Am 24. Juni 2026 besuchte eine Gruppe von drei Studierenden der Universität Nairobi, Kenia, die Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) in Neuruppin. Cyrus Kimanthi, Hempstone Mondi und Anesu Nicola Mazikana interessierten sich vor allem für den Modellstudiengang an der MHB. Ihr Besuch war Teil einer Initiative zur Förderung von Studierendenaustauschen mit Ländern des Globalen Südens, um nachhaltige Ansätze in der Medizin zu erkunden, sowie um die Unterschiede zwischen der Apparatemedizin und der medizinischen Versorgung weltweit zu vergleichen. MHB berichtet, dass bei ihrem Programm verschiedene praktische und theoretische Lernformate im Vordergrund standen.

Im Rahmen ihres Besuchs simulierte Dr. Lars Allolio-Näcke eine Einheit des problemorientierten Lernens (POL), während Romina Frenzel das Lernformat TRIK (Teamarbeit, Reflexion, Interaktion und Kommunikation) vorstellte. Zudem hatte Dr. Silke Storsberg die Möglichkeit, den Studierenden die Anatomie näherzubringen und den Bereich der Körperspenden zu erläutern. Abgerundet wurde der Besuch durch eine Stadtführung in Neuruppin und persönliche Gespräche mit MHB-Studierenden.

Ein innovativer Studiengang

Die MHB bietet im Rahmen ihrer Studiengänge eine praxisnahe, wissenschaftsbasierte und persönlichkeitsorientierte Ausbildung in Medizin an. Dabei können Studierende nicht nur regulär mit Abitur, sondern auch ohne dieses, gemäß den Bestimmungen des Brandenburgischen Hochschulgesetzes, in das Medizinstudium einsteigen. Möglich ist dies für beruflich Qualifizierte, die beispielsweise eine Fachgebundene Hochschulreife oder eine Berufsausbildung im medizinischen Bereich absolviert haben. Sie haben die Möglichkeit, sich direkt für 69 Studienplätze pro Semester zu bewerben.

Die Regelstudienzeit beträgt sechs Jahre und drei Monate, sodass die Studierenden intensiv auf ihre künftigen medizinischen Herausforderungen vorbereitet werden. Ein wichtiger Aspekt des Auswahlprozesses an der MHB ist der Fokus auf Persönlichkeit, Motivation und Praxiserfahrung, während herkömmliche Noten oder der Numerus Clausus (N.C.) in den Hintergrund treten. Dies eröffnet viele Chancen für interessierte Bewerber, die sich für medizinische Berufe engagieren möchten.

Medizinstudium ohne Abitur

Die medizinische Ausbildung an der MHB wird nicht nur quer durch alle verfügbaren Wege eröffnet, sondern bietet auch zahlreiche Alternativen zur traditionellen Abiturvoraussetzung. Das Reformed Zulassungsverfahren von 2020 hebt hervor, dass selbst bei einem Abiturschnitt unter 1,0 der Traum vom Medizinstudium nicht vorbei sein muss. Die Einführung verschiedener Quote und Auswahlverfahren wie die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) bieten vielerlei Optionen für die Studienplatzvergabe. So können TMS-Ergebnisse, Freiwilligendienste oder berufliche Qualifikationen entscheidend sein.

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Die MHB steht dabei für eine neue Ära des Medizinstudiums, in der Interesse, Engagement und berufliche Vorstellungen als wichtiger eingestuft werden als rein akadmische Leistungen. Dies öffnet Türen für eine breitere Studierendenschaft und fördert internationale Austauschprogramme wie bei den Gästen aus Kenia.