Med Berlin, 28.09.2026 – In der elektronischen Patientenakte Oracle Health i.s.h.med ist die Arzneimittelwissensdatenbank der Vidal Group integriert worden. Als Pilotprojekt läuft die Lösung am Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Klinische Vidal-Daten stehen damit direkt in der Krankenhausumgebung zur Verfügung – dort, wo Verordnungen entstehen, Dosierungen geprüft und Alternativen gesucht werden.

Für das medizinische Personal soll die Anbindung mehrere Handgriffe sicherer und schneller machen: Sie unterstützt die Arzneimittelverordnung, verbessert die Berechnung kumulativer Dosierungen und erleichtert die Suche nach Arzneimittelalternativen, einschließlich einer automatischen Dosisäquivalenz. Auch die Arzneimittelkennzeichnungen wurden für den klinischen Alltag optimiert. Der Hauptwirkstoff steht dabei im Vordergrund, damit Präparate rasch und eindeutig identifiziert werden können.

Pilotstart in zwei anspruchsvollen Abteilungen

Das UKW verfügt über 1.460 Betten und behandelt jährlich rund 335.000 Patientinnen und Patienten. Gestartet wurde zunächst in der Augenheilkunde sowie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Beide Abteilungen wurden wegen ihrer hohen Behandlungs- und Versorgungsanforderungen ausgewählt – kein ganz kleiner Praxistest also.

Gerade bei komplexen Therapien, etwa mit Insulinen, zeigt das System eine eindeutige kumulative Dosierung und unterstützt damit etablierte klinische Abläufe. Die VIDAL Group kann ihre Inhalte als Dateneigentümer außerdem in Echtzeit anpassen, wenn direkte Rückmeldungen von Anwenderinnen und Anwendern vorliegen.

Die Vidal MMI Germany GmbH begleitete die Implementierung und den Rollout. Gemeinsam mit den klinischen Teams vor Ort wurden lokale regulatorische und betriebliche Anforderungen berücksichtigt. Michael Schösser, Geschäftsführer von Vidal MMI Germany, betonte, wie wichtig diese Zusammenarbeit für Benutzerfreundlichkeit und medizinische Relevanz sei. Der erfolgreiche Start in Würzburg soll genau das zeigen.

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Aus Würzburg in große Krankenhauszentren

Vidal MMI Germany bezeichnet die Kooperation mit Oracle Health als strategischen Schritt zur weiteren Verbreitung klinischer Entscheidungsunterstützung. Beide Unternehmen planen gemeinsame Vertriebsinitiativen, in denen die Oracle-Health-Architektur mit den klinischen Daten von VIDAL verbunden wird.

Der Produktivstart soll zugleich belegen, dass sich das Arzneimitteldatenmodell der VIDAL Group in anspruchsvolle proprietäre Systemarchitekturen integrieren lässt. Vidal-Group-CEO Vincent Bouvier erklärte, der Go-live markiere eine neue Phase der internationalen Expansion. Das Projekt bestätige die Fähigkeit des Unternehmens, klinische Daten in die Arbeitsabläufe großer europäischer Krankenhauszentren einzubinden. Für Vidal ist der Start in Würzburg damit ein weiterer Schritt beim Ausbau der internationalen Aktivitäten.

Hinter Vidal MMI Germany steht die international tätige VIDAL Group. Das Unternehmen bietet Arzneimittelinformationen, klinische Wissens- und Entscheidungssysteme sowie Lösungen für Verordnungs- und Anwendungssicherheit an. Die Gesellschaft mit Sitz in Langen wurde 1970 gegründet und ist unter anderem für die GELBE LISTE PHARMINDEX bekannt.

Die VIDAL Group beschäftigt mehr als 600 Mitarbeitende in Frankreich, Deutschland und Spanien. Ihre Lösungen werden in 30 Ländern von über 700.000 Gesundheitsfachkräften genutzt. Seit 2016 gehört die Gruppe zur M3 Group, die an der Tokioter Börse notiert ist.

Die ePA kommt nicht ohne Umbau

Der Würzburger Pilot fällt in eine Phase, in der Krankenhäuser ihre digitalen Abläufe ohnehin neu sortieren müssen. Mit dem Digital-Gesetz (DigiG) wurden neue Rahmenbedingungen für die elektronische Patientenakte geschaffen. Seit Januar 2025 sollen alle gesetzlich Krankenversicherten eine ePA erhalten, sofern sie nicht widersprechen – das sogenannte Opt-out-Prinzip.

Neue Regelungen verpflichten Krankenhäuser in größerem Umfang zur Interaktion mit der ePA. Erwartet wird deshalb eine breitere Nutzung, gleichzeitig bringt sie rechtliche, technische und organisatorische Herausforderungen mit sich. Aufnahme und Entlassung, zwei Kernprozesse im Krankenhaus, müssen angepasst werden. Zwischen Stationsalltag, Datenschutz und Systemarchitektur bleibt da wenig Platz für gemütliches Abwarten.

Die Geschäftsstelle der Deutschen Krankenhausgesellschaft erarbeitete gemeinsam mit Fachexperten aus Mitgliedsverbänden und Krankenhäusern aktualisierte Umsetzungshinweise. Der rechtliche Teil erläutert Pflichten, Befugnisse und Rechte nach dem DigiG, die Unterstützungs- und Informationspflichten der Krankenhäuser, die Befugnisse zur Datenverarbeitung sowie die Rechte von Patientinnen und Patienten.

Der prozessual-technische Teil fasst die grundlegenden ePA-Funktionen zusammen, beschreibt Anforderungen an die Integration in Primärsysteme und gibt einen Überblick über notwendige technische Komponenten und mögliche Architekturvarianten. Außerdem geht es um die Nutzung der ePA in relevanten Kernprozessen.

Die Hinweise sind Empfehlungen und haben keinen normativen Charakter. Weil noch Fragen offen sind und gesetzliche sowie spezifikatorische Weiterentwicklungen erwartet werden, werden beide Dokumente laufend aktualisiert und ergänzt. Die jeweils aktuellen Fassungen und Begleitmaterialien stehen auf der Website der Deutschen Krankenhausgesellschaft zur Verfügung.

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