In Potsdam geht es derzeit heiß her: Die Pläne für den neuen Universitätscampus auf dem Brauhausberg nehmen Formen an. Am 8. Juli 2026 wurden bereits 77 Stellungnahmen von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Behörden zum Bebauungsplan eingereicht. Die rege Beteiligung zeigt, wie sehr die Potsdamer:innen an der Stadtentwicklung interessiert sind. Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke hebt die zügige Erstellung der Grundlagen für den Bebauungsplan durch die Stadt innerhalb eines Jahres hervor und betont, wie wichtig Transparenz und moderne Stadtplanung in diesem Kontext sind. Mit digitalen Beteiligungsangeboten, Werkstattverfahren und Informationsforen wird den Bürgern der Zugang erleichtert, und ihre Meinungen fließen direkt in die Planung ein.

Ein weiterer wichtiger Schritt wurde von der Stadtverordnetenversammlung Potsdam unternommen: Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 188 „Universitätscampus Brauhausberg“ wurde gefasst. Dies eröffnet das formale Verfahren zur Erarbeitung eines Bebauungsplans sowie zur Änderung des Flächennutzungsplans. Oberbürgermeisterin Noosha Aubel betont die Bedeutung des innerstädtischen Universitätscampus nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für das studentische Leben in Potsdam.

Einbindung der Bürger und digitale Lösungen

Die Stellungnahmen werden nun ausgewertet, um sie in die Planung einfliessen zu lassen. Insgesamt wurden 36 Hinweise von Behörden aufgenommen, die es ermöglichen, verschiedene Aspekte wie Mobilität, Entwässerung, Artenschutz und Lärm stärker zu berücksichtigen. Dazu werden Fachgutachten erstellt, damit die Planungen auf einem soliden Fundament stehen. Ein förmlicher Bebauungsplanentwurf soll im zweiten Halbjahr 2026 erstellt werden, wobei der Beschluss des Bebauungsplans durch die Stadtverordnetenversammlung für das kommende Jahr angestrebt wird.

Die digitale Bürgerbeteiligung spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Plattform der ProjektStadt unterstützt die Stadt Potsdam beim individuellen Einsatz verschiedener Online-Beteiligungstools. Diese modular aufgebaute digitale Lösung bietet einen kosteneffizienten Mittelweg zum Einbeziehen der Öffentlichkeit. Sie umfasst nicht nur die Planung und Durchführung von Beteiligungsverfahren, sondern sorgt auch für die Sicherung und Auswertung der Ergebnisse.

Der neue Campus – eine Vision für Potsdam

Der Neubau des Campus auf dem Brauhausberg ist nicht nur eine Frage des architektonischen Designs, sondern ein strategischer Schritt für die Wissenschaftslandschaft der Stadt. Am 2. Juni 2025 haben das Land Brandenburg, die Universität Potsdam und die Hasso Plattner Foundation einen Letter of Intent unterzeichnet, um den Ausbau des Hasso-Plattner-Instituts und der Digital Engineering Fakultät voranzubringen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Deutschlands und Europas digitale Souveränität zu stärken und neue Masterstudiengänge sowie Forschungsschwerpunkte, insbesondere in Künstlicher Intelligenz, zu entwickeln.

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Der neue Uni-Campus wird internationale Maßstäbe setzen und soll dabei auch das denkmalgeschützte Gebäude des ehemaligen Brandenburger Landtages integrieren. Dies unterstreicht das Bestreben, das studentische Leben wieder in die Potsdamer Innenstadt zu bringen und die langfristige öffentliche Nutzung des Brauhausberges zu sichern.

Die Zukunft des Potsdamer Universitätscampus klingt vielversprechend, und es bleibt abzuwarten, wie die Entwicklung weiter voranschreitet.