Straße von Hormus im Brennpunkt: Tankerangriffe verschärfen den Konflikt zwischen Iran und den USA
Heute, am 3. Oktober 2026, ist Bremen voller Musik, Theater und Stimmengewirr: Dort haben die dreitägigen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit begonnen. Bis Sonntag läuft in der Innenstadt und an der Weser ein Bürgerfest mit mehr als 100 Bühnen. Auf der Ländermeile stellen sich die 15 anderen Bundesländer vor. In Freiburg, wo dieser Überblick an der Uni Freiburg entsteht, reicht der Blick allerdings weit über das Festgeschehen hinaus – bis nach Kreta, an die Straße von Hormus und in die Berliner Politik.
Auf Kreta prasselten binnen weniger als 24 Stunden in Anogia bei Rethymno 361 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Ein Hirte ertrank im gebirgigen Hinterland in den Wassermassen. Touristen kamen bislang nicht zu Schaden, doch die Unwetterlage soll bis Sonntag andauern. Auch mehrere Inseln der Ägäis wurden von Herbststurm und Starkregen getroffen. Bei Lindos auf Rhodos schlug ein Blitz in eine 58-jährige deutsche Touristin ein; sie starb, ihr Ehemann wurde leicht verletzt.
Proteste, Parlamente und ein unruhiger Herbst
In Frankreich waren 735 von rund 3.700 Schulen von anhaltenden Schülerprotesten betroffen, 30 Prozent weniger als am Vortag. Ruhig ist es trotzdem nicht: Neben Blockaden kam es weiter zu Gewalt, darunter Angriffen auf Sicherheitskräfte. Bildungsminister Édouard Geffray forderte Eltern auf, ihre Kinder von den Ausschreitungen fernzuhalten.
Spaniens Parlament lehnte unterdessen zwei Regierungsdekrete zur Bekämpfung der Wohnungsnot ab. Die notwendige Mehrheit fehlte. Vor der Abstimmung hatten Menschen in mehreren Städten mit sogenannten Topfkonzerten protestiert – laut, scheppernd und ziemlich unüberhörbar. Das Paket hätte unter anderem den Schutz vor Zwangsräumungen verlängert und strengere Regeln für den Wohnungsmarkt eingeführt. Teilnehmer reagierten empört, die Opposition verlangte Neuwahlen.
Auch in Berlin bleibt die Wohnungs- und Sicherheitsdebatte aufgeladen. Nach einer Neuauszählung in Spandau soll das Abgeordnetenhaus voraussichtlich 153 statt 158 Sitze haben. CDU, SPD und Grüne verlieren jeweils einen Sitz, die Linke zwei. CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers bezeichnete die Linke als „Sicherheitsrisiko“ für Berlin; viele Jüdinnen und Juden empfänden die Partei als Gefahr. Die Linke hatte die Wahl gewonnen und strebt eine Koalition mit Grünen und SPD an.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schaltete sich laut „Spiegel“ aus Sorge um den Fortbestand der Regierung in den Koalitionsstreit über die Pflegereform ein. Dem Bericht zufolge telefonierte er mit Vizekanzler Lars Klingbeil und Innenminister Alexander Dobrindt. Bundeskanzler Friedrich Merz empfängt am kommenden Donnerstag den britischen Premierminister Andy Burnham. Dabei sollen die Urkunden des neuen deutsch-britischen Freundschaftsvertrags ausgetauscht werden. Der sogenannte Kensington-Vertrag wurde am 17. Juli 2025 von Merz und Burnhams Vorgänger Keir Starmer unterzeichnet.
Im Verfahren zur Sprengung der Nord-Stream-Pipelines ließ das Hanseatische Oberlandesgericht die Nebenklagen der Nord Stream AG und Nord Stream 2 AG nicht zu. Es fehlten besondere Gründe und eine besondere prozessuale Schutzbedürftigkeit. Beim Haushalt sieht es derweil ebenfalls nicht gemütlich aus: Im ersten Halbjahr 2026 lag das Defizit des öffentlichen Gesamthaushalts bei 98,8 Milliarden Euro. Die Einnahmen stiegen um etwa zwei Prozent, die Ausgaben um sechs Prozent. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung waren jeweils defizitär.
Geld, Energie und der Alltag
Der Bundesrechnungshof warnt vor wachsenden Belastungen durch Rentenzahlungen. Nach heutiger Gesetzeslage könnten 2040 rund 36,7 Prozent der Bundessteuereinnahmen an die Rentenversicherung fließen; derzeit sind es etwa 29 Prozent. Für Selbstständige stellte das Bundessozialgericht zugleich klar: Bei der Berechnung des Krankengelds ist grundsätzlich das letzte Kalenderjahr vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit maßgeblich. Ein späterer Steuerbescheid für das Krankheitsjahr muss nicht berücksichtigt werden.
In der Eurozone stieg die Inflation im September auf 3,8 Prozent – den höchsten Stand seit drei Jahren. Energie verteuerte sich binnen Jahresfrist um 18,8 Prozent, in Deutschland lag die Inflationsrate bei 3,3 Prozent. Wer im eigenen Haus ungedämmte Heizungsrohre in unbeheizten Räumen nachträglich isoliert, kann laut Finanztip trotzdem spürbar sparen: Bei 25 Metern Rohr seien es mit einer Gasheizung etwa 635 Euro jährlich, mit einer Ölheizung rund 780 Euro. In vielen Fällen ist die Dämmung ohnehin gesetzlich vorgeschrieben.
Polen führt eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne ein. Präsident Karol Nawrocki unterzeichnete das Gesetz und legte es zugleich dem Verfassungsgericht vor. Die Einnahmen sollen Benzin und Diesel umgerechnet um 23 Cent je Liter verbilligen. Die EU-Staaten beraten außerdem über eine koordinierte Freigabe von Ölreserven über die Internationale Energieagentur, um die Energiepreise zu drücken. Die USA drängen Europa, strategische Dieselreserven sofort freizugeben.
Für Autofahrer kommt ein großer Rückruf hinzu: Skoda holt weltweit rund 1,7 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten, etwa 370.000 davon in Deutschland. Betroffen sind Kodiaq, Karoq, Octavia und Superb. Laut Kraftfahrt-Bundesamt kann ein Schraubenabriss zum Ausfall der Lenkung führen. Nach der Insolvenz von Hellweg darf Bauhaus zudem acht Standorte übernehmen. Das Bundeskartellamt genehmigte den Zusammenschluss ohne Auflagen; betroffen sind Märkte in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Berlin und Brandenburg.
Onlinehändler müssen unter der im Impressum angegebenen E-Mail-Adresse tatsächlich erreichbar sein. Das entschied das Kammergericht Berlin nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands gegen Amazon. Adressen, die keine eingehenden Nachrichten empfangen können, reichen nicht aus. Amazon senkt nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vorübergehend außerdem die Prime-Preise für bestimmte langjährige Kunden. Es geht um Mitgliedschaften, die vor dem 15. September 2022 begannen und unverändert bestehen. Der BGH hatte die Preiserhöhung von 2022 wegen intransparenter Vertragsbestimmungen für unwirksam erklärt.
Freiburg, Jena und Köln dürfen künftig den Titel „Exzellenzuniversität“ tragen. Zusätzlich werden zwei Hochschulverbünde im Rhein-Main-Gebiet und im Ruhrgebiet gefördert. Einzeluniversitäten erhalten bis zu 15 Millionen Euro jährlich, Verbünde bis zu 28 Millionen Euro. Für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gibt es dagegen zunächst eine Absage: Serge Gnabry reist nicht zum Nations-League-Spiel nach Griechenland. Der 31-Jährige, der gegen Serbien erstmals Kapitän war, kehrte nach München zurück. Bundestrainer Jürgen Klopp fliegt am Samstag mit 23 Spielern nach Thessaloniki; gespielt wird am Sonntag.
Die Straße von Hormus wird zum Brennpunkt
In der Straße von Hormus wurde ein Tanker von einem unbekannten Geschoss getroffen. An Bord brach Feuer aus, außerdem fiel der Strom aus. Das Feuer wurde gelöscht, niemand wurde verletzt, Umweltschäden wurden nicht gemeldet, und der Tanker setzte seine Fahrt fort. Ein weiterer Bericht bestätigte den Beschuss; die Besatzung blieb in Sicherheit. Demnach blockiert Iran die Meerenge im Konflikt mit den USA weitgehend durch Angriffe auf Schiffe.
Die Lage ist inzwischen deutlich größer als ein einzelner Zwischenfall. Das US-Militär erklärte, fünf iranische Rohöltanker angegriffen und zerstört zu haben. Die Besatzungen seien zuvor aufgefordert worden, die Schiffe zu verlassen; nach Angaben des US-Regionalkommandos Centcom seien die Tanker nicht mehr nutzbar. Ein veröffentlichtes Video schien Raketenangriffe auf die Maschinenraumbereiche zu zeigen. Genannt wurden die M/T Kaviz, M/T Charminar, M/T Horizon 1, die M/T Riesco im Golf von Oman und die M/T Derya nahe der iranischen Insel Charg.
Centcom begründete die Angriffe mit zwei ballistischen Raketenangriffen der iranischen Revolutionsgarde auf ein US-Kriegsschiff innerhalb von zwei Tagen. Das Schiff habe ausweichen können, US-Amerikaner seien nicht verletzt worden. Die Tanker, so Centcom, gehörten zu einem milliardenschweren Netzwerk, über das sich die Revolutionsgarde finanziere. Iranische Medien berichteten anschließend von Vergeltungsschlägen, darunter mehreren Raketenangriffen auf US-Militärstützpunkte
