die Polizei mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort.
Die Berliner Aktion reiht sich damit in eine bundesweite Mobilisierung ein. Für den 31. Oktober kündigten die Studierenden einen weiteren Protest an. An der FU blieb derweil der Bildschirm der Ersatz für den Seminarraum – zumindest am 28. Oktober.
