Die Fakultät 5 der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg gedenkt heute der verstorbenen Prof. Dr. Marie Theres Albert, die ihre Spuren in der internationalen Forschung zum Kulturerbe hinterlassen hat. Wie die Universität berichtet, war sie eine prägende Figur, die nicht nur das Profil der Institution schärfte, sondern auch die Kulturerbeforschung nachhaltig beeinflusste. Ihr Wirken wird in der Universitätsgemeinschaft mit Dankbarkeit gewürdigt.
Prof. Albert war die Mitbegründerin und Leiterin des Masterstudiengangs „World Heritage Studies“, der weltweit erster seiner Art ist. Dieser Studiengang zog Studierende aus allen Kontinenten an und stellte einen wichtigen Beitrag zur UNESCO-Leitlinie für den Schutz des Weltkulturerbes dar. Unter ihrer Ägide wurde das Programm zu einem Zentrum für Kulturerbe-Bildung und -Management, dessen Curriculum wissenschaftliche Theorie und praktische Anwendungen verband. Insbesondere Kooperationsprojekte mit der UNESCO und der Deutschen UNESCO-Kommission betonten die Bedeutung des Programms für den internationalen Dialog über Kulturerbe.
Ein Leben für das Kulturerbe
Als Leiterin des UNESCO-Lehrstuhls für Heritage Studies förderte Prof. Albert immer wieder interdisziplinäre Zusammenarbeit. Ehemalige und aktuelle Kollegen schätzen sie als entschlossene Wissenschaftlerin mit strategischer Weitsicht, die stets die Brücke zwischen theoretischem Wissen und praktischen Herausforderungen schlug. Die von ihr initiierte Alumni-Vereinigung, die International Association of World Heritage Professionals, besteht bis heute und ist ein Beweis für ihr Engagement, ein internationales Netzwerk von Fachleuten zu schaffen.
In Cottbus organisierte sie zahlreiche internationale Konferenzen und Sommerakademien, die dazu beitrugen, globale Perspektiven in die lokale Forschung einzubringen. Auch die Gründung des Instituts für Kulturerbeforschung in Berlin im Jahr 2012, das mehrere internationale Projekte und die Publikationsreihe „Heritage Studies“ ins Leben rief, geht auf ihr Konto. Diese Initiativen hinterlassen ein nachhaltiges Vermächtnis.
Bildung und fachspezifische Weiterentwicklung
Der Master in World Heritage Studies an der BTU Cottbus-Senftenberg bietet ein breites Spektrum an Ansätzen zum Kulturerbe, von der Erhaltung bis zur Präsentation von Kulturgütern. Studierende erwerben wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten in interdisziplinären Bereichen, die für die Arbeit in UNESCO-Büros, im Management von Kulturerbestätten sowie in Beratungsfirmen relevant sind. Die Ausbildung ist praxisorientiert und schließt angewandte Studienprojekte sowie eine Masterarbeit ein. Im Gegensatz zu vielen anderen Universitäten erhebt die BTU keine Studiengebühren, was den Zugang zu dieser wertvollen Ausbildung erleichtert.
Das Curriculum umfasst mehrere Hauptfelder, darunter Geistes- und Sozialwissenschaften, Kunst, Architektur und Konservierung. Dies ermöglicht den Studierenden, ganzheitlich an die Herausforderungen des Kulturerbes heranzugehen, was der UNESCO und anderen internationalen Organisatoren ein großes Anliegen ist, wie die UNESCO hier betont.
Prof. Dr. Christiane Brosius von der Universität Heidelberg arbeitet ebenfalls aktiv an der Transformation des Kulturerbes. In ihrer Rolle als Sprecherin der universitären Flagship-Initiative „Transforming Cultural Heritage“ beleuchtet sie aktuelle Diskurse und Herausforderungen. Ihre Vorträge im Rahmen einer interdisziplinären Reihe zeigen, dass das Thema Kulturerbe in ständigem Wandel ist und immer wieder neu betrachtet werden muss.
Prof. Albert hat mit ihrem Engagement dafür gesorgt, dass das Feld der Kulturerbeforschung in Deutschland und darüber hinaus einen bedeutenden Fortschritt gemacht hat. Ihr Tod hinterlässt eine Lücke, die schwer zu schließen sein wird, doch ihr Erbe lebt in den Programmen und der Gemeinschaft, die sie aufgebaut hat, weiter.