Heute, am 6. Oktober 2026, treten im Waschhaus Potsdam junge Forschende gegeneinander an. Beim Ostdeutschen Science Slam präsentieren sechs Wissenschaftler:innen aus Berlin, Brandenburg und Sachsen ihre Projekte – jeweils in höchstens zehn Minuten und möglichst unterhaltsam. Wer weiterkommt, entscheidet das Publikum: über die Stärke des Applauses, ergänzt durch eine Punktvergabe.

Der Wettbewerb wird vom Kulturzentrum Waschhaus und der Universität Potsdam veranstaltet. Moderiert wird er vom Biologen und Science-Slammer Dr. Bryan Nowack. Im Saal geht es also nicht um trockene Referate, sondern um Forschung mit Tempo, Pointe und hoffentlich einem ziemlich guten Gespür für den Moment.

Von rechtsextremen Parteien bis zur Nanodisco

Susanna Wirthgen, Doktorandin der Politischen Ökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin, beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Maßnahmen zur Verringerung wirtschaftlicher Unsicherheit auf den Wahlerfolg rechtsextremer Parteien. Lisa Klein von der Universitätsmedizin Leipzig widmet sich der Kunstherztherapie.

Felix Richter, Molekularbiologe an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, fragt, warum Hefe altern soll, damit Menschen es nicht müssen. Florian Breitinger, Humangeograph an der Technischen Universität Berlin, stellt ein Fußgängerassistenzsystem für ältere Menschen vor.

Dr. Christoph M. Abels, Soziologe und Staatswissenschaftler aus Potsdam, untersucht, warum Menschen vor einem Arztbesuch zunehmend Chatbots wie „Dr. Chat“ konsultieren – und welche Probleme damit verbunden sind. Tobias Eckardt, Chemiedidaktiker und Doktorand an der Universität Potsdam, bringt die „Nanodisco“ mit: Gold- und Silberteilchen, die sich im Licht bewegen. Oder, etwas sachlicher gesagt, die Vorgänge, wenn Licht auf winzige Metallpartikel trifft.

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Die Angaben zum Wettbewerb nennen sechs junge Forschende aus Berlin, Brandenburg und Sachsen. Die Veranstaltung des Waschhauses kündigt zugleich die acht besten Science-Slammerinnen und -Slammer aus Ostdeutschland an, die sich zuvor in regionalen Wettbewerben qualifiziert haben. In der Präsentation der angekündigten Beiträge finden sich die sechs genannten Projekte.

Applaus entscheidet, Berlin wartet

Die beiden Erstplatzierten des Ostdeutschen Science Slams qualifizieren sich für das Finale der deutschen Meisterschaft am 23. Oktober in der Berliner Philharmonie. Nach der Veranstaltungsankündigung darf der Sieger am 23. Oktober in Berlin um den Deutschen Meistertitel antreten. Mehr als zehn Minuten bekommt dabei niemand – Forschung hin, Lampenfieber her.

Das Format lebt davon, dass das Publikum nicht bloß zuhört. Es bewertet Inhalt und Auftritt, spendet Applaus und bestimmt am Ende, wer gewinnt. Im Raum sitzen dabei nicht nur Studierende, sondern auch Nicht-Akademiker:innen, Jugendliche, Ruheständler, Wissenschaftsinteressierte und eingefleischte Slam-Fans.

Science Slams finden in vielen deutschen Städten statt. Junge Wissenschaftler:innen präsentieren ihre eigenen Forschungsprojekte in Clubs, Theatern oder Kneipen – zu Themen aus der Molekularbiologie, Geschichte, Astrophysik, Literaturwissenschaft oder Medizin. Zehn Minuten können da erstaunlich lang sein, wenn eine Erklärung sitzt; und erstaunlich kurz, wenn die Nanopartikel gerade erst anfangen zu tanzen.

Veröffentlicht wurde der Bericht am 6. Oktober 2026 um 6:24 Uhr.