CDU/CSU im Umfragetief: Zwischen 17,5 und 20 Prozent wird die Regierungsbildung schwieriger
Am 6. Oktober 2026 liegt die CDU/CSU bundesweit bei 19,6 Prozent. In der Mensa der Uni Freiburg klingt das nach einer Zahl, die man zweimal liest. Die Union erreicht damit laut dem Tagesspiegel ein neues Tief in den Umfragen. Der Artikel fragt, wie weit die Zustimmung noch sinken kann, welche Veränderungen im Parteiensystem denkbar wären und unter welchen Bedingungen künftig überhaupt Regierungsbildungen möglich bleiben.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann sagte Mitte Juli in der ZDF-Dokumentation „Inside CDU“, die CDU habe „den Boden erreicht“. Er hoffte damals, dass sich die Lage stabilisieren und die Partei in den Umfragen wieder zulegen werde. Die neuesten Werte machen diese Hoffnung zumindest nicht gerade gemütlicher.
Zwischen 17,5 und 20 Prozent
Die aktuellen Umfragen zeichnen ein enges, aber niedriges Bild: Am 6. Oktober meldete Forsa 19,0 Prozent, am 5. Oktober kam INSA auf 17,5 Prozent, am 3. Oktober auf 18,0 Prozent. Infratest dimap wies am 1. Oktober 20,0 Prozent aus, Forsa lag am 29. September erneut bei 19,0 Prozent. Der auf der Umfrageseite genannte Durchschnitt beträgt 19,5 Prozent.
Die Übersicht von dawum.de führt für die Bundestagswahl 19,6 Prozent aus. Bei den Landtagswahlen liegt der einwohnergewichtete Wert bei 26,5 Prozent, in den westdeutschen Bundesländern bei 28,8 Prozent und in den ostdeutschen Bundesländern einschließlich Berlin bei 17,1 Prozent. Der Parteizustimmungsindex, kurz PZI, beträgt 23,1 Prozent. Neueste einbezogene Umfrage ist jene vom 6. Oktober 2026.
Der PZI kombiniert zur Hälfte die aktuellen, einwohnergewichteten Landtagswerte und zur Hälfte den neuesten Bundestagswert. Er soll als Vergleichswert für die Gesamtzustimmung zur CDU/CSU dienen. Liegt keine neue Umfrage mit CDU/CSU-Beteiligung vor, wird das Wahlergebnis verwendet.
Die Karte auf dawum.de funktioniert dabei nicht bloß wie eine hübsche Farbfläche: Je intensiver die Farbe, desto höher der CDU/CSU-Wert im jeweiligen Bundesland. Grün steht für Zugewinne, Rot für Verluste gegenüber der letzten beziehungsweise vorherigen Wahl. Grau bedeutet, dass keine aktuellen Werte vorliegen. Anklickbare Länder führen zur neuesten Umfrage oder zum Wahltrend. Gibt es seit der letzten Wahl keine neue Umfrage, wird das Wahlergebnis angezeigt.
| Gebiet | Stand | Aktueller Wert | Letzte Wahl | Vergleich | Rang |
|---|---|---|---|---|---|
| Bundestag | 06.10.2026 | 19,6 % | 28,5 % | −8,9 | 2 ↓ |
| Baden-Württemberg | 10.04.2026 | 26,0 % | 29,7 % | −3,7 | 2 = |
| Bayern | 12.09.2026 | 38,0 % | 37,0 % | +1,0 | 1 = |
| Berlin | 20.09.2026 | 18,8 % | 28,2 % | −9,4 | 2 ↓ |
| Brandenburg | 24.06.2026 | 12,0 % | 12,1 % | −0,1 | 3 ↑ |
| Bremen | 19.08.2026 | 21,0 % | 26,2 % | −5,2 | 1 ↑ |
| Hamburg | 30.09.2026 | 12,0 % | 19,8 % | −7,8 | 5 ↓ |
| Hessen | 29.04.2026 | 30,0 % | 34,6 % | −4,6 | 1 = |
| Mecklenburg-Vorpommern | 20.09.2026 | 4,9 % | 13,3 % | −8,4 | 5 ↓ |
| Niedersachsen | 11.09.2026 | 22,0 % | 28,1 % | −6,1 | 2 = |
| Nordrhein-Westfalen | 23.09.2026 | 29,0 % | 35,7 % | −6,7 | 1 = |
| Rheinland-Pfalz | 20.08.2026 | 28,0 % | 31,0 % | −3,0 | 1 = |
| Saarland | 03.12.2025 | 25,0 % | 28,5 % | −3,5 | 2 = |
| Sachsen | 21.05.2026 | 21,0 % | 31,9 % | −10,9 | 2 ↓ |
| Sachsen-Anhalt | 06.09.2026 | 17,2 % | 37,1 % | −19,9 | 2 ↓ |
| Schleswig-Holstein | 14.07.2026 | 27,0 % | 43,4 % | −16,4 | 1 = |
| Thüringen | 02.07.2026 | 22,0 % | 23,6 % | −1,6 | 2 = |
Der höchste aktuelle Landeswert steht in Bayern bei 38,0 Prozent, der niedrigste in Mecklenburg-Vorpommern bei 4,9 Prozent. Die mit Sternchen markierten Werte beruhen laut der Übersicht auf der letzten beziehungsweise vorherigen Wahl. Der gewichtete Durchschnitt der Landtagswerte berücksichtigt die Einwohnerzahl der Bundesländer. Laut Destatis, Zensus 2022, Stand 31. Dezember 2024, entfallen 80,7 Prozent der Einwohnerzahlen auf den Westen und 19,3 Prozent auf den Osten einschließlich Berlin.
Was die Zahlen eigentlich messen
Verwendet werden einzelne Sonntagsfragen oder, sofern vorhanden, ein gewichteter Wahltrend. Gibt es seit der letzten Wahl keine neue Umfrage, fließt das letzte Wahlergebnis ein. Fehlt die CDU/CSU in einer aktuellen Umfrage oder trat sie bei der Vergleichswahl nicht an, steht dort „n. a.“. Werte, die älter als vier Monate sind, werden beim Stand-Datum rot markiert. Für fehlende Landeswerte greift die Übersicht auf das letzte Wahlergebnis zurück; diese Werte erscheinen rot und kursiv.
Der Rang ergibt sich aus der Sortierung der Parteien nach ihren Prozentwerten. Ohne neue Umfrage wird nach dem Wahlergebnis sortiert, anschließend wird der Rang mit der letzten beziehungsweise vorherigen Wahl verglichen. Pfeile zeigen Veränderungen, „=“ bedeutet unveränderter Rang. Eine Rangsortierung entfällt, wenn keine gemeinsame Umfrage oder kein gemeinsamer Wahltrend mit anderen Parteien vorliegt.
Auch die Abweichungen der Institute sind ausgewiesen: INSA kommt auf eine mittlere Abweichung von +0,7 Prozentpunkten, das Institut Wahlkreisprognose auf +0,6, die Forschungsgruppe Wahlen und Civey jeweils auf +0,4, Infratest dimap auf
