Carl-Thiem-Universität Cottbus und TU Dresden bündeln Kräfte für Medizin und Gesundheitsforschung in der Lausitz
Die 2024 gegründete Carl-Thiem-Universität in Cottbus will eng mit der Technischen Universität Dresden zusammenarbeiten. Ein entsprechender Kooperationsvertrag soll am Mittwoch unterzeichnet werden, wie das Brandenburger Wissenschaftsministerium mitteilte. Heute, am 26.10.2026, richtet sich der Blick damit auch an der TU Dresden auf ein Hochschulprojekt, das Medizin, Forschung und regionale Versorgung verbinden soll.
Vorgesehen ist eine Zusammenarbeit in Forschung, Studium und Lehre, Fakultätsentwicklung sowie Administration. Der Vertrag soll am 1. November in Kraft treten und unbefristet gelten. Für die Beteiligten klingt das nach einem großen organisatorischen Paket – und genau das ist es wohl auch.
Medizinstudium mit Lausitz-Fokus
An der Carl-Thiem-Universität begann zum Wintersemester im Oktober der erste Jahrgang mit dem Medizinstudium. Im Rahmen der Modellregion „Gesundheit Lausitz“ sind gemeinsame Forschungsprojekte geplant. Dazu kommen Lehrangebote zu Digitalisierung und innovativer Medizintechnik.
Weitere Konzepte betreffen die Medizinlehre: Im Gespräch sind Wahlfächer, ein Doppelstudium und eine grundständige akademische Ausbildung von Gesundheitsfachberufen. Die Universität soll also nicht nur Ärztinnen und Ärzte ausbilden, sondern auch Forschung betreiben. Geplant ist unter anderem ein Masterstudiengang „Pflegewissenschaften“.
Im Vollausbau sollen jährlich rund 200 Erstsemesterplätze angeboten werden. Für Lehre und Forschung sind etwa 1.300 Stellen vorgesehen. Entstanden ist die Universität durch die Überführung des Carl-Thiem-Klinikums von kommunaler in Landesträgerschaft.
Viele Wege ins Medizinstudium
Die Cottbuser Pläne stehen in einer deutschen Hochschullandschaft, in der der Zugang zum Medizinstudium längst nicht nur über staatlich kontrollierte und gesicherte Studienplätze führt. Zahlreiche Initiativen ermöglichen ein privates Medizinstudium, teils mit hohen Studiengebühren.
Sogenannte Medical Schools kooperieren mit Universitäten aus EU-Ländern und unterhalten Niederlassungen in Deutschland. Der Abschluss entspricht dem jeweiligen Sitzland der ausländischen Universität; die deutsche Approbation wird über die EU-Anerkennungsrichtlinie erteilt.
- Nürnberg – PMU Salzburg
- Asklepios Medical School Hamburg – Budapest
- Kassel School of Medicine – Southampton
- Coburg Medical School Regiomed – Split
- Asklepios-Programm – Stettin
- EDU Malta – Fernstudium
- UMCH Hamburg – Târgu Mureș
- Ameos – Osijek
Daneben bieten private deutsche Hochschulen ein Humanmedizinstudium bis zum deutschen Staatsexamen an. Dazu gehören die Universität Witten/Herdecke, die MHB Fontane in Neuruppin, die Medical School Hamburg (MSH), die HMU Health and Medical University in Potsdam, die Medical School Berlin und die HMU Health and Medical University in Erfurt.
Viele deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger studieren außerdem Medizin im EU-Ausland. Werden private Studienangebote und diese Studierenden einbezogen, dürfte die tatsächliche Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger bei mehr als 17.000 pro Jahr liegen. In Cottbus kommen künftig rund 200 Plätze pro Jahr hinzu – mit Dresden als geplantem Partner im Hintergrund und der Lausitz als praktischem Forschungsfeld.
